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Der Tag, an dem die Männer verschwanden
 
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Der Tag, an dem die Männer verschwanden [Gebundene Ausgabe]

James Canón , Sky Nonhoff
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover (1. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550087292
  • ISBN-13: 978-3550087295
  • Originaltitel: Tales from the town of widows and Chronicles from the Land of Men
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 128.103 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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James Cañón
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Eine bezaubernde, übermütige und an vielen Stellen auch erschütternde Geschichte, die Cañón mit Witz und bissiger Verve erzählt.« Washington Post »Bester magischer Realismus à la Márquez, Cortázar und Vargas Llosa, gewürzt mit einem popkulturellen Twist.« Kirkus Reviews »James Cañón ist ein begnadeter Erzähler! Beseelt von seinem gewichtigen Gegenstand wie Jonathan Swift, bezaubernd wie Gabriel García-Márquez und so intelligent wie Orhan Pamuk – sein Zorn aber, seine Empathie sowie sein wunderbarer Humor sind ganz und gar sein eigen.« Maureen Howard »James Cañón überzeugt durch seine Sprachkraft, seinen klaren, schlichten Stil, der nicht an einer einzigen Stelle zu kippen droht.« The New Yorker »Zauberhaft!« CELEBRITY/ 06/08 »..ein Berufener in jedem Fall: Sein Roman besticht durch Humor, Liebenswürdigkeit, Sensibilität und einen kritischen Verstand.« FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG / 04.06.08/ Julia Bähr »Cañón entwickelt ein buntes, überaus reiches Kaleidoskop an Charakteren und Geschichten. Seine Erzählweise erinnert stark an den großen Gabriel Garcia Márquez.« MITTELBAYERISCHE ZEITUNG/ Marion Koller/ 11.03.08 »Es geht auch ohne - sogar ganz wunderbar: Witzig und übermütig erzählt der Kolumbianer James Cañón in seinem Debüt .... Eine hinreißende Hommage an die Weiblichkeit.« FREUNDIN/ 09.04.08 »Mariquita könnte mal ein berühmter literarischer Ort werden wie das Macondo seines mit dem Nobelpreis geehrten Landsmannes Gabriel Garcia Marquez. Elemente des magischen Realismus würzen auch seinen Roman, den man nicht so schnell vergessen wird.« LAUSITZER RUNDSCHAU/ Klaus Wilke/ 07.04.08 »Es ist eine Freude, seine Sätze zu lesen; sein Stil ist knapp und schnörkellos, bisweilen essayistisch, was den teils skurrilen Figuren und Geschehnissen des Romans zugute kommt. Ein gelungenes Debüt, auf dessen Nachfolgewerk man gespannt sein darf.« MAIN-ECHO / Nina-Anna Beckmann/ 19.04.08 »Witzige Stoy mit ernstem Hintergrund.« GLAMOUR / 15.04.08 »Verschmitz hat Cañón das eigentlich regionale Schicksal beschrieben, doch so gekonnt in die lateinamerikanische Tradition gesetzt, dass man erstaunt ist über diesen rasanten Debütroman.« WIESBADENER KURIER/ 21.05.08 »Ein höchst unterhaltsamer, abenteuerlicher Roman, der sich gekonnt zwischen Realismus und Fantasie bewegt und todtraurige Tragödien mit aberwitzigen Anekdoten verbindet.« Kölner Illustrierte/ 06/08/ iwa »Was für eine herrlich verrückte Geschichte! Cañón erzählt so bunt und prachtvoll wie sein Landsmann Garcia Márquez.« FÜR SIE/ 27.05.08 »James Cañón erzählt diese Geschichte skurril, bezaubernd und in der prallen Tradition kolumbianischer Literatur.« BÜCHER/ 04/08/ GEN »Cañón ist mit seinem Romanerstling ein kraftvolles, ungemein intensives Meisterwerk gelungen, in dem Humor und Phantasie eine Liaison eingehen.« SALZBURGER FENSTER/ 11.06.08Hans-Jürgen Medicke »Nicht nur eine witzige Hommage an die Frauen, sondern ein kluges Buch über den Krieg« chrismon/ 07/08 »Ach, was für ein magischer Erzähler ist der Kolumbianer James Cañón. Sprachlich geradezu liebevoll, den Blick auf menschliche (Un-)Tiefen gestellt, stellt er nebenbei die Absurdität des Krieges bloß. Lesen!« NEUE PRESSE/ 01.07.08 rue »Eine Geschichte voll Witz, Ironie aber auch trauriger Momente. Einfach nur schön zu lesen.« AACHENER ZEITUNG/ Hannelore Wolter/ 28.06.08 »Das Geschehen bewegt sich, stets skrurriler werdend, zwischen Realismus und Fantasie; Episoden und Einzelporträts sind nicht nur voller Witz, Komik und Ironie, sie sind auch voller Melancholie und Schönheit. In klarer, schlichter Sprache schreibt Cañón von der Absurdität des Krieges. Und das in bester südamerikanischer Erzähltradition.« BUCHKULTUR/ August/September 2008/Karoline Pilcz »Wenn man das Buch gelesen hat, glaubt man, dass Cañón das Zeug zum ganz großen Erzähler á la Marquez hat!« AUGSBURGER ALLGEMEINE/ 26.07.08/Nicole Prestle

