Über den Inhalt:
An sich ist die darin erzählte Geschichte sehr spannend, da es um einen Anschlag auf den Pharao und Mord an zweier seiner Untertanen geht.
In einer Prozession stirbt auf mysteriöse und qualvolle Weise der Mundschenk Buphagos. Die Isispriesterin Samu und der griechische Arzt Phillipos interessieren sich für die Aufklärung des Falles, zu dem sich ein weiterer gesellt, der die Lieblingsmätresse des Pharaos, Thais, als Opfer auserkoren hat. Sie finden heraus, dass ein Präsent für den Pharao Auslöser der Tode ist - vergiftetes Kohl (nicht Gemüse, sondern schwarze Schminkpaste, die um die Augen angebracht wurde). Dieses war in einer goldenen Statue aufbewahrt, welche sich der Mundschenk widerrechtlich angeeignet hatte und dann aus seinem Erlass an Thais weitervererbt worden ist.
Da sowohl die Isispristerin als auch der Arzt in Ungnade gefallen sind, werden sie mit der unglückseeligen Mission fortgeschickt, nach dem Absender des tödlichen Geschenks zu fahnden. Beide versuchen dies nicht im Team sondern jeweils auf eigene Faust, ohne sich bei ihren Schritten jeweils abzusprechen und geraten dabei selbst in tödliche Gefahr.
Zu der Art, wie der Roman geschrieben worden ist:
Vorweg genommen, ich fand den Roman eher durchschnittlich; große Spannung, die den Leser zum Weiterlesen zwingt, kam im Großen und Ganzen nicht auf. Der einzige Antrieb besteht darin herauszufinden, wer nun der 'Mörder' (also der Absender) ist, aber die Geschichte um die Aufklärung selbst ist jetzt spannungsmäßig nicht sehr berauschend, weil sich teilweise der Ausgang mancher schwieriger Lagen ergibt.
Die ersten 100-120 Seiten (von knapp 300) habe ich mich fast schon gequält, das Buch zu lesen. Am Anfang ist der Roman eher verwirrend. Grund dafür ist zum einen, dass sehr viele Leute vorgestellt werden, zum anderen, dass "Spezialwortschatz" sehr häufig angewandt wird. Darunter fasse ich fremdsprachige Bezeichnungen zusammen, welche z.B. aus dem Griechischen entnommen wurde. Beispiel dafür: Hetaire (für Freudenmädchen). Einige Begriffe sind nach dem Genuss des Lateinunterrichts an der Schule geläufig, andere wiederum vollkommen neu. Gut ist allerdings, dass am Ende des Buches ein Glossar über diese Begriffe angefügt wurde (doch wer hat bei dem Lesen eines Romans Lust auf Lexikonnachschlagen?), jedoch verliert man dadurch dennoch viel zu oft den Faden. Im Laufe des Buches reduziert sich aber die Häufigkeit dieser Worte erheblich, womit das flüssige Lesen wieder gut möglich wird.
Nach den oben genannten 100-120 Seiten hat man sich in den Roman eingefunden. Die Handlung ist allerdings ziemlich sprunghaft, nicht zuletzt dadurch, dass ein ständiger Perspektivenwechsel (innerhalb der Kapitel) zwischen den zwei Hauptcharakteren Samu und Phillipos vollzogen wird, welcher jeweils in der Ich-Perspektive vonstatten geht. Manchmal merkt man erst im 2. oder 3. Satz, dass da sich die Hauptperson geändert hat. Zudem hat man auch gar nicht das Gefühl, dass die Handlung eine Richtung aufweist, alles wirkt chaotisch und durcheinander, man kann kaum das wichtige von dem eher unwichtigeren unterscheiden.
Erst später merkt man, worauf das Ganze heraus geht, was nun genau folgt. Durch die Unwissenheit (und die Gedanken) der beiden Hauptcharaktere kommt man immer wieder auf neue Pfade, neue Vorstellungen; dadurch verliert die Geschichte meines Erachtens zu viel an Spannung. Dennoch ist das Ende überraschend, aber viel zu schnell. Wenn man sich die "Einleitung" mit ca. 100 Seiten ansieht, ist das "Ende" mit ca. 20-30 Seiten zu kurz geraten. Leider aber ist das Ende zudem noch sehr offen und unbefriedigend. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass da was fehlt; wie es weiter geht, bleibt im Dunkeln. Zwar gibt es eine gewisse Andeutung in den letzten Zeilen, aber die ist leider auch nur sehr wage.
FAZIT: Ich kann das Buch nur bedingt weiterempfehlen. Es ist leider nur Durchschnitt, bietet aber dennoch einen interessanten Einblick in das Leben zu "Zeiten Kleopatras", die leider nur bestenfalls eine Statistenrolle übernimmt.