Auf den ersten Blick ist der französische Film, "Der Swimmingpool" aus dem Jahr 1968 ein oberflächlich polierter Film über schöne, attraktive Menschen, die in einem Luxusambiente ein sorgloses Leben voll Erotik und Müßiggang genießen. Sich als Zuschauer damit zu begnügen, hieße aber auch, dem Film auf den Leim zu gehen: denn die träge, erotisch aufgeladene Atmosphäre bildet nur den Hintergrund für eine letal endende Vierecksgeschichte. Vielmehr zeigt Jacques Deray eine Handvoll unreifer Erwachsener, die für ihr Tun keine Verantwortung übernehmen können oder wollen. Besonders die beiden Männer, für die es nur um Erfolg im Geschäft und bei Frauen geht, gefährden durch ihr kindisches, verantwortungsloses Gehabe die Stabilität der Urlaubsidylle, die dann auch geradezu in einem Hahnenkampf mündet. Doch auch die Frauen sind ein untrennbarer Teil des Ganzen: sie spielen das Spiel mit und können es nicht aus eigener Kraft beenden.
Gespielt wird durch die Bank hervorragend; das intime Zusammenspiel von Romy Schneider und Alain Delon scheint durch deren private Verbindung besonders intensiv. Als Projektionsfläche der Begierde beeindruckt die junge Jane Birkin.
Die optische Qualität des Films entpuppt sich auf der DVD als gut erhalten, die Tonspur leider viel weniger. Den Film gibt es im französischen Original - unverständlicherweise werden nicht einmal Untertitel angeboten - und in der deutschen Synchronisatiion (wie gewohnt mit Romy Schneiders Originalstimme).
Wie gesagt: beim Ansehen von "Der Swimmingpool" kann man sich mit einer glatten, oberflächlichen Kriminalstory zufriedengeben - oder auch ein geradezu existenzialistisches Drama entdecken: von der Unmöglichkeit, ohne menschliche Reife erwachsen zu werden.