FREUNDIN/ 09.04.08

»Es geht auch ohne - sogar ganz wunderbar: Witzig und übermütig erzählt der Kolumbianer James Cañón in seinem Debüt ... Eine hinreißende Hommage an die Weiblichkeit.«

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Der Tag, an dem die Männer verschwanden, begann, wie ein typischer Sonntagmorgen in Mariquita..." So beginnt der großartige Roman von James Canón, der uns nach Kolumbien führt. Wir erfahren zuerst, wie so ein typischer idyllischer Sonntagmorgen in Mariquita aussieht, und erleben dann mit Schrecken, wie Guerrilleros in den Ort marschieren, um um Unterstützung zu bitten. Diese Unterstützung, in Form von Lebensmitteln und Geld, fällt aber so mager aus, dass die Guerrilleros vor lauter Wut, kurzerhand, alle männlichen Einwohner des Dorfes über 15 Jahre zwangsrekrutieren und in die Berge mitnehmen.
Das Dorf verwandelt sich in einen Ort der Witwen und in ein Tal der Tränen.
Ein Jahr später - der Wasserlauf ist eingetrocknet, die meisten Ernten verdorben und die Frauen und Kinder Hunger und Dürre ausgeliefert - nimmt Rosalba viuda (Witwe) de Patino das Heft in die Hand und erklärt sich zur Bürgermeisterin. Trotz ihrer Inkompetenz und größtenteils grotesken Verfügungen entwickelt sich Mariquita im Laufe der Jahre zu einer neuen blühenden Gemeinde.
All dies schildert uns James Canón mit einer Art von Humor und Herzenswärme, die seinesgleichen sucht. Er erzählt viele Geschichten, in denen immer wieder eine andere Dorfbewohnerin vorgestellt wird, so dass man am Ende des Romanes das Gefühl hat, man hätte selbst schon immer in Mariquita gelebt.
Allerdings will uns Canón auch nicht vergessen lassen, dass dieser Roman in Kolumbien spielt, in einem Land, in dem ein grausamer Bürgerkrieg geführt wird und so streut er zwischen den Kapiteln immer wieder kurze Berichte von Guerrilleros und Regierungssoldaten ein, die uns die grausame Realität Kolumbiens vor Augen führen.
Man kann den Namen von James Canón zu Recht in einem Atemzug mit Gabriel García Márquez, Isabel Allende und Giaconda Belli nennen. Er hat einen Roman in großer südamerikanischer Erzähltradition geschrieben, dem ich sehr viele Leser wünsche.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lesegern
Format:Taschenbuch
Der Roman "Der Tag, an dem die Männer verschwanden" ist eine gleichermaßen zu Tränen rührende, skurrile, humorvolle, schonungslose und wunderschöne Geschichte über einen aus der Not geborenen (und im Roman gelungenen) Versuch, ein Leben jenseits herkömmlicher Denk- und Verhaltensmuster völlig neu aufzubauen: eine andere Welt, von Frauen erdacht.
In diesem Sinne hält der Roman, was der Klappentext zu versprechen scheint: "Eine hinreißende Homage an die Weiblichkeit" (Freundin) zu sein.
In Wirklichkeit wird der PROZESS der Abnabelung von scheinbar hergebrachten (patriarchalischen) Prinzipien mit all seinen Hindernissen beschrieben, und erst am Ende wird die Vision von einer anderen Welt eröffnet. Daher liest sich der Roman am Anfang auch recht zäh, die eigentlichen Intentionen des Autors erschließen sich erst nach und nach.
Die Ausgangssituation und das sich daraus ergebende Problem: Wie soll die Gemeinde Mariquita, bisher ausschließlich von Männern geleitet, ohne Männer überleben? Denn an einem ganz gewöhnlichen! (Wahnsinn Bürgerkrieg) Tag, dem 15. November 1992, werden alle Männer entweder verschleppt oder, weil sie der Rekrutierung durch Guerilla-Truppen entfliehen wollen, getötet.
"Frau" versucht zuerst in die Fußstapfen "des Mannes" zu treten. So ernennt sich Rosalbe, die Witwe des örtlichen Polizeisergeanten, kurzerhand zur Bürgermeisterin und versucht durch Erlasse und Gesetze das Leben der Dorfgemeinschaft zu regeln. Aber alle Versuche, auf diese Weise das Dorf zu "retten" scheitern, so zum Beispiel auch die reglementierten Versuche den Nachwuchs zu sichern: Der Padre (einziger "richtiger", erwachsener und zeugungsfähiger Mann im Dorf) soll planstabsmäßig die gebärfähigen Frauen des Dorfes schwängern, was er trotz seines Hinweises auf das "Opfer", das er als Kirchenmann bringt, durchaus voller Lüsternheit und ganz und gar nicht zartfühlend "erledigt". Aber niemand wird von ihm schwanger. Auch ein von Rosalba initiierter Wettbewerb unter den noch nicht volljährigen vier Jugendlichen Che, Vietnam, Trotsky und Hochiminh um die Gunst, für männlichen Nachwuchs sorgen zu dürfen, wird auf wundersame und ziemlich groteske Weise (Lassen Sie sich überraschen!) vereitelt.
Die Witwen des Dorfes, allen voran Rosalba, müssen sich also etwas Neues einfallen lassen, wenn sie überleben wollen...

