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Der Teufel und der liebe Gott: Drei Akte und elf Bilder. Theaterstücke Band 7
 
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Der Teufel und der liebe Gott: Drei Akte und elf Bilder. Theaterstücke Band 7 [Taschenbuch]

Jean-Paul Sartre , Uli Aumüller
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 6 (2. September 1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499129515
  • ISBN-13: 978-3499129513
  • Größe und/oder Gewicht: 19,5 x 11,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 36.546 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Wenn du die Hölle verdienen willst, brauchst du nur im Bett zu bleiben. Die Welt ist Ungerechtigkeit; wenn du sie hinnimmst, bist du ein Mitschuldiger, wenn du sie veränderst, bist du ein Henker." (Heinrich in "Der Teufel und der liebe Gott")

Über den Autor

Geboren am 21.06.1905, wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1906 bis zur Wiederheirat seiner Mutter im Jahre 1917 bei seinen Großeltern Schweitzer in Paris auf. 1929, vor seiner Agrégation in Philosophie, lernte er seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er eine unkonventionelle Bindung einging, die für viele zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. 1931-1937 war er Gymnasiallehrer in Philosophie in Le Havre und Laon und 1937-1944 in Paris. 1933 Stipendiat des Institut Français in Berlin, wo er sich mit der Philosophie Husserls auseinandersetzte. Am 2.9.1939 wurde er eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 mit gefälschten Entlassungspapieren entkam. Noch 1943 wurde unter deutscher Besatzung sein erstes Theaterstück «Die Fliegen» aufgeführt; im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk «Das Sein und das Nichts». Unmittelbar nach dem Krieg wurde Sartres Philosophie unter dem journalistischen Schlagwort «Existenzialismus»zu einem modischen Bezugspunkt der Revolte gegen bürgerliche Lebensformen. 1964 lehnte er die Annahme des Nobelpreises ab. Zahlreiche Reisen führten ihn in die USA, die UdSSR, nach China, Haiti, Kuba, Brasilien, Nordafrika, Schwarzafrika, Israel, Japan und in fast alle Länder Europas. Er traf sich mit Roosevelt, Chruschtschow, Mao Tse-tung, Castro, Che Guevara, Tito, Kubitschek, Nasser, Eschkol. Sartre starb am 15.4.1980 in Paris. Auszeichnungen: Prix du Roman populiste für «Le mur» (1940); Nobelpreis für Literatur (1964, abgelehnt); Ehrendoktor der Universität Jerusalem (1976).

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein großartiges Werk 12. Juli 2007
Satre wagt mit "Der Teufel und der liebe Gott" einen Spagat zwischen zwei grundsätzlich nur schwer zu vereinenden Genres: Dem philosophischen Diskurs und den modernen Bühnen- und Unterhaltungsstücken. Wie er dabei vorgeht ist methodisch überaus bemerkenswert, gerade da er trotz der Komplexität des eigenen philosophischen Hintergrundes eine bemerkenswert eindringliche Geschichte zu erzählen vermag.
Im Mittelpunkt des Stückes steht stets die Beziehung zwischen Mensch und Gott, deren verschiedene Formen der Protagonist des Stückes, Götz, durchleben muss. Zunächst fordert er Gott heraus, beschließt dann sich ganz und gar Gott zu verschreiben und zieht sich letztlich in die Einsamkeit zurück, um sich in dessen Namen selbst zu bestrafen. Egal was er jedoch tut, die Ergebnisse seines Handelns fallen immer gleich katastrophal aus: Einmal metzelt er die Armen als Feldherr grausam nieder, ein anderes Mal macht die von ihm propagierte Gewaltlosigkeit seine Anhänger zu willfährigen Schlachttieren und selbst die Zerstörung seines eigenen Körpers verhindert nicht die verheerende Niederlage der Bauern gegen die Heere der Adeligen.
Zentral steht Götz also vor der Frage durch welches Verhalten gegenüber Gott er das Richtige und Gute erreichen kann. Dieser erkennt nun nur zögernd, dass Gott den Menschen genauso zerstört der Teufel. So gelangt er schließlich zu der viel grundsätzlicheren Frage, ob Gott überhaupt existiert und entscheidet sich gegen ihn sowie für den Menschen. So stellt er sich am Ende des Stückes auf die Seite des "menschlich Richtigen", wobei er akzeptiert, dass dieses sowohl Gewalt wie Friedfertigkeit erfordern kann.

