Ein Serienkiller geht um im Münsterland, sein letztes Opfer wird auf dem berühmten Mittelaltermarkt von Telgte gefunden. Doch während Kriminalhauptkommissar Sven Haller von der Kripo Münster und Kriminalpsychologin Anna van der Pütten im Dunkeln tappen, heftet sich ein Ermittler an die Fersen des irren Mörders, der selbst wahnsinnig zu sein scheint: Er nennt sich Branagorn der Elbenkrieger und behauptet, aus einer anderen Welt zu stammen. Doch er scheint der Einzige zu sein, der es mit dem Mörder aufnehmen kann
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Alfred Bekker wurde 1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Orten Ladbergen und Lengerich auf. Er schreibt Krimis, Fantasy, historische Romane und Bücher für junge Leser. Seine Romane »Das Reich der Elben«, die »Drachenerde«-Saga und die »Gorian«-Trilogie haben ihn einem großen Publikum bekannt gemacht.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Branagorn nickte. "Ich bin gerne bereit , mich Euren Wünschen zu beugen, werte Frau van der Pütten. Aber ihr müsst mir auch etwas versprechen. Lasst es zu, dass ich bei der Entlarvung dieses Mördergeistes helfe." "Wie stellen Sie sich das vor?" "Ihr kennt meine Fähigkeiten. Ihr wisst, dass ich ganz nach Art der Elben dinge zu sehen vermag, die sonst niemand sieht. Meine Sinne sind stärker als die jedes Menschen, und ich kann es kaum ertragen, wenn ich die sogenannten Hüter der Ordnung bei ihrer Arbeit sehe, die sie so langsam und mit so wenig Erkenntnisgewinn verrichten. Das Offensichtliche sehen sie nicht.
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Seit mehr als einem Jahrtausend durchstreift Branagorn der Elbenkrieger die Niederungen unserer Welt. Er ist auf der Suche nach der schönen Cherenwen, seiner vor langer Zeit verlorenen Liebe, und gleichzeitig auf der Flucht vor dem Traumhenker, der ihn durch die Zeiten verfolgt und dabei eine blutige Spur hinterlässt.
In unserer Zeit fühlt sich Branagorn einsam und missverstanden. Was ist das auch für eine Welt, in der die Menschen Namen wie Freckenbrede, Tornhöven oder Winkelströter tragen? Die meisten Häuser der Gegend, in der Branagorn leben muss, sind mit roten Klinkersteinen verblendet und ihre Bewohner bezeichnen sich selbst – nicht ohne Koketterie - als stur und dickfellig.
Im Münsterland gilt Branagorn als Fall für die Psychiatrie der Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Lengerich unweit von Münster. In den zwei Türmen der Klinik fühlt sich der Elbenkrieger, der sich mit Schwertern bewaffnet, bei seinen gelegentlichen Aufenthalten seltsam wohl und vertraut.
Doch der Traumhenker lässt ihn nicht los. Als während des traditionellen mittelalterlichen Marktes im kleinen Städtchen Telgte eine junge Frau ums Leben kommt, kann er den vermeintlichen Mörder beinahe stellen. Gehindert wird er daran durch den Kriminalhauptkommissar Sven Haller aus dem nahen Münster und die Kriminalpsychologin Anna van der Pütten. Sie ermitteln in einer Mordserie, die in Telgte einen weiteren traurigen Höhepunkt gefunden hat. Der offenbar geistesgestörte Täter sucht sich vor allem junge Frauen als Opfer und schneidet ihn nach ihrem Tod die Haare ab.... Haller und van der Pütten stellen Branagorn unwissentlich ruhig, als dieser sich den „Barbier“ genannten Serienmörder schnappen will. Der Elbenkrieger weicht fortan nicht mehr von der Seite der Polizei. Er weiss offenbar etwas, aber niemand nimmt ihn so recht ernst, gerade weil der Psychologin van der Pütten seine wahre bürgerliche Identität als persönlichkeitsgestörter Frank Schmitt bekannt ist. Branagorn macht sich selbst auf die Jagd nach dem Mörder, und dabei scheint ihm der Umstand, dass er aus einer anderen Welt zu kommen meint, eine Reihe von Vorteilen gegenüber den professionellen Ermittlern zu verschaffen. Während die Polizisten sich bei ihren Untersuchungen zunehmend verzetteln und der „Barbier“ schon wieder nach einem weiteren Opfer zu greifen droht, stellt sich Branagorn dem Traumhenker in einem furiosen Finale.
