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Der Teil und das Ganze: Gespräche im Umkreis der Atomphysik [Taschenbuch]

Werner Heisenberg
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Teil und das Ganze – Gespräche im Umkreis der Atomphysik
OA 1969 Form Sachbuch Bereich Physik und Philosophie
1969 zeichnete Heisenberg durch die exemplarische Wiedergabe autobiografischer Gespräche die Entwicklung der Atomphysik in den zurückliegenden 50 Jahren auf. Mit dem Buch wollte er das Verständnis für die naturwissenschaftliche Disziplin fördern und grundlegende philosophische, ethische und politische Diskussionen und Zusammenhänge verdeutlichen.
Inhalt: Die 20 Kapitel umfassen den Zeitraum von 1919 bis 1965 und sind chronologisch angeordnet. Die Gespräche sind nicht wörtlich wiedergegeben; vielmehr hat der Verfasser sie gestrafft und manchmal auf historische Detailgenauigkeit verzichtet. Lediglich Briefstellen sind im Wortlaut angeführt.
Fragen erörtern die Gesprächspartner im beruflichen, aber auch im privaten Umfeld, persönliche und wissenschaftliche Erfahrungen sind dabei eng miteinander verbunden. So führt der Autor mit Oskar Klein (1894–1977) und Hendrik Kramers (1894–1952) ein Gespräch über das Verhältnis zwischen Biologie, Physik und Chemie u. a. auf einer Segelpartie.
Als zentrale Punkte in Heisenbergs Erinnerungen erweisen sich die Gespräche mit einigen zeitgenössischen Physikern, u. a. Niels Bohr (1885–1962), Albert R Einstein und Erwin Schrödinger (1887–1961). Die Gesprächspartner diskutieren u. a. über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion. Bohr ist die Vorstellung eines persönlichen Gottes fremd, aber anders als Paul Dirac (1902–84) betont er, dass Sprache in der Religion in ganz anderer Weise als in der Wissenschaft gebraucht werde. Mit Grete Hermann (1901–84) und Carl Friedrich von R Weizsäcker führt Heisenberg in Leipzig philosophische Gespräche über die Philosophie von Immanuel R Kant, die sie der neuen, durch die Quantenmechanik entstandenen Erkenntnissituation gegenüberstellen.
Als Heisenberg nach ersten Amtsenthebungen seiner Kollegen durch die Nationalsozialisten 1933 bei Max Planck (1858–1947) Rat sucht, sagt dieser nach einem Gespräch mit Hitler zu Heisenberg: »Ich habe keine Hoffnung mehr, dass sich die Katastrophe für Deutschland ... noch aufhalten lässt.« Dennoch bestärkt er Heisenberg, in Deutschland zu bleiben, um eine fernere Zukunft vorzubereiten. Die Beteiligung an der Erklärung der »18 Göttinger« vom 16.4.1957 und der Streit mit Konrad Adenauer (1876–1967) um die Frage einer eventuellen atomaren Bewaffnung der Bundeswehr zeigen, dass er diesen Weg konsequent gegangen ist.
Wirkung: Die durch Heisenberg Mitte der 1920er Jahre eingeleitete Entwicklung der Quantenmechanik hatte nicht nur die Neuausrichtung der Physik und der Naturwissenschaften zur Folge, sondern auch einen Umsturz des bisherigen Weltbildes. Wenngleich Heisenberg seine größte Wirkung durch die wissenschaftliche Arbeit an den Grundlagen der Quantenmechanik entfaltete, hat doch seine Arbeit an erkenntnistheoretischen, wissenschaftshistorischen, ethischen, philosophischen und politischen Fragen, sowie an der Vermittlung der Wissenschafts-Ergebnisse erhebliche Bedeutung für Verständnis und Akzeptanz einer durch die Naturwissenschaften geprägten Weltsicht. Ein beträchtlicher Teil dieser Wirkung geht auf das Buch zurpück. G. W.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Heisenberg, Werner dt. Physiker *5.12.1901 Würzburg, †1.2.1976 München Der Teil und das Ganze - Gespräche im Umkreis der Atomphysik, 1969 Der Name Werner Heisenberg ist vor allem mit der Entwicklung und Begründung der Quantenmechanik verbunden. Heisenberg, Sohn eines Gymnasiallehrers, nahm 1920 das Studium der Physik bei Arnold Sommerfeld (1868-1951) in München auf. Nach der Promotion habilitierte er sich 1924 in Göttingen bei dem Physiker Max Born (1882-1970). In der bahnbrechenden Arbeit Über quantentheoretische Umdeutung kinematischer und mechanischer Beziehungen (1925) formulierte er sein Prinzip, dass zur Beschreibung physikalischer Sachverhalte nur "prinzipiell beobachtbare" Größen verwendet werden dürfen. 1926/27 arbeitete Heisenberg bei Niels Bohr (1885-1962) in Kopenhagen als Assistent und Lektor. Ab 1927 hatte Heisenberg eine Professur in Leipzig inne, 1932 erhielt er den Physiknobelpreis für die Begründung der Quantenmechanik. Heisenberg publizierte zahlreiche weitere Arbeiten über Quantenfeldtheorie, Kernphysik, kosmische Strahlung, Hochenergiephysik und gestaltete die Grundlagen der Kern- und Elementarteilchen-Physik mit. Obgleich er den Antisemitismus ablehnte und Angebote aus den USA hatte, blieb er im nationalsozialistischen Deutschland und arbeitete auch am Projekt des Heereswaffenamtes zur Anwendung der Uranspaltung. Nach dem Krieg und der Entlassung aus der Internierung stützte er den Wiederaufbau der Forschung. Biografie: D. Cassidy, Werner Heisenberg - Leben und Werk, 1992; A. Herrmann, Werner Heisenberg (rm 50240).

