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Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman
 
 

Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman [Kindle Edition]

Donna Milner , Sylvia Höfer
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (49 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Man sollte sich vom unglücklich gewählten deutschen Titel dieses Buches nicht in die Irre führen lassen: Der neue, nach ihrem fulminanten Erstling River mit Spannung erwartete zweite Roman von Donna Milner hat rein gar nichts mit Marilyn Monroe zu tun. Außer dass an deren Todestag, dem 5. August 1962, die Geschichte der kanadischen Familie Coulter, die Milner hier erzählt, durch eine Katastrophe erschüttert wird – eine Katastrophe, die unerwartet und doch irgendwie unvermeidlich geschieht. An diesem Tag erfährt die 11-jährige Ethie, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, vom Tod ihrer Mutter. Lucy Coulter, die nie einen Tropfen Alkohol anrührte, und ihre Freundin Marlene sind auf deren Segelboot tot aufgefunden worden, offenbar in der Kabine erstickt durch ausgetretenes Kohlenmonoxid, vor dem sie sich aufgrund eines enorm hohen Blutalkoholspiegels nicht mehr zu retten in der Lage waren. Ein tragischer Unfall. Doch was hat Lucy auf diesem Boot gemacht, und warum war sie so betrunken?

Ethie, ihr großer Bruder Frank und ihr kleiner Bruder Kipper, der mit Down-Syndrom geboren wurde (eine großartige Figur, die einem sofort ans Herz wächst!), haben nun keine Mutter mehr. Der Vater, Howard, ist kein Trost für die Kinder, denn er kämpft mit seinen eigenen Dämonen: Er hatte sich zwanzig Jahre zuvor, 1941, als junger Mann freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet, hatte im Pazifik gegen die Japaner gekämpft und war anschließend in japanische Gefangenschaft geraten, die ihn so traumatisiert hat, dass er nach Kriegsende völlig verstört zu seiner jungen Frau heimkehrte und seitdem kaum noch ein Wort sprach, sich ständig betrank und das Leben nur noch wie durch einen Schleier wahrnahm. Seine Kriegserlebnisse werden als paralleler Handlungsstrang erzählt, und während der Leser durch Ethies kindliche Augen verfolgt, wie die Geschwister sich verzweifelt dagegen wehren, dass ihr Vater sich vollends vor ihnen verschließt, wird immer klarer, dass er seit dem Krieg ein Geheimnis mit sich herumträgt und dass der Tod der Mutter genau mit diesem Geheimnis zu tun hat.

Es ist eine berührende Familiengeschichte, die Donna Milner hier erzählt, und wie schon in River ist das zentrale Thema des Romans das Verschweigen von – eigentlich gar nicht allzu gravierenden – Geheimnissen: zu welchen Katastrophen es führen kann, wenn man etwas in sich hineinfrisst, statt es auszusprechen; wie aus einem kleinen Geheimnis ein großes Geheimnis wird, das alles erdrückt, wenn man einmal den richtigen Moment verpasst hat, es zu erzählen. Die Gratwanderung zwischen ergreifend und kitschig, das muss man einwenden, war der Autorin in River besser gelungen; hier rutscht ihr ein paar Mal ein Fuß in Richtung Kitsch aus – doch stets fängt sie sich wieder und stürzt nie ganz ab in den seichten Teich der Gefühligkeit. Und so ist Der Tag, an dem Marilyn starb ein eindrucksvolles Familienepos, unaufgeregt erzählt und doch sehr bewegend. -- Katharina Vogt

Pressestimmen

»Der Autorin, die zuvor mit River für Aufsehen sorgte, ist erneut eine spannende, trotz der Zeitsprünge dichte Familiengeschichte gelungen. (…) Ausgehend von historischen Tatsachen erzählt Donna Milner, was der Krieg aus Menschen macht.« Ostthüringer Zeitung

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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Promise of Rain 23. Februar 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Ja, gut erkannt, der einzige Kritikpunkt, den ich zu diesem Buch habe, steht schon im Betreff und richtet sich nicht an die Autorin, sondern an die Übersetzerin und den Verlag. Der kanadische Titel "Promise of Rain" drückt viel mehr vom Inhalt und vom Wesen dieses Romans aus als das oberflächliche "Der Tag, an dem Marilyn starb". Hier werde ich den Eindruck nicht los, der für die Vermarktung verantwortliche Verlagsmitarbeiter wusste nicht, was "Promise of Rain" in Deutsch heißt, hat in die erste Seite des Buchs hinein gelesen und dann kurzerhand sofort an den ersten Satz des Textes angekünpft, auch wenn dies ohne jeden weiteren Bezug zum Buchinhalt bleibt. Schwach!

