Schlichtweg eines der besten Bücher die ich gelesen habe. Die dunklen Sepia-Fotografien der 1900er Wende erhalten ein Leben, indem sie, in der Schilderung vieler kleiner, oft düsterer Szenen, vom Autor aneinandergereiht werden. Die geschilderte Welt ist fremd und für den heutigen Betrachter oft bedrückend, aber man lebt die mit, versteht sogar die oft so fremden Ideen und Verhaltensweisen. Und erkennt sich doch auch ein wenig selbst.
Für alle die Heimito von Doderer kennen, der Stil und die Sprache, die Bedeutung von persönlichen Ritualen und die Erfindung und Beschreibung möglichst bizarrer aber doch nicht unwirklich erscheinender solcher Rituale, die distanzierte Beschreibung die uns doch in die Menschen hineinversetzt, erinnern stark an ihn.