Dieses Buch möchte als ein Plädoyer verstanden werden und darum ist es nicht unbedingt besonders sachlich. Der ehemalige Richter und Staatsanwalt Heribert Prantl beschreibt in diesem Buch die momentane rechtliche Lage in den USA und in Europa als Reaktion auf den Terrorismus wie diese sich immer weiter von den Errungenschaften der Menschen- und Bürgerrechte weg bewegt. Er setzt sich dabei mit so wichtigen Themen wie Folter, Überwachung, Asylrecht und Stafmaß auseinander, sowie dem Menschenbild, das einem bestimmten Strafrechtsdenken zugrunde liegt. Dabei wird sowohl eine historische wie auch eine globale Perspektive eingenommen, was den Leserinnen und Lesern bei dieser Themendichte eine Menge Vorwissen abverlangt, besonders, da der Autor gerne mit etwas ausgefalleneren Metaphern und Vergleichen arbeitet.
Sehr informativ, aber auf Grund des polemisch-rhetorischen Beiwerks, das nun mal zugegebenermaßen zu einem Plädoyer oft dazugehört, nicht unbedingt leicht zu konsumieren. Zum Glück gibt es am Ende noch eine hilfreiche Literaturliste, mit der man einige faktische Lücken füllen kann. Als Plädoyer ein wichtiger Diskussionsbeitrag, der hoffentlich viele zum (Mit)denken anregt.