Als Leser trifft man selten auf Autoren von derart enzyklopädischem Wissen. Di Nola ist ganz gewiss ein solcher und entsprechend ist die Lektüre seines Werkes auch ein horizont-erweiterndes Vergnügen. Dabei hält sich der Autor kaum bei theoretischen Erwägungen auf, woher die mythologische Figur des Teufels oder anderer Personifikationen des Bösen stammen könnte; Er belässt es bei der tiefenpsychologischen Deutung, dass das "leibhaftige Böse" eben eine Projektion unterdrückter Anteile der menschlichen Natur darstelle - zwei, drei Sätze im einführenden Teil reichen ihm da.
Trotzdem, selbst ein Gelehrter wie Umberto Eco sah sich veranlasst, lobende Worte für Di Nolas Werk zu finden. Vielleicht lernt man ja auch dort am meisten, wo viel erzählt, viel Material ausgebreitet wird, ohne alles gleich auf einen theoretischen Nenner bringen zu müssen. Und zwar gerade deshalb, da auf solche Weise das eigene Denken angeregt wird.