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Der Sturm
 
 

Der Sturm [Kindle Edition]

William Shakespeare , August Wilhelm Schlegel
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Ann Keay Beneduce hat sich an ein risikoreiches Unternehmen gewagt. Die langjährige Lektorin und heutige Autorin von Kinderbüchern suchte sich einen klassischen Stoff aus und bearbeitete ihn für Kinder neu. Klassik für Kinder im Bilderbuch? Geht das gut?

William Shakespeares Der Sturm, eines seiner berühmtesten Stücke um Rache und Gerechtigkeit, tritt im Altberliner Verlag den Beweis an, wie hervorragend das klappt.

Die Nacherzählung folgt weitgehend der Handlung der Shakespeare-Originalfassung. Einige Stellen wurden gekürzt oder manche Szenen ganz gestrichen, wie zum Beispiel die Ermordung des Königs von Neapel. Doch trotz der behutsamen Eingriffe in den Text bleibt der Zauber des Originals erhalten. Die bekanntesten Verse Shakespeares sind im Deutschen der renommierten Übersetzung von Frank Günther entnommen, so daß auch einem Kind beim Vorlesen die Kraft der Sprache dieses meisterhaften Schriftstellers nahegebracht werden kann.

Das ganze Kunstwerk der Prosa-Erzählung entfaltet sich jedoch erst mit den wunderbar reichhaltigen Illustrationen von Gennady Spirin, die er in verschwenderischer Fülle eingestreut hat. Der Absolvent des Stroganov Institutes der Schönen Künste ist berühmt für seine exquisite Aquarelltechnik. Seine spielerisch eingesetzten kleine Vignetten im Text unterstreichen den szenischen Ablauf der Geschehnisse. Seine ganzseitigen märchenhaften Bilder in matten Farben, die in die Welt der Elfen und Zauberer entführen, vereinen Sprache und Malerei zu einem harmonischen Ganzen.

Der Sturm ist ein herausragendes Bilderbuch für die Kleinen, und ein gelungener erster Schritt, um sie mit klassischen Texten vertraut zu machen, aber auch eine Kostbarkeit für Bilderbuch-Sammler. --Salome Paulus

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FJC
Format:Taschenbuch
Frank Günther ist der einzige, der bislang sämtliche Schauspiele Shakespeares ins Deutsche übersetzt hat, und seine Neuübersetzung ist mit Auszeichnungen und positiven Kritiken gewürdigt worden.
Ich habe mir zum Kennenlernen seine Ausgabe von "The Tempest" gekauft - und muß ehrlich sagen, daß ich sehr enttäuscht war (und sicher keine weiteren Bände aus der Reihe kaufen werde).

Daß die meisten zeitgenössischen Übersetzungen v.a. den "einfacheren" Gestalten reichlich moderne Umgangssprache in den Mund legen, ist man fast schon gewöhnt. Insofern wundern Ausdrücke wie "Scheiß der Himmel...", "Dummblödelei" oder "Ogottchen" (für das englische "Alas") nicht mehr.
Einige Dinge stören an Günthers Übersetzung jedoch so fundamental, daß sie - zumindest für mich - sehr weit hinter der wunderbaren Übersetzung von Erich Fried zurückbleibt:
Günthers Deutsch ist teilweise so holperig, daß der natürliche Sprachfluß gehemmt wirkt. Hier einige Beispiele aus I/2, jeweils verglichen mit Frieds Übersetzung:

FG: "Wisch dir die Augen. Mut. Das Schauerschauspiel Schiffbruch, das in dir den ganzen Inbegriff des Mitleids aufrührt..."
EF: "Du wisch dir die Augen, tröst` dich: Das grause Schauspiel dieses Schiffsbruchs, der Dein tiefstes Mitleid weckte..."

FG: "Was siehst du noch im dunklen Damals und im Loch der Zeit?"
EF: "Was sonst noch siehst du im dunklen Abgrund der vergangnen Zeit?"

