oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
Jetzt eintauschen
und EUR 4,25 Gutschein erhalten
Eintausch
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der Tausendfältige Gedanke. Der Krieg der Propheten 03. [Gebundene Ausgabe]

R. Scott Bakker , Andreas Heckmann
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 24,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Nur noch 2 auf Lager (mehr ist unterwegs).
Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Klappentext

Der Heilige Krieg ist der Name des riesigen Heeres, welches der Vorsteher der Tausend Tempel zusammengerufen hat, um die heilige Stadt Shimeh von den Heiden zu befreien. In Windeseile hat sich die Kunde davon im Gebiet der drei Meere verbreitet und fast alle Völker und Stämme haben sich ihm angeschlossen.

Schon bald aber übernimmt ein seltsamer Prophet mit Namen Anasurimbor Kellhus eine Führungsrolle innerhalb des gewaltigen Unterfangens, das von politischen Intrigen und Machenschaften der Könige und Stammesfürsten begleitet wird. Ist dieser Kellhus aber ein bloßer Scharlatan und verfolgt ganz andere, eigene Ziele? Zu Beginn des Dritten und letzten Bandes steht der riesige Kriegszug nun vor dem Heiligen Shimeh. Die Krieger und Hexenmeister der verschiedenen magischen Orden bereiten sich darauf vor, die letzte entscheidende Schlacht zu schlagen. Das Schicksal hängt aber nicht nur an dem Gefecht der Krieger und Zauberer, sondern noch viel mehr an der Logik des »Tausendfältigen Gedankens«. Zu Brüdern wird man nicht, indem man Brot, sondern indem man Feinde bricht, wie die Aioni sagen.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

R. Scott Bakker wurde 1967 als Sohn eines Tabakpflanzers in Simcoe, Kanada geboren und verbrachte seine Jugend damit, die Wälder im Norden des Lake Erie zu erkunden oder in heißen Sommern auf dem Feld zu arbeiten. Er hat einen Bachelor of the Arts in englischer Sprache und Literatur und einen Master of the Arts in Theorie & Kritik; gegenwärtig promoviert er in Philosophie an der Vanderbilt University und lebt in London, Ontario. R. Scott Bakker ist der Shooting Star der internationalen Fantasy - von Kritikern und Lesern gleichermaßen mit Lob überhäuft. "Der Krieg der Propheten" ist seine erste Trilogie, die in den USA und Kanada von den Lesern und der Presse begeistert aufgenommen wurde.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

