Historische Themen sind für mich immer wieder sehr interessant und ein bisschen Patriotismus muss man ja manchmal auch an den Tag legen *g* - daher habe ich mich letztens mit einem sehr interessanten Buch auseinandergesetzt, welches sich mit der Geschichte der Varusschlacht beschäftigt.
Tillmann Bednikowski, eub Historiker und Journalist, der in Hamburg Leiter der Medienagentur Geschichte ist und Beiträge für Printmedien und Hörfunk verfasst, sowie Forschungsprojekte und wissenschaftlichen Realisierungen historischer Ausstellungen übernimmt, hat dieses geschichtliche Ereignis komplett auseinandergenommen und im Zusammenhang mit der Entstehung Deutschlands genau unter die Lupe genommen.
Inhalt und Gliederung:
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Vorwort "Die Unglücksstätte, grässlich anzusehen"
Teil I
Die Schlacht
- Durch Germanien
- Varus und Arminius
- Römer gegen Germanen
- Die Tage des Kampfes
- Nach Sie und Niederlage
Teil II
... und was daraus wurde
- Hermann wird erfunden
- Der Held auf der Bühne
- Ein Denkmal
- Wieder in die Kriege
- Deutsch-deutscher Arminius
- Orte der Varusschlacht
DANK
Anmerkungen
Literatur
Personenregister
Orts- und Sachregister
Abbildungsnachweis
worum geht es im Buch?
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Der Begriff Varusschlacht ist sicher vielen im Ohr, aber nicht jeder wird sich mit dem Thema auskennen, daher möchte ich kurz erklären, um was es dabei genau geht:
vor ca. 2000 Jahren haben es germanische Krieger geschafft, sage und schreibe drei Legionen römischer Armeen zu vernichten. Arminius, der Cherusker hat sie angeführt. Der römische Statthalter Varus hat diese militärische Niederlage nicht gut verkraftet. Historisch gesehen, war diese Schlacht aber trotzdem damals noch keine besondere Sache. Erst viele Jahrhunderte später sollte sie historisch bedeutsam werden. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden alte antike Texte gefunden, in denen von den damaligen Vorkommnissen zu lesen war. Die Germanen und die Deutschen - diese beiden "Stämme" wurden gleichgesetzt, und so kam es auch, dass man Arminius einfach Hermann nannte, wie er auch jetzt noch bekannt ist. (Hermannsdenkmal) Die Freiheit der Deutschen wird immer wieder mit Hermann in Verbindung gebracht.
Diese Schlacht vor 2000 Jahren soll also in engem Zusammenhang mit der Freiheit der Deutschen stehen und diesen Themas und der vielen Geschichten, die sich darum ranken und der vielen Gründe und das Umgehen mit diesem historischen Mythos hat Tillman Bendikowski so eindringlich und interessant und spannend beschrieben.
Bildmaterial:
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Im Buch sind 2 mal jeweils 8 Seiten farbiges Bildmaterial mit Kartenmaterial und interessanten Fotos zum Thema Varusschlacht zu sehen, die den Text sehr schön untermalen und es dem Leser ermöglichen, sich in das Thema noch besser hineinzudenken.
meine Meinung zum Buch und der Umsetzung und Aufarbeitung des Themas:
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Ich finde, dass Tillmann Bendikowski dieses Thema umfassend bearbeitet und recherchiert hat. Hat man dieses Buch gelesen, dann bleiben einfach keine Fragen mehr offen.
Es ist ein Sachbuch - keine Frage - aber es liest sich sehr spannend und romanhaft, sodass man sagen kann, dass der Stoff nicht trocken dahergeschrieben ist, sondern Herr Bendikowski hat sich Mühe gegeben, den historischen Stoff, die Fakten und Details in einem sehr ausdrucksvollen Text, der sich flüssig lesen lässt, zu verfassen und darzustellen.
Er schreibt sehr bildhaft und mit vielen erklärenden Adjektiven und als Leser kann man sich die Schlacht und die damit zusammenhängenden Szenen sehr bildhaft vorstellen.
Die historischen Fakten und Zusammenhänge in Bezug auf die Entstehung Deutschland sind sehr gut erklärt, sodass sich auch Leser sehr gut hineinversetzen können und den Stoff gut verstehen, die im Vorfeld weniger mit dem Thema involviert haben.
Es führt sehr gut in die Thematik ein und zeigt die Zusammenhänge sehr gut auf.
kurze Leseprobe an dieser Stelle:
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Im Lager suchten und fanden viele Legionäre Erholung oder erschöpften Schlaf. Einige von ihnen mussten ihre Wunden versorgen lassen. Die meisten Verwundungen dürften wohl eher harmloserer Natur gewesen sein. Wer mit Helm, Panzer und Schild ausgerüstet war, konnte sich der germanischen Waffen erwehren, denn die besaßen eine eher geringe Durchschlagskraft. Für wirklich bösartige Verletzungen sorgten Attacken mit schweren Hiebwaffen oder scharf geschliffenen Stichwaffen mit breiter Klinge ....
Zwischen den einzelnen Textstellen sind immer wieder dazugehörige Aussprüche und Gedanken berühmter Menschen in kursiv geschrieben hinzugefügt, was ich sehr passend finde und dies lockert auch den Text etwas auf und lässt Zeit, sich über das Gelesene Gedanken zu machen.
Ich finde dieses Buch sehr gelungen, es ist leicht verständlich geschrieben und durch die hochwertigen Bilder wird es noch aufgewertet.
Ich empfehle es sehr, vielleicht auch für den Geschichtsunterricht in den Schulen, um die Schüler an das Thema heranzuführen.