Selten so gelacht! Endlich wird mal der Türke an sich erklärt, mit einer satten Portion Selbstironie, aus dem echten Leben gegriffen. Die türkische Antwort auf 'Maria, ihm schmeckt's nicht!'
Ich gehöre zu den beschriebenen deutschen Schwiegertöchtern, habe einige Jahre in der '"schönsten Stadt der Welt"' in Istanbul gelebt und türkisches Leben hier und da erlebt. Gut dass es ein Türke selbst geschrieben hat, sonst würde man es für übertrieben halten. Es ist aber genauso, wie im Buch beschrieben ' ich schwöre!
Die Empfindlichkeiten , wenn man sich diskriminiert fühlt, und die Vorteile, die man flugs aus den Gewissensbissen des anderen zieht. Aufwändige Planungen, sich selbständig zu machen, Phantasiegebilde mit denen man sich die schönsten Jahre gestalten kann, risikolos. Die offensichtliche Unlogik ihrer Theorien, die aber für alle selbstverständlich ist und den 'logischen' Beobachter als langweiligen Besserwisser stehen lässt. Orientalische Erzählfreude -' auf den Punkt gebracht.
Wie die Brautwerbung funktioniert ist minutiös aufgezeichnet und könnte aus einem Komödiendrehbuch stammen. Was es mit dem 'Import-Bräutigam' auf sich hat, war auch mir auch neu. Türken, die im Auto die Straße auf und ab fahren, kenne ich aus der Istanbuler Vorstadt, dasselbe Ritual hier in der Großstadt? muß ich mir angucken! Die Deutschen werden beharrlich integriert, es dauert nicht mehr lange, bis wir vom Grillwahn angesteckt sind.
Ich könnte noch einiges ergänzen: z.B. die Essenrituale. Wenn die türkische Gastgeberin Nachschlag anbietet und alle erst mal stöhnend und scheinbar pappsatt verzichten. Erst nach der 3. energischen Aufforderung greift man noch mal zu, aber richtig. Die deutsche Schwiegertochter bietet einmal an, will nicht aufdringlich sein, dann also nicht , räumt ab und lässt die Gäste konsterniert und halbsatt zurück. Ayyip!
Das Schwierigste im Umgang der Kulturen ist das, was zwischen den Zeilen gesagt und gemeint ist. Es gilt z.B. als unhöflich, Ablehnungen direkt auszusprechen. Was wurde da schon aneinander vorbeigeredet! Ich biete gerne noch Anekdoten zur Ergänzung der nächsten Auflage an. Ich bin sicher, die wird es geben. Denn die erste Ausgabe habe ich schon aufgekauft für meine deutschen Freunde in der Türkei. Damit wir gemeinsam lachen können.