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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Talmud
EZ 3.5. (8.) Jahrhundert n. Chr. OA 152023 (erste vollständige Ausgabe des babylonischen Talmud)DE 192936 (babylonischer Talmud), 197584 (Talmud Yerushalmi) Form Sammlung Heiliger Schriften Bereich Religion
Der Talmud (hebrä.: Studium, Lehre), die hebräisch-aramäische Kommentierung und Ergänzung der Mischna durch die die rabbinischen Gelehrten des 3.5. Jahrhunderts n. Chr., ist das Hauptwerk des jüdischen Glaubens in nachbiblischer Zeit
Entstehung: Etwa im 2. Jahrhundert n. Chr. wurden in den rabbinischen Lehrhäusern Palästinas die mündlichen Traditionen, deren Ziel eine Anpassung des biblischen Religionsgesetzes an veränderte Lebensbedingungen war, in der Mischna (von »schana«, hebrä.: wiederholen, durch Wiederholung lernen) zusammengestellt. Sie wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. religionsgesetzliche Norm. Die folgenden Rabbinengenerationen Palästinas und Babyloniens, die Amoräer, widmeten sich einer weiteren Bearbeitung der Mischna. Ihre Lehren, niedergelegt in der Gemara (hebrä.: Vollendung), bilden mit der Mischna den Talmud (palästinensische und babylonische Version).
Die Rabbinen verstanden sich als Glied einer bis zu Mose zurückreichenden Traditionskette. In ihren Lehren sahen sie eine Entfaltung der göttlichen Offenbarung am Berg Sinai. Die in den beiden Talmudim festgehaltenen Traditionen betreffen vor allem das jüdische Religionsgesetz, die Halacha (hebrä.: Norm, Regel), das mit dem Ziel einer genauen Erforschung und Erfüllung des göttlichen Willens detailliert die verschiedensten Lebensbereiche regelt. Die Darstellung erfolgte in Form von Diskussionen. Außer der geltenden religionsgesetzlichen Entscheidung wurden auch abweichende Meinungen in den Text aufgenommen.
Neben die Halacha, und häufig vermischt mit dieser, traten in den Talmudim nichtgesetzliche Passagen, die Haggada (hebrä.: Erzählung), wie etwa Bibelauslegungen, Anekdoten aus dem Leben der Gelehrten, Legenden, historische und naturwissenschaftliche Erläuterungen.
Inhalt: Der palästinensische Talmud, Talmud Jeruschalmi (Jerusalemer Talmud) genannt, entstand nicht in Jerusalem, sondern in Tiberias, Sepphoris und Caesarea, den damaligen palästinensischen Zentren rabbinischer Gelehrsamkeit. Die Redaktion des Textes erfolgte in der ersten Hälte des 5. Jahrhunderts. Er enthält Kommentare zu 39 der insgesamt 63 Traktate der Mischna. Ein Sechstel des Werks bilden haggadische Stoffe. Der palästinensische Talmud war in Palästina, Ägypten und Nordafrika geltendes Recht, bevor er im 10./11. Jahrhundert vom babylonischen Talmud verdrängt und in den folgenden Jahrhunderten kaum noch studiert wurde. 1523 wurde er gedruckt.
Der Talmud Bavli, der babylonische Talmud, nach dem sich bis heute die Halacha richtet, wurde zum Talmud schlechthin. Bis ins 18. Jahrhundert wurde er vorrangig in jüdischen Lehrhäusern studiert. Er kommentiert 36 1/2 Mischna-Traktate. Aufgrund haggadischer Ergänzungen, die zwei Drittel des Textes ausmachen, ist er weit umfangreicher als der palästinensische. Während den Amoräern Palästinas für die Schriftauslegung eine eigenständige Literaturgattung, der Midrasch, zur Verfügung stand, wurde der gesamte Lehrstoff der babylonischen Akademien im Talmud gesammelt. Er erhielt dadurch den Charakter einer Enzyklopädie des babylonisch-rabbinischen Wissens. Die Redaktion des babylonischen Talmuds erfolgte vornehmlich im 5. Jahrhundert, doch wurde der Text weiter verändert und ergänzt, bis er in der Mitte des 8. Jahrhunderts als abgeschlossen angesehen wurde.
Wirkung: DerTalmud ist das wichtigste Zeugnis der geistigen und realen Welt des Judentums und diente ihm bis in die Neuzeit als enzyklopädisches Fundament allen Wissens und als Richtschnur für Bildung und Erziehung. M. K.