so verkuendete Volkskommissar und Aussenminister Molotow nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Begruendung dafuer liefert das Buch von Suworow.
Schon am 19. August 1939 erfolgte eine heimliche Mobilmachung der Sowjetunion als Stalin eine Verdopplung der Schuetzendivisonen befahl, und kurz darauf am 2. September offiziell eine "Teilmobilmachung". Den Anlass dafuer lieferten Delegationen Englands und Frankreich bei ihrem Besuch in Moskau, die ihm versicherten, einen deutschen Angriff auf Polen mit einer Kriegserklaerung zu beantworten. Deswegen teilte Stalin am 19. August Hitler mit, dass er ihm im Falle eines deutschen Angriffs auf Polen beistehen wuerde; das wurde im Molotow-Ribbentrop-Pakt am 23. August durch einen Vertrag besiegelt. Chruschtshow erinnert sich so daran: Nach der Unterzeichnung hat Stalin froehlich ausgerufen, er habe damit Hitler hinters Licht gefuehrt, Seite 326.
Stalin war durch diesen Pakt seinem Ziel, die europaeischen Maechte in einen gegenseitigen Krieg zu verwickeln, ein grosses Stueck naeher gekommen; er brauchte dann nur einen geeigneten Augenblick zum Eingreifen abzuwarten um die "Aufgaben der Weltrevolution zum Abschluss zu bringen" wie es Genosse Frunse ausdrueckte, Seite 112; oder Trotzki: "Dieser Krieg wird ... die proletarische Revolution ausloesen", Seite 158.
Fuer diesen Augenblick hatte Stalin durch eine riesige Ruestung Vorsorge getroffen; fuer alle Waffengattungen uebertraf sie die gesamte Ruestung im Rest der Welt zusammengenommen. Hier einige Zahlen: 1941 verfuegte die Rote Armee ueber 82000 Artilleriegeschuetze, Seite 186; mehr als 100 Panzerdivisionen, Seite 179; 80 Fliegerdivisionen nach der Planung mit mehr als 100000 Bomben, Seiten 127 und 327; eine Million Fallschirmjaeger und 5 1/2 Millionen Mann unter Waffen. Zum Vergleich dazu die geradezu kuemmerliche deutsche Ruestung: 17 Panzerdivisionen mit einem Munitionsvorrat fuer sechs Tage, Seite 87; im September 1941 verfuegte die Wehrmacht gerade mal ueber 190 gefechtsbereite Panzer, Seite 178 und eintausend Fallschirmjaeger. Trotz der sich schnell verschlechternden Lage befahl Hitler erst im Januar 1942 die Umstellung der deutschen Industrie auf Kriegswirtschaft, Seite 89, denn bis dahin hatte er nicht mit einem grossen und langandauernden Krieg gerechnet.
Angesichts dieser Kraefteverhaeltnisse hatte die Deutsche Wehrmacht nur eine einzige Chance: Bevor die Rote Armee den Tag M der Mobilmachung ausrief sie durch einen Ueberraschungsangriff inmitten ihres Aufmarsches zum geplanten Angriff am 6. Juli 1941 vernichtend zu schlagen. Dafuer werden zahlreiche unwiderlegbare Beweise angefuehrt; z.B. die Lagerung einer halben Million Tonnen Munition unter freiem Himmel dicht hinter der Grenze, die auf diese Weise keinen Winter ueberstanden haette, Seite 120; das Verladen von riesigen Mengen von Waffen und Munition auf Gueterzuege dicht hinter der Grenze, die mit der Umspurtechnik auf die schmalere Spur in Mitteleuropa ausgestattet waren, Seite 121; oder die Stationierung der Roten Armee in typischer Angriffsposition wie auf Seite 311 beschrieben - extrem verwundbar fuer einen unerwarteten Angriff.
Der darauf folgende Lauf der Geschichte hat die Richtigkeit der Aeusserung Molotows gezeigt - erst dadurch erhaelt sie ihre eigentliche Brisanz. Offenbar gibt es davon noch mehr, den bei Google fallen sie beim Aufruf "Volkskommissar Molotow" der Zensur zum Opfer.