Ansonsten ist dies eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Zum Inhalt: Um den Tod von Lucy, die am selben Tag wie Marilyn Monroe starb, geht es in diesem Roman. Und um eine Familie, in welcher der Vater oft abwesend ist, sich in den strömenden Regen flüchtet und zur Flasche greift, weil er aus dem Krieg ein schweres Trauma mitbrachte - und ein schlimmes Geheimnis in sich trägt. Die Erzählung findet auf zwei Erzählebenenen statt: zum Einen wird aus Sicht der elfjährigen Ethie berichtet, was sich in ihrer Familie nach dem Tod ihrer Mutter zutrug. Zum Anderen gibt es Rückblenden in die Zeit von 1941 bis 1945, als ihr Vater Howard mit seinem besten Freund Gordy in Hongkong im Krieg war.

Was mir an diesem Roman gefällt? Alles! Der Schreibstil ist ruhig und harmonisch, selbst wenn Schreckliches geschieht. Dem behinderten Jungen begegnet die Autorin in ihren Beschreibungen mit so viel Liebe und Sorgfalt. Auch alle anderen Charaktere sind so genau beschrieben, dass ich sie beim Lesen vor mir sah. Keiner ist in seinem Wesen nur gut oder nur schlecht dargestellt, alle Persönlichkeiten werden in all ihren Besonderheiten dargestellt.

Über die kanadische Beteiligung am 2. Weltkrieg und die Kämpfe um Hongkong wusste ich vorher kaum etwas. Dieser Roman dient mir also zudem auch noch als Geschichtsbuch, das alle Entbehrungen und Schrecken des Krieges und der japanischen Kriegsgefangenschaft so plastisch herüber kommen lässt, dass ich die Schreie der vergewaltigten Frauen in meinen Ohren schrillen hörte und die feuchte Erde förmlich riechen konnte, als Howard den jungen Soldaten beim Kartoffelnklauen erwischte. Alle Details stimmen, es wird auch über die Schwierigkeit von Toilettengängen bei Amputierten und die nervigen Krabbeltiere in den Lagern geschrieben.

Die Spannung ist bis zur letzten Seite schier endlos: Was ist das dunkle Geheimnis des Vaters? Wie kam es zu dem ungewöhnlichen Tod der Mutter? Wie kommen die Kinder damit klar? ist die Familie noch zu retten? Ich verrate es nicht, denn ich möchte niemandem die Spannung nehmen.

Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen, es hatte mich fest im Griff und ich schämte mich nicht, am Ende weinend in der Straßenbahn zu sitzen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Skatersally TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Am 5. August 1962 stirbt nicht nur Marilyn Monroe, sondern wird auch Lucy Coulter tot auf einem Schiff im Hafen gefunden. Gemeinsam mit ihrer Freundin starb sie an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Sie hinterlässt einen Ehemann und drei Kinder, den 20-jährigen Frankie, den 14-jährigen Christopher und die elfjährige Ethel. Doch die drei haben nicht nur den Tod der Mutter zu betrauern, sondern können auch nicht auf die Hilfe ihres Vaters Howard zählen. Er ist oft abwesend und wirkt in sich gekehrt. Der Todestag der Mutter stellt das Ende eines eingefahrenen Familienlebens dar.

Was anfangs einen Krimi erahnen lässt, entpuppt sich bald als mitreißende Familiengeschichte. Der Roman wird in einem Rückblick aus Sicht der Tochter erzählt. Ethel berichtet, wie sie den Todestag der Mutter und die Zeit danach erlebt hat. Der zweite Roman von Donna Milner erzählt ein bewegendes Drama, das auch beim Leser viele Emotionen anspricht. Die Charaktere sind facettenreich und liebenswürdig gezeichnet.

Der zweite Handlungsstrang behandelt die Kriegserlebnisse von Howard und liegt zeitlich nochmal 20 Jahre zurück. Lucy und er hatten sich gerade kennengelernt, als er sich als Freiwilliger beim kanadischen Militär meldete. 1941 unterstützt Kanada die Britische Armee in Hongkong. Die Ereignisse werden als eingeworfene Episoden, teilweise aus Briefen, erzählt. Die grausamen Bilder, die sich in Howards Gedächtnis eingebrannt haben, werden einfühlsam ausgedrückt, ohne Partei für den einen oder anderen zu ergreifen. Geschickt verbindet die Autorin Vergangenheit und Gegenwart, ohne dass der Leser den Faden verliert. Wie ein Wasserstrudel zieht das Buch den Leser in seinen Sog, wird immer schneller, um ihn am Ende aufgewühlt zu entlassen. Auf dieses Buch sollte man sich einlassen, um es genießen zu können.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. Ursula Kempf TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nach "River" hat die Kanadierin Donna Milner einen zweiten ebenso spannenden, wie bewegenden Familienroman vorgelegt, den ich in nur einer Nacht geradezu verschlungen habe.

