Kurzbeschreibung
Seit seinen im Ungewissen liegenden Anfängen in den arrabales, jenen bescheidenen Vororten von Buenos Aires, vor mehr als hundert Jahren, hat der Tango einen langen Weg zurückgelegt, um schließlich zum Synonym und musikalischen Spiegel Argentiniens zu werden, dem Land, in dem er, so wie der Argentinier selbst, aus einer Mischung zwischen einheimischen und ausländischen Vorfahren hervorging. In diesem Standardwerk von Horacio Salas finden sich detaillierte Informationen über alle Aspekte der Kulturgeschichte des Tango: Seine Wurzeln, den Mythos der compadritos, jene Prototypen der damaligen Männerwelt, die Tanzstätten peringundines, die conventillos, Wohnbaracken, in denen die Immigranten zusammengefercht wohnten, das bandoneón, die guardia vieja der Tangomusiker, die ersten Tangodichter, den lunfardo, jener typische Slang, die Tangosänger, die Frauen, die großen Orchester, der Tanz, die musikalische und die ideologische Krise von Puristen gegenüber Modernen, die Thronbesteigung durch den tango nuevo u.s.w. Auf diesen Seiten ziehen seine wichtigsten Persönlichkeiten an uns vorüber: Villoldo, Arolas, Celedonio Flores, Pascual Contursi, Homero Manzi, Carlos Gardel, Enrique Santos Discépolo, Carlos Di Sarli, Aníbal Troilo, Homero Expósito, Osvaldo Pugliese, Astor Piazzolla, Susana Rinaldi und Roberto Goyeneche sind nur einige unter vielen weiteren berühmten Namen. Dieses Buch, dem es gelingt die ausgedehnte Bibliographie zum Thema, die in Argentinien existiert, zusammenzufassen, ist gleichzeitig ein zuverlässiges Nachschlagewerk für alle, die den Tango verstehen wollen. Seine Lektüre vergegenwärtigt uns die leidenschaftliche Entwicklung dieses kulturellen Phänomens bis in die heutige Zeit, in der wir den Tango in Tanz-, Konzert- und Vortragssälen der ganzen Welt finden können. Nur wenige Bücher, die sich mit dem Tango auseinandersetzen, gehen über eine reine Aufzählung von Informationen hinaus, deren Quellengrundlage noch dazu oft nicht ausreichend zitiert wird. Der Tango ist eine der wenigen Ausnahmen.
Der Tango, diese wahre Kulturleistung des Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts, ist dazu vorgeschlagen, durch die UNESCO zum ersten mündlich überlieferten und nicht materiellen Kulturerbe der Menschheit ernannt zu werden.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Klappentext
Horacio Salas kam in Buenos Aires zur Welt. Er ist Dichter, Essayist und Geschichtsschreiber. In den Jahren 1976 bis 1983 arbeitete er in Spanien als Chefredakteur der Zeitschrift Cuardernos Hispanoamericanos und schrieb außerdem vier seiner Bücher. Neben einigen in Spanien und Argentinien veröffentlichten Anthologien ragen unter seinen Gedichtbänden besonders Memoria del tiempo (1966), Mate pastor (1971) und Cuestiones personales (1985) hervor. Als Essayist veröffentlichte er unter anderem La poesía de Buenos Aires (1968), La España barroca (1978), Borges, una biografia (1994) und El Centenario (1996), von denen Letzterer den Premio Nacional de Ensayo gewann. Sein Buch El Tango hat in Argentinien (Editorial Planeta) bereits seine neunte Auflage erreicht. In Frankreich liegt es in der dritten (Éditorial Actes Sud) und in Italien (Garzanti Editore) in der zweiten Auflage vor. Kürzlich ist es ins Griechische übertragen worden (Poreia) und eine japanische Version ist in Vorbereitung. Das vorliegende Buch stellt die erste deutsche Ausgabe des Titels dar. 1996 bringt der Schweizer Verlag Patiño in einer französisch-spanischen Ausgabe seine Poésie Argentine du XXe siecle heraus. Teile seines Werkes sind in bisher dreizehn Sprachen übersetzt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden. Der Autor arbeitete als Zeitungs-, Radio- und Fernseh- Journalist wie auch als Universitätsdozent. Zwischenzeitlich hatte er das Amt des Staatssekretärs für Kultur der Stadt Buenos Aires inne und ist Mitglied der Academia Nacional del Tango, der Academia Porteña de Lunfardo und der Academia Argentina de la Historia. Von der französischen Regierung ist er mit dem Orden des Chevalier des Arts et des lettres ausgezeichnet worden. Zur Zeit wirkt er in Argentinien als Direktor des Fondo Nacional de las Artes.
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