LESEPROBE 3. Kapitel: Caraskan Wenn Ruß deinen Kittel beschmutzt, färbe ihn schwarz. Das ist Vergeltung. Aus den Briefen des Ekyannu Hier finden wir einen weiteren Beweis für Gotaggas Hypothese, die Erde sei rund. Wie anders nämlich könnten alle Männer höher stehen als ihre Brüder ? Ajencis: Abhandlung über den Krieg Caraskand, Vorfrühling 4112 Die Trockenzeit - in der Steppe verriet sie ihr Kommen durch das Auftauchen der Lanze unter den Sternbildern am nördlichen Horizont, dadurch, wie rasch die Milch sauer wurde, und durch die ersten Vorboten des Caünnu, des Mittsommerwinds. Zu Beginn der Regenzeit durchstreiften die Hirten der Scylvendi die Steppe auf der Suche nach sandigem Boden, auf dem das Gras schneller wuchs. Wenn der Regen stärker wurde, trieben sie ihre Herden auf härtere Böden, wo das Gras langsamer wuchs, aber länger grün blieb. Wenn die heißen Winde die Wolken schließlich vom Himmel fegten, folgten sie einfach dem Futter und suchten nach wilden Kräutern und kurzem Gras, die das zarteste Fleisch und die beste Milch ergaben. Dabei blieb immer der eine oder andere Hirte auf der Strecke - vor allem diejenigen, die zu gierig waren, um eigensinnige Tiere aus der Herde zu nehmen. Halsstarriges Vieh konnte eine ganze Herde in überweidete Gebiete oder von Schädlingen befallene Gegenden führen. Jedes Jahr kam ein Dummkopf ohne Pferd oder Vieh vom langen Zug durch die Steppe zurück. Cnaiür wusste inzwischen, dass er dieser Dummkopf war. Ich habe ihm den Heiligen Krieg gegeben. Im Ratssaal des toten Sapatishah saß Cnaiür in einer der oberen Reihen, die den Ratstisch umgaben, musterte den Dûnyain und bemühte sich, den Inrithi auf den Sitzen ringsum keine Beachtung zu schenken. Dabei wurde er aber fortwährend angesprochen, ja beglückwünscht. Ein närrischer Lehnsmann aus Ce Tydonn besaß sogar die Frechheit, ihm das Knie zu küssen - das Knie ! Immer wieder riefen sie »Scylvendi !«, als wollten sie ihm damit ihre Ehrerbietung erweisen. Der Kriegerprophet saß zwischen den von der Decke hängenden, schwarzgoldenen Bannern auf einem eigens errichteten Podium, sah also auf die am Ratstisch versammelten Hohen Herren herab. Sein Bart war geölt und geflochten, sein flachsblondes Haar fiel ihm auf die Schultern. Unter seiner steifen, knielangen Robe trug er ein weißes Seidengewand, das mit Silberblättern und grauen, sich verzweigenden Ästen bestickt war. Im Licht der Kohlenbecken, die um ihn herum aufgestellt waren, wirkte er durchsichtig, fast übernatürlich: ganz und gar wie der andersweltliche Prophet, der er zu sein behauptete. Sein leuchtender Blick wanderte durch den Saal und sorgte dort, wo er verweilte, für Flüstern und tiefes Luftholen. Zweimal ruhte sein Augenmerk auf Cnaiür, der jedes Mal wegsah und sich darüber bitter ärgerte. Der Hexenmeister - dieser weichherzige Clown, den alle für tot gehalten hatten - stand vor dem Podium zur Linken des Dûnyain. Er trug eine knöchellange, tiefrote Weste über einem weißen Leinenkittel. Anders als die Übrigen war er immerhin nicht aufgedonnert wie die Konkubine eines Sklavenhändlers. Aber seinen Blick erkannte Cnaiür wieder: Auch er schien nicht recht an das Los glauben zu können, das ihm das Schicksal zugeteilt hatte. Der Häuptling hatte Uranyanka, der eine Reihe unter ihm saß, sagen hören, Drusas Achamian sei jetzt der Wesir des Kriegerpropheten, sein Lehrer und Beschützer also. Egal, was er war - im Vergleich zum ausgezehrten Adel der Inrithi wirkte er schamlos übergewichtig. Vielleicht, dachte Cnaiür, braucht der Dûnyain einen massigen Körper als Schutz gegen Angriffe der Rathgeber oder der Cishaurim. Die Hohen Herren saßen wie früher am Tisch, nun aber ohne den Hochmut, der ihrem Stand eignete. Waren die Edelleute des Heiligen Kriegs einst zankende Könige gewesen, so waren sie jetzt nicht viel mehr als Berater, und das wussten sie. Meistens schwiegen sie nachdenklich. Gelegentlich flüsterte einer seinem Nachbarn etwas ins Ohr, aber das war es auch schon. Im