Der 5. August 1962, der Todestag von Marylin Monroe, ist zufällig auch der Todestag von Lucy Coulter. Unter tragischen Umständen kommt die geliebte Ehefrau und Mutter dreier Kinder: Frankie, Kipper und Ethel, zu Tode und wirft damit etliche Fragen auf, die das Leben der kleinen Familie für immer verändern sollen. Ihre Heimat ist Vancouver und das traurige Schicksal der Familie nimmt kurz nach der Heirat von Lucy und Howard seinen Anfang, als die Kanadier das Britische Empire 1941 in Hongkong im zweiten Weltkrieg gegen Deutschland auf dem Seeweg zu Hilfe eilen.

Howard hat nie über seine traumatischen Kriegserlebnisse gesprochen. Gelegentlich ist er geistesabwesend, sucht die Einsamkeit in einer Bomberjacke und Vergessen im Alkohol. Nachts wird er von immer wiederkehrenden Alpträumen geplagt und wacht dann schreiend auf, "ein Memento aus dem Krieg, das in seinen Eingeweiden lauert", wie Lucy ihren Kindern erklärt. Denn ihr Vater war "ein Meister darin geworden, sich wie ein Schlafwandler durch das Leben zu schlängeln".

Durch den viel zu frühen Tod der Mutter werden nicht nur etliche Fragen bezüglich der Todesumstände aufgeworfen, Howard muß sich zwischen seiner Alkoholsucht und seiner Familie entscheiden. Erst nachdem er ALLES verloren hat, kann er sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen und Verantwortung für ein geregeltes Leben mit seiner wiedervereinten Familie übernehmen. Doch bis dahin ist es ein langer und schmerzhafter Weg, der ihn durch die schwärzesten Stunden seines Lebens in der Hölle japanischer Kriegsgefangenschaft führt.

"Überleben tun nur diejenigen, die sich auf die Möglichkeiten freuen, die über das hier hinausweisen."

Doch zunächst tappt der Leser völlig im Dunkeln. Handelt es sich beim plötzlichen Ableben von Lucy Coulter um Mord, Selbstmord oder einen tragischen Unfalltod? Und wie soll sich der offensichtlich an seiner Vergangenheit zerbrochene, depressive und alkoholkranke Howard um seine minderjährigen Kinder kümmern? Frankie, der Älteste ist fast erwachsen. Ethel soll zu ihrer Tante Mildred ziehen. Doch ihr heißgeliebter Bruder Kipper, der vor vierzehn Jahren mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen ist, soll in ein Heim abgeschoben werden. Neben den aktuellen Geschehnissen, die aus Ethel`s Perspektive geschildert werden, erinnert Donna Milner in Rückblenden an die gemeinsamen glücklichen Zeiten mit ihrer Mutter, als Lucy die Familie durch ihre Liebe und Güte zusammengehalten hat. Bis zum Schluss wird der Leser bezüglich Howard`s Vergangenheit auf die Folter gespannt. Erst ganz allmählich, Schritt für Schritt, gewährt sie uns Einblicke in die Angst und den Schrecken des Krieges und Howards verzweifelten Überlebenskampf in einem japanischen Gefangenenlager.

Einfühlsam erzählt uns Donna Milner mit der Stimme der jungen Ethel vom harten Schicksal dieser leidgeprüften Familie. Liebevoll halten sie zusammen, stützen und akzeptieren einander. So ist es für die Vier undenkbar, Kipper in ein Heim abzuschieben. Vielmehr ist er mit seiner besonderen künstlerischen Begabung, seiner Offenheit und Herzenswärme voll integriert. Die Beschreibung des mongoloiden Kipper ist ein besonderes Highlight für mich in dieser wunderschönen, emotionalen Familiengeschichte. Mit dieser Figur bricht die Autorin eine Lanze für Menschen, die sich von der breiten Masse abheben. So ist die Grundstimmung des Buches trotz aller tragischen Erlebnisse auch nicht ausschließlich traurig, sondern aufgehellt durch ganz viele lichte und liebenswerte Momente, die in glücklichen und versöhnlichen Ende münden.

"Der Tag, an dem Marilyn starb" ist eine spannend erzählte, emotional aufwühlende Familiengeschichte und die Geschichte eines Mannes, der sich erst durch den wiederholten Schock eines schmerzlichen Verlustes seiner traumatischen Vergangenheit und seiner Flucht in den Alkohol stellen kann.
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..dessen Titel verwirrend ist, denn es geht nicht um Marliyn Monroe, sondern ganz zufällig stirbt Ethies Mutter eben an diesem Tage aus ungeklärten Gründen. Lesen Sie weiter...
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