Dieser Roman ist unglaublich komplex, fast schon eine Parabel auf die schrecklichen Folgen verkrusteten, eingefahrenen Denkens, das sich vor allem auf die Eckpfeiler Macht/Unterdrückung und Kampf stützt. So wird in ausdrucksvoller, schonungsloser, ja sogar grausam-lakonischer Weise der Krieg, durch welches "Deckmäntelchen" auch immer legitimiert, ad absurdum geführt (Guerillas, Paramilitärs und Regierungstruppen eint in ihrem Tun nur eins: sinnlose Grausamkeit, die nur Opfer kennt, keine Sieger) ebenso wie die Jahrhunderte lang und durchaus auch von Frauengeneration zu Frauengeneration weiter gereichte und dadurch scheinbar legitimierte Rolle der Frau gegenüber dem Mann: "Virgilina war als Kind in die Obhut ihrer Großmutter gegeben worden, die ihr alles beigebracht hatte, was für ein künftiges Leben als Hausfrau, Dienstmädchen und Sklavin von Bedeutung war." (S. 182) Canón lässt es sich in seinem Roman nicht nehmen, fast jede eingefahrene und scheinbar als richtig oder rechtens anerkannte Meinung zu zerstören: neben der Legitimierung des Krieges und des tradierten Rollenverständnisses von Mann und Frau z.B. auch die Rolle der Religion und die scheinbare Überlegenheit heterosexueller Liebe gegenüber der gleichgeschlechtlichen. Die anrührendste Liebesgeschichte ist die zwischen zwei jungen Männern: Santiago und Pablo. Er zwingt den Leser regelrecht, die eigene Perspektive zu überdenken und gegebenenfalls zu verändern. Dies gelingt ihm sowohl durch das Aufzeigen von Absurditäten und Alternativen als auch, und vor allem, durch die wechselnden Perspektiven, aus denen erzählt wird. Auch ohne ausdrückliche Kommentare des Erzählers/der Erzähler zum Geschehen wird so die Sinnlosigkeit so mancher scheinbar unangreifbaren Überzeugung regelrecht entlarvt. Täte es nicht auch "unserer" Welt, in der die Ideen von freiheitlicher Demokratie und Pluralismus immer mehr zu Floskeln zu verkommen drohen, die sich mehr und mehr hierarchischer Strukturen bedient, gut, einfach einmal die Perspektiven zu ändern und scheinbar manifestierte Positionen zu hinterfragen - so wie Canòn und "seine" Frauen im Roman es praktizieren?
Fazit: Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, erschreckende Einblicke in eine vom Bürgerkrieg und von Vorurteilen geprägte hierarchische Gesellschaft gewährt, eine auf jeden Fall bessere Alternative bietet (die aber auch Canón selbst nicht als Allheilmittel und einzige Möglichkeit darstellt) und darüber hinaus im wörtlichen Sinne wunderbar erzählt ist.
Ein Lesevergnügen!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Mariquita, Kolumbien, 15. November 1992: eine Gruppe von Guerillakämpfern stürmt ein abgelegenes Dorf. Als die eingeforderte Unterstützung zu gering ausfällt, verschleppen sie kurzerhand alle männlichen Bewohner über 12 Jahren. Nur der Priester darf bleiben. Da die Unterstützung durch die Regierung respektive das Militär ausbleibt, müssen sich die Frauen selber helfen.Der Leser erfährt wie sich die resolute Witwe des Dorfpolizisten zur Bürgermeisterin ernennt und wie die Eigentümerin des Bordells verzweifelt versucht, ihre Mädchen in einem Dorf voller Witwen zu halten. Er erfährt von der Zeugungskampagne des Priesters und von den letzten getöteten Buben. Er erfährt von der Lehrerin, die Geschichte nicht mehr unterrichten will, und von der anderen, männlichen Witwe.

