Die Geschichte des Terminal Man ist nur insofern interessant, als daß man noch nicht weiß, daß er sie selbst inzeniert, verlängert und theatralisiert. Es ist ein entäuschendes Buch über einen ehemaligen Slawikstudenten aus dem Iran, dessen Lebensweg wahrlich einen schlechten Abzweig aufweist. Allerdings ist er selbst bestrebt, jede Hilfe erfolgreich abzulehnen und sich im Ergebnis seiner selbstbestrafenden Last bemitleidend zu suhlen. Die Erzählform fesselt nur an das erste Zehntel des Buches, die erzählte Geschichte ist im Verlauf langweilig und geprägt von der Selbstinzenierung eines künstlich verursacht und verlängerten Schicksals. Sumasumarum bleibt einem der cerebrale Horizont des Autors verschlossen. Schauen Sie den Film von Spielberg an (der einzig den Handlungsplatz mit der orginalen Geschichte gemein hat), oder lassen Sie sich das Buch schenken (und lesen Sie selbst, warum Spielberg die Geschichte so nie hätte erfolgreich verkaufen können).
Ohne Zweifel kann man den selbsternannten "Alfred" als Flüchtling bezeichnen. Die beschriebene Tortur seiner Flucht allerdings hat er selbst zu einem erheblichen Teil zu verantworten. Es ist insofern fraglich, ob das mediale Theater um den Terminal-Mann ungerechtfertigt gegenüber tatsächlich schicksalhaften Negativerlebnissen von Flüchtlingen ist.
Teilweise sind die Forderungen des selbsternannten "Alfred" dermaßen unnachvollziehbar, daß er unsympatisch wirkt und der Schluß naheliegt, man könne dem Geschädigten selbst mit Schenkung von Zepter und Krone nicht genüge tun. Seine falsche Eitelkeit zieht die Nöte von Emigranten in ein schlechtes Licht und trägt nicht zur positiven Auseinandersetzung bei.
Leider kann ich für die Erzählform nicht NULL STERNE verteilen, daher ein aufgezwungener Stern der ausschließlich für die Geschichte gilt.