Jede Epoche kultiviert ihre eigenen Modefächer; heutzutage kommt man nach dem Willen vieler Manager wohl weniger mit Philosophie, Juristerei und Medizin, sondern eher mit Kriechen, Oberflächlichkeit und Intrigieren weiter - wobei letzte Disziplin vermutlich jederzeit hoch im Kurs stand.
David Frankel setzte 2006 die Quintessenz der aktuellen Karriere-Skills in der Gesellschaftskomödie "Der Teufel trägt Prada" in Szene - wie es sich gehört, in New York und Paris. Die subjektiv Mode-abstinente Andy (Anne Hathaway, 24) wird zweite Assistentin der Königszícke Miranda (Meryl Streep, 57), deren Trend-Magazin "Runway" der Avantgarde der Haute Couture den rechten Weg weist.
Wie die Mode wechselt auch der Film die vertretenen Einstellungen nach Gusto: schließlich lässt sich die Maloche von Karriere-Geiern kaum in Einklang mit einer befriedigenden Lebenshaltung bringen, also vertritt man mal diesen, mal jenen Weg, lässt zarte Selbst-Ironie oder erkennbare Übertreibungen einfließen, und schon kann einem niemand mehr am Zeug flicken.
Auch dem Mager-Wahn wird Rechnung getragen: alles oberhalb von Konfektionsgröße 34 kann man getrost den Walen spenden: was macht es schon, wenn sich ein paar Halbwüchsige mehr zu Tode külzen.
Im Zick wird Andy zur Mode bekehrt, im Zack begreift sie, dass es wichtigeres gibt als Job und Karriere: So kommt, wie es sein muss, letztlich auch die Liebe wieder zu ihrem Recht: Wie anders sollte sich die Welt auch weiterdrehen, wenn keiner für frische Konsumenten sorgt? Schließlich muss irgendjemand auch wieder die neue Mode kaufen.
Bei aller notwendigen Kritik zum Thema Mode- und Model-Wahn muss man allerdings feststellen, dass dem Teufel mit Prada eine durchaus witzige, niemals langweilige und in Partien sogar spannende Komödie gelungen ist, die von zwei vorzüglichen und selbstverständlich eindrucksvoll gekleideten Hauptdarstellerinnen getragen wird. Aber auch Stanley Tucci sollte mit seiner liebevoll um Andy bemühten Tukke lobend erwähnt werden - er findet perfekt den schmalen Grat zwischen mitfühlender Normalität und tantiger Übertreibung.
Zumindest die Produzenten können sich inzwischen ein neues Outfit leisten: Der ca. 35 Millionen teure Film spielte in fünf Jahren weltweit rund 326 Millionen US-Dollar ein.
Im Original 109 Minuten, 2,35:1 auf 35 mm Film, 2K Master, SDDS|DTS|DD (IMDB)
Die 2008er Blu-ray der 20th Century Fox Home Entertainment bietet Original-Länge und -Format. Bild- und Tonqualität entsprechen dem Stand der Technik auf hohem Niveau. Die Dialoge sind bestens verständlich.
Sprachen: Deutsch, Französisch, Ungarisch, Polnisch (DTS 5.1), Englisch (DTS HD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Arabisch, Griechisch, Hebräisch, Ungarisch, Isländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch
Extras:
- Audiokommentar
- Entfallene Szenen
- Verpatzte Szenen
Ein Blick in die DVD zeigt, dass hier eine deutlich über dem Durchschnitt liegende, für eine DVD beeindruckende Bildqualität geboten wird. Um Rückfragen vorzubeugen: Selbstverständlich bedeutet diese Aussage nicht, dass die Blu-ray keine deutlichen Verbesserungen in der Bildqualität bieten würde.
film-jury 4* A0667 5.7.2011eg 13A 1E Genre: Komödie | Drama | Romanze
Anne Jacqueline Hathaway (* 12. November 1982 in Brooklyn, New York City)
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2001 -* A0000 Plötzlich Prinzessin
....... R: Garry Marshall D: Anne Hathaway, Julie Andrews
2004 -* A0000 Plötzlich Prinzessin 2
....... R: Garry Marshall D: Anne Hathaway, Julie Andrews
2006 4* A0667 Der Teufel trägt Prada [Blu-ray]
....... R: David Frankel D: Anne Hathaway, Meryl Streep, Emily Blunt, Stanley Tucci
2008 -* A0000 Rachels Hochzeit
....... R: Jonathan Demme D: Anne Hathaway, Rosemarie DeWitt