Eines Tages wird die Zufahrt durch ein Unwetter zerstört, Mariquita komplett von der Außenwelt abgeschnitten. An dem Tag als die Zeit stehenbleibt beginnt der Wandel in ein weibliches Utopia. Ein neues weibliches Zeitsystem wird eingeführt, basierend auf Perioden, und endlich beginnt die Gemeinde aufzublühen.

Für jedes Jahr enthält das Buch einen Bericht, der einer speziellen Bewohnerin gewidmet ist und das dörfliche Geschehen beschreibt. Zwischen den einzelnen Berichten sind kurze Erzählungen und Reportagen aus dem Leben von Männern enthalten, von Guerillakämpfern, von Soldaten, von Indios. Sie erzählen von Tötungen, Hinrichtungen, vom grausamen Alltag dieser Männer, teilweise auch von deren Verzweiflung.

Canon entwickelt eine dörfliche Gemeinschaft, die von der sozialen Gleichstellung ihrer Mitglieder geprägt ist und funktioniert. Aber ist dieses neugeschaffene weibliche Utopia wirklich realistisch? Eine Welt, in der Entscheidungen nur durch Konsens getroffen werden? Ist der Wandel der energischen Bürgermeisterin, die zunächst noch daran denkt, Versammlungen von mehr als 2 Leuten zu verbieten, das Wörtchen Hilfe verbieten und eine Polizistin ernennen will (alles S. 58), in eine gemeinschaftsorientierte Person glaubhaft? Können Frauen überhaupt so neidlos, so freundschaftlich, so friedlich und liebevoll mit einander umgehen?

Nun, zumindest in der von Canon geschaffenen Welt scheint es möglich zu sein, so lebensecht, so greifbar beschreibt er diese Gemeinschaft von Frauen. Canon ist in meinen Augen ein begnadeter Geschichtenerzähler. Freilich zweifle ich, ob diese Lobeshymne an die weiblichen Fähigkeiten jemals wahr werden kann. Aber schön zu lesen ist es allemal und wenn ein Buch zum Träumen verleitet und Ablenkung zur realen Welt bietet, so ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall sein Geld wert.
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