Laufe eines einzigen Tages war die Welt dieser Männer in den Grundfesten erschüttert, ja umgestürzt worden. Darüber ließ sich einerseits staunen, wie Cnaiür nur zu gut wusste, doch es rief andererseits auch eine beinahe lächerliche Ungewissheit hervor. Erstmals standen sie auf weglosem Gebiet und sahen alle den Dûnyain an, damit er ihnen den Weg zeige. Ähnlich hatte Cnaiür einst Moënghus angeschaut. Während die letzten Niederen Herren in den ansteigenden Reihen nach Plätzen suchten, ging das gedämpfte Murmeln in ein gespanntes Schweigen über. Die Atmosphäre unter der Kragsteinkuppel schien bleischwer vor allgemeinem Unbehagen. Cnaiür begriff, dass die Gegenwart des Kriegerpropheten für diese Männer zu viel Unantastbares zusammenbrechen ließ. Wie konnten sie noch reden, ohne zu beten ? Wie widersprechen, ohne Gott zu lästern ? Selbst das Vorhaben, ihn beraten zu wollen, würde als Überheblichkeit erscheinen. Unter dem Schutz ihrer unerhörten Gebete hatten sie sich für fromm gehalten. Nun aber waren sie erstaunt wie prahlende Schwätzer, die den Helden ihrer Erzählung plötzlich in ihrer Mitte sehen. Und dieser Held konnte alles sagen und ihre liebsten Einbildungen auf den Scheiterhaufen seines Verdikts werfen. Was sollten sie tun - die Frommen und Selbstgerechten ? Was sollten sie nun tun, da ihre Heilige Schrift ihnen widersprechen konnte ? Fast hätte Cnaiür laut gelacht, doch er senkte nur den Kopf und spuckte zwischen die Knie. Es scherte ihn nicht, ob andere an seinem Hohnlächeln Anstoß nahmen. Es ging hier nicht um Ehre, sondern um Überlegenheit, schrankenlose, hoffnungslose Überlegenheit. Es gab keine Ehre, es gab nur Wahrheit. Oder etwa nicht ? Die unerträgliche Liturgie und das Gepränge, ohne das die Inrithi in Glaubensdingen offenbar nicht auskamen, begann mit Gotians Vortrag des Tempelgebets. Er stand steif da wie ein Jüngling in seinem frisch geschneidert anmutenden Gewand aus weißem Tuch, dessen komplizierter Besatz mit jeweils zwei goldenen Stoßzähnen bestickt war, die einander in einem goldenen Kreis kreuzten, ähnlich wie es auf dem Zirkumfix zu sehen war. Seine Stimme zitterte, und einmal musste er vor Ergriffenheit innehalten. Beklommen blickte Cnaiür im Saal umher und staunte darüber, dass diese Männer eher weinten als jubelten. Erstmals fühlte er mit allen Sinnen, welche Entschlossenheit sie antrieb. Er hatte sie gesehen, hatte sie auf den Feldern vor Caraskand beobachtet: ihre verrückte Entschiedenheit, die selbst seine Utemot beschämen konnte. Er hatte Männer beim Vorwärtsstolpern gekochtes Gras erbrechen sehen und beobachtet, wie andere, die kaum laufen konnten, sich in die Waffen der Heiden stürzten, nur um ihnen den Schneid abzukaufen ! Er hatte Männer lächeln, ja jauchzen sehen, als die Mastodonten sie zertrampelten. Er konnte sich an den Gedanken erinnern, diese Inrithi seien das wahre Volk des Krieges. Cnaiür hatte es gesehen, aber nicht verstanden - jedenfalls nicht mit allen Konsequenzen. Was der Dûnyain hier bewirkt hatte, würde nie ungeschehen gemacht werden. Selbst wenn der Heilige Krieg untergehen sollte: Die Kunde von diesen Ereignissen würde überleben. Tinte und Pergament würden diesen Irrsinn unsterblich machen. Kellhus hatte diesen Männern mehr als Gesten und Versprechen gegeben, sogar mehr als Verständnis und Führung. Er hatte ihnen Herrschaft über ihre Zweifel und ihre meistgehassten Feinde verliehen. Er hatte sie stark gemacht. Aber wie konnten Lügen all das bewerkstelligen ? Die Welt dieser Männer war ein Fiebertraum, eine Illusion. Und doch erschien sie ihnen (das wusste Cnaiür sehr wohl) so wirklich, wie ihm seine Welt wirklich vorkam - bis auf den beunruhigenden Unterschied, dass er die Ursprünge ihrer Welt bis ins Letzte in der seinen aufspüren konnte, und zwar, weil er den Dûnyain kannte. Von allen hier Versammelten kannte nur er den trügerischen Grund unter ihren Füßen. Plötzlich nahm alles, was Cnaiür sah, doppelte...
‹  Zurück zur Artikelübersicht