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es mag etwa im Frühjahr 1920 gewesen sein. Der Ausgang des Ersten Weltkrieges hatte die Jugend unseres Landes in Unruhe und Bewegung versetzt. Die Zügel waren den Händen der zutiefst enttäuschten älteren Generation entglitten, und die jungen Menschen sammelten sich in Gruppen, kleineren und größeren Gemeinschaften, um sich einen neuen eigenen Weg zu suchen oder wenigstens einen neuen Kompaß zu finden, nach dem man sich richten konnte, da der alte zerbrochen schien. So war ich an einem hellen Frühlingstag mit einer Gruppe von vielleicht zehn oder zwanzig Kameraden unterwegs, die meisten von ihnen jünger als ich selbst, und die Wanderung führte, wenn ich mich recht erinnere, durch das Hügelland am Westufer des Starnberger Sees, der, wenn eine Lücke im leuchtenden Buchengrün den Blick freigab, links unter uns lag und beinahe bis zu den dahinter sichtbaren Bergen zu reichen schien. Auf diesem Weg ist es merkwürdigerweise zu jenem ersten Gespräch über die Welt der Atome gekommen, das mir in meiner späteren wissenschaftlichen Entwicklung viel bedeutet hat. Um verständlich zu machen, daß in einer Gruppe fröhlicher, unbekümmerter junger Menschen, die der Schönheit der blühenden Natur weit geöffnet waren, solche Gespräche geführt werden konnten, muß vielleicht daran erinnert werden, daß der Schutz durch Elternhaus und Schule, der in friedlichen Epochen die Jugend umgibt, durch die Wirren der Zeit weitgehend verlorengegangen und daß, gewissermaßen als Ersatz, eine Unabhängigkeit der Meinung in ihr entstanden war, die sich ein eigenes Urteil auch dort zutraute, wo dafür die Grundlagen noch fehlen mußten.

Einige Schritte vor mir ging ein blonder, schön gewachsener Bursch, dessen Eltern mir früher einmal die Unterstützung seiner Schularbeiten aufgetragen hatten. Noch im Jahr vorher hatte er als Fünfzehnjähriger im Straßenkampf die Munitionskästen geschleppt, als sein Vater mit einem Maschinengewehr hinter dem Wittelsbacher Brunnen in Stellung lag und an den Kämpfen um die Räterepublik München teilnahm. Andere, darunter ich selbst, hatten vor zwei Jahren noch als Knechte auf Bauerngütern im Bayerischen Oberland gearbeitet...

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