Diese grundsätzliche Handlung bietet nun auch den Rahmen für die individuell ganz unterschiedlich Auseinandersetzung mit der Kirche, Gott, den Menschen, dem Guten und dem Schlechten, welche Satre gekonnt in den sehr detailliert ausgestalteten Nebencharakteren entwickelt. Zu versuchen diese auch nur in gröbsten Zügen nachzuzeichnen, würde an dieser Stelle wohl den Rahmen der Rezension sprengen wie dem Werk als solches nicht gerecht werden.
Wie bei kaum einen anderen Stück der Moderne gilt hier nämlicht, dass man es selber lesen und durchdenken muss, um das Gedankengespinst aus Erzählkunst und philosophischen Weltbild würdig zu erfassen.

Sicherlich ist "Der Teufel und der liebe Gott" also eines jener wenigen Bücher, von dem kein Leser wirklich enttäuscht seien dürfte: Die Sprache ist eingängig und durchweg verständlich, die Handlung so kurzweilig und tiefschürfend, dass keine Langeweile aufkommt, und die hier verkaufte Edition des Buches obendrein mehr als solide aufgemacht.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Klassiker 5. April 2009
Von RexCinis
Das Stück von Sartre ist ein Klassiker, ein absolutes Muss sowohl für Literaten, als auch für Philosophen und eines meiner persönlichen Lieblingsstücke.

Nicht die volle Punktzahl gebe ich, weil die Ausgabe vom Preis/Leistungsverhältnis zwar in Ordnung, aber eben nicht top ist. Nun kommt man (außer Flohmarkt etc.) kaum an eine andere heran und rororo ist eine gute Serie. Aber trotzdem zahlt man doch ordentlich für ein relativ kurzes softcover.

Für alle, die erst noch überzeugt werden müssen:
Götz (angelehnt an den von Berlichingen) ist böse, weil er Gott herausfordern will. Ein plötzlicher Sinneswandel bewegt ihn dazu, Gutes zu tun, um Gott gefällig zu sein. Erst am Schluss merkt er, dass seine Handlungen sich nicht nach Gott, sondern nach den politischen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten zu richten haben, er nimmt seinen Platz als Anführer des Bauernaufstands ein, brutal wie anfangs, doch mit geordneten Prioritäten.

Sartres Drama bewegt sich in weiten Teilen innerhalb christlicher Moralvorstellungen, um gezielt über sie hinaus zu weisen. Das Ziel ist eine nietzscheanische Perspektive "jenseits von Gut und Böse", in welcher der Mensch, hier der Protagonist, seine Handlungen nicht mehr im Zwiegespräch mit Gott, sondern in Hinblick auf die reale Welt ausführt.

Ein wunderbares Stück um vom Glauben loszukommen. Sartre selbst sagte in einem Interwiew (ich zitiere nur sinngemäß), die Nichtexistenz Gottes sei für ihn eine Gewissheit. Er könne es beweisen, aber das würde zu lange dauern...
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32 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der perfekte Stoff 7. Januar 2000
Von Ein Kunde
Oh ja. Sartre kann schon wenn er will. Nicht so dahinblubbernd wie in "Die Wörter" nicht so pseudobelletristisch wie in "Der Ekel". Dieses schmale kleine Buch bietet einen Dramenstoff, der wie eine Bombe einschlägt. Statt seinem Publikum einen mitunter Zähen Diskurs seiner existenzialistischen Denkweise aufzuhalsen, gelingt ihm hier die eindeutige Provokation. Nicht nur seiner Charaktere im Stück selbst, sondern auch des Lesers. Spannend, umwerfend und logisch konstruiert; Diskussionpotential für ganze Dekaden von Proseminaren. Man verbeugt sich erfürchtig vor diesem Autor und ist ganz verwirrt, wenn man bedenken würde, was für ein dramatisches Potential in ihm geschlummert hat. Noch 5 Bücher wie dieses und etwas weniger deutliche Winke mit dem Zaunpfahl auf seine Philosophie und er hätte DER Dramatiker des 20. Jahrhunderts werden können.
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