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Der Tag des Gerichts.
 
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Der Tag des Gerichts. [Taschenbuch]

Salvatore Satta
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518391119
  • ISBN-13: 978-3518391112
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 466.947 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Tag des Gerichts, Sattas Hommage an seine Heimat, erzählt die Geschichte der Sanna Carboni, einer in Nuoro auf Sardinien ansässigen, alten, wohlhabenden Familie - und zugleich die Geschichte von ganz Nuoro, angefangen bei den Honoratioren und den reichen und bleichen Frauen bis hin zu den Hirten und Banditen und Müßiggängern, den Priestern, Vagabunden und Prostituierten.

Auszug

Don Sebastiano Carboni schob wie jeden Abend um Punkt neun den Sessel zurück, faltete sorgsam die Zeitung zusammen, die er bis zur letzten Zelle gelesen hatte, rückte die kleinen Gegenstände auf dem Schreibtisch zurecht und schickte sich an, ins Erdgeschoß hinunterzugehen, in das bescheidene Zimmer, das als Speise- und Wohnzimmer und Studierzimmer für die Kinderschar diente und das einzige lebendige, auch weil das einzige durch einen alten Kamin geheizte, in dem großen Haus war.

Don Sebastiano war von Adel, insofern als Karl V. den bodenständigen Sarden, die auf ihren Feldern die Ölbäume veredelten, kleine Adelstitel verliehen hatte (der hohe Adel mit den großen Prädikaten gehörte beinahe ganz nach Cagliari und war der Insel praktisch fremd): aber der doppelte Nachname war nur Schein, denn Carboni war nichts anderes als der Name der Mutter: Sanna, dem einzigen und wahren Familiennamen hinzugefügt, ein wenig, um den spanischen Brauch zu wahren, ein wenig aus Notwendigkeit, um bei der, angesichts der spärlichen Bevölkerung, geringen Vielfalt der Namen die Personen zu unterscheiden. Jeder Bauer in Sardinien hat zwei Nachnamen, auch wenn man dann dem einen und dem anderen gewöhnlich einen Beinamen vorzieht, der, mit ein wenig Glück, zum gefürchteten Symbol einer Hirtendynastie wird. Ein typisches Beispiel die Corrales. Zeit und Notwendigkeit verliehen schließlich dem doppelten Nachnamen eine gewisse Legitimität, und tatsächlich umrandete "Sebastlano Sanna Carboni" in runden Buchstaben das savoyische Wappen auf dem amtlichen Messingstempel, den Don Sebastiano jeden Abend bedachtsam in eine Schublade seines Schreibtischs einschloß. Denn Don Sebastiano war Notar, Notar in der Provinzhauptstadt Nuoro.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein großartiges Buch 31. Januar 2007
Format:Taschenbuch
Schlichtweg eines der besten Bücher die ich gelesen habe. Die dunklen Sepia-Fotografien der 1900er Wende erhalten ein Leben, indem sie, in der Schilderung vieler kleiner, oft düsterer Szenen, vom Autor aneinandergereiht werden. Die geschilderte Welt ist fremd und für den heutigen Betrachter oft bedrückend, aber man lebt die mit, versteht sogar die oft so fremden Ideen und Verhaltensweisen. Und erkennt sich doch auch ein wenig selbst.

Für alle die Heimito von Doderer kennen, der Stil und die Sprache, die Bedeutung von persönlichen Ritualen und die Erfindung und Beschreibung möglichst bizarrer aber doch nicht unwirklich erscheinender solcher Rituale, die distanzierte Beschreibung die uns doch in die Menschen hineinversetzt, erinnern stark an ihn.
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