Himmelsforschung, oder auch Astronomie genannt, ist eine Wissenschaft, die sich - wie jede andere Wissenschaft auch - immer wieder selbst auf den Prüfstand stellt. Dafür sorgen die Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet tätig sind. Die übliche Methode ist es, aus vorhandenen Beobachtungen Theorien zu entwickeln. Aus den Theorien werden Vorhersagen erstellt, die wieder durch Beobachtungen bestätigt werden müssen. Aufgrund der Ergebnisse werden die Theorien verfeinert oder verworfen und neue aufgestellt. An diesem Verfahren sind sehr viele Arbeitsgruppen rund um unsere Welt beteiligt. Jeder achtet mit Argusaugen darauf, daß alles mit rechten Dingen zu geht. Die Wissenschaftler versuchen also möglichst korrekt zu arbeiten. Wer mogelt, wird nach kurzer Zeit erkannt und mehr oder weniger aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ich habe volles Vertrauen in diese Methodik. Die Ergebnisse der Theorien führen zu einem neuen und wichtigen Verständnis der Welt um uns herum. Völlig anders sieht es Jürgen Dahl. Er versucht die Vergeblichkeit der Himmelsforschung zu beweisen, ein Versuch, der in erster Näherung legitim erscheint. Leider fehlt ihm allem Anschein nach eine geeignete Systematik und der notwendige Sachverstand. Ich möchte Teile seines Buches einmal in meinen Worten in aller Kürze ausdrücken: Sobald ein Teil einer Theorie widerlegt wurde, folgert er Willkür. Wenn Daten sich durch neue Beobachtungen ändern, impliziert er, Astronomen wissen nicht was sie tun.
Die Vergeblichkeit der Himmelsforschung versucht er auf seine Art zu beweisen. Radioquellen sind nur mit speziellen Apparaturen zu beobachten, daher sind sie außerhalb unserer Wirklichkeit. Wenn beispielsweise die Radioquelle Cygnus A von heute am morgigen Tag aufgrund neuer Erkenntnisse, gar keine Radioquelle mehr ist, so argumentiert er daraufhin, hat diese Information weder heute noch morgen irgendeinen Einfluß auf uns. Ergo ist die Erforschung von Radioquellen vergebliche Mühe und wir benötigen diese Information gar nicht. Das gilt auch für intelligentes Leben außerhalb unserer Erde. Aufgrund der großen Entfernungen können wir nicht sinnvoll in Kontakt treten. Ob wir es finden oder nicht, es ändert sich für uns daher nichts. Hieraus folgt: Vergebliche Mühe und Suche einstellen!
Jürgen Dahls Texte sind an sich lesenswert geschrieben. Würde er damit wissenschaftliche Texte verfassen, so könnte er sicherlich ein breites Publikum erreichen. Seine Argumente basieren jedoch nur auf den von ihm ausgewählten Punkten und erscheinen damit logisch. Leider „übersieht" er dabei alle die Fakten, die seine Thesen widerlegen würden. Wir reden nicht über die Vergeblichkeit der Himmelsforschung, sondern über die Vergeblichkeit Jürgen Dahls, ein sinnvolles Buches zu schreiben. Einzig allein der Titel ist das Beste an diesem Buch und verdient diesen einen Stern.