Autor Alfred Bekker hat sich als Heftromanschreiber im Krimi-, SF- und Horror-Genre hervorgetan, der 48-Jährige hat zudem historische Bücher und Fantasy-Romane verfasst und ferner Jugendbücher vorgelegt. Sein Buch „Der Teufel von Münster“ ist der Versuch, das Phantastische mit den Zutaten des Regionalkrimis zu vermengen – Mystery meets Münsterland. Im Kölner Emons-Verlag, der seit 1984 Regionalkrimis verlegt und gewissermaßen als Schöpfer dieser Spielart des Kriminalromans gilt, ist Bekkers Buch gut aufgehoben.
Der Versuch des Autors, die Fantasy-Welt in die rational bestimmte Wirklichkeit der Kriminalermittler glaubwürdig einbrechen zu lassen, ist gleichwohl gescheitert. Zu mächtig wirken Vernunft und Wissenschaft beispielsweise in der Kriminalpsychologin Anna van der Pütten. Es reicht nicht für ein „Es könnte ja sein-Gefühl“, selbst wenn die Figur des Elbenkriegers Branagorn in ihrer Irrationalität vollkommen stimmig geschildert wird. Für den Leser kommen an keiner Stelle Zweifel auf, dass Branagorn etwas anderes als ein Halbverrückter ist, der seine geistige Gesundheit in seiner Vorstellungswelt verloren hat.
„Der Teufel von Münster“ ist dennoch aber auch ein gut und flott geschriebener, wirklich spannender Kriminalroman, der mit zahlreichen falschen Verdächtigen und überraschenden Wendungen aufwarten kann. Alfred Bekker beweist zudem Routine und Humor, vor allem wenn es um das Lokalkolorit geht, das er als gebürtiger Münsterländer natürlich in allen Einzelheiten zu schildern weiß.Lesen Sie weiter... ›
Der handwerklich und künstlerisch außerordentlich gelungene Regionalkrimi „Der Teufel von Münster“ nimmt den Leser mit auf die Reise durch verschiedene Dörfer und Städte des Münsterlandes.
Die münstersche Polizei sucht in dem Roman den Mörder, der im Laufe der letzten Jahre mehrere junge Frauen ins Jenseits befördert hat. Unterstützt werden die Beamten dabei von der Kriminalpsychologin Anna van der Pütten und einem ihrer Patienten, der sich für die historische Figur Branagorn von Corvey hält - oder bei der sich um diese handelt. Diese Ambivalenz durchzieht den gesamten Roman.
Der so genannte gesunde Menschenverstand weiß, dass der hochbegabte Branagorn ein „Spinner“ ist. Aber was wissen wir Menschen wirklich und absolut sicher? Nichts, trotz unserer scheinbar allumfassenden Wissensdatenbanken und weltweiten Vernetzung.
„Wer ist schon fähig, darüber zu richten, was der Traum, was der Wahn und was die wirkliche Welt ist - außer dem Herrn?“ (Teil eines dem Krimi vorangestellten Zitates)
Mich hat Branagorn, der Ermittler mit dem Schwert und der seltsam gestelzten Sprechweise, mitunter an den genialen Kriminalisten „Monk“ aus dem Fernsehen denken lassen, der gewiss auch ein wenig sonderbar ist. Aber sind wir das nicht alle in manchen Momenten? Monk habe ich ins Herz geschlossen; Branagorn hat viel von diesem wunderbaren, obgleich sehr anstrengenden Menschen.
Überhaupt gefiel mir die sehr fundierte psychologische Komponente in Alfred Bekkers Buch, die auf gründliche Recherche schließen lässt. Da wurde nicht nur einfach drauflos fabuliert, sondern bereits vor dem Schreiben gut „ermittelt“ und geplant....
Komik ist ein weiteres essentielles Element in dem Krimi. Beispielsweise trifft Branagorns Diktion auf die lässig-unverblümte Sprechweise junger Migranten in Kinderhaus. Trotzdem versteht man sich letzten Endes. Steifes Beamtendeutsch kollidiert mit der Maulfaulheit von Münsterländern - in Kattenvenne, wo sonst.
„Issoben“, sagte Herr Möller in der ihm eigenen Sprechweise. „Hinführen!“, äffte Haller seine Einwort-Sprechweise nach. „Hä?“ „Jetzt!“ „Echt?“ „Echt!“ „Washattergemacht?“ „Das können Sie demnächst in der Zeitung nachlesen.“
Alles in allem möchte ich den „Teufel von Münster“ gern allen Lesern - und nicht nur den „sturen Westfalen“ aus unserer Gegend :-) - ans Herz legen.Lesen Sie weiter... ›