FG: "Hör noch was mehr, dann komm ich dir zum gegenwärtgen Vorgang, der uns nun anliegt; weil sonst die Geschichte ganz unnütz wär."
EF: "Hör noch ein wenig mehr: Das bringt dich zu der gegenwärtigen Sache, denn ohne diese wär meine Erzählung ganz unnütz."

Zu oft entfernt sich Günther vom englischen Original, wohl um das Versmaß zu wahren. Fried ist diesbezüglich freier, gibt jedoch den Sinn des englischen Originals wesentlich getreuer wieder.
Zum Vergleich Prosperos berühmter Satz aus IV/1: "We are such stuff as dreams are made on; and our little life is rounded with a sleep."
FG: "Wir sind vom Stoff, aus dem die Träume sind; und unser kleines Leben beginnt und schließt ein Schlaf."
EF: "Wir sind solcher Stoff, aus dem Träume gemacht sind, und unser kleines Leben rundet Schlaf ab."

Besonders enttäuschend ist Günthers Übersetzung der gereimten Verse. Als Beispiel Ariels Lied in I/2, das berühmte "Full fathom five":
FG: "Fünf Faden tief dein Vater liegt, / Sein Skelett wird zur Koralle, / Seine Augen Meerkristalle, / Nichts Lebendiges versiegt, / Geht Verwandlungen des Meeres / Ein in Seltsames und Hehres. / Nymphen tönen Glockenklang: / Horch! Ding-dong klang im Wellensang."
EF: "Fünf Faden tief liegt dein Vater, Kind. / Sein Gebein ist nun Korall'n, / Perlen seine Augen sind: / Nichts an ihm mehr muß zerfall'n, / Nur verwandelt hat's die Flut: / Seltsam ist es nun und gut. / Meeresnixen läuten heut / Stündlich ihm sein Grabgeläut: / Bimbam! Ja, ich hör Geläut."
Nicht nur ist Frieds Sprache poetischer, er folgt - im Gegensatz zu Günther - exakt Shakespeares Reimschema a-b-a-b-c-c-d-d. Zudem sind viele Worte sehr viel näher am englischen Original: z.B. "Grabgeläut" für "knell" - "Glockenklang" ist viel zu schwach.
Wie überhaupt regelrecht nervtötend ist, daß Günther oftmals einfachen, naheliegenden deutschen Begriffen förmlich auszuweichen scheint: warum muß die Regieanweisung "aside" mit "apart" (statt "beiseite") übersetzt werden? Warum muß aus "organ-pipe" im Deutschen "Orgelton" (statt dem wörtlichen "Orgelpfeife") werden? Eine Grußformel wie "Hail" kann im Zusammenhang mit einem Klassiker durchaus unverfänglich mit "Heil" übersetzt werden (Richard Wagner läßt grüßen...); ein ständiges Ausweichen in Floskeln wie "Zum Gruß" wirkt dagegen peinlich bemüht.

Für mich ist nach wie vor die Übersetzung von Erich Frieds die bedeutendste deutsche Version der Neuzeit. Bedauerlich lediglich, daß er "nur" 27 Stücke des Shakespeare-Kanons übersetzt hat.
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Zu moderne Übersetzung. 20. September 2010
Von M.D.
Format:Taschenbuch
Ich finde die Übersetzung zu modern, das nimmt ja einem die Freude am Lesen.
FJC scheint sich mit dem Thema Literatur gut auszukennen. Daher werde ich seinen Tipp beherzigen und mir die Übersetzung von Erich Fired besorgen. In jedem Fall werde ich mir vorher eine Leseprobe im Netz besorgen, was ich auch bei diesem Buch hätte tun sollen. Denn dann hätte ich es auf keinen Fall gekauft.
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11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gut zur Einführung 28. November 2002
Von Perseus
Format:Gebundene Ausgabe
Der Sturm war das erste Drama Shakespeares, das ich mir vornahm. Und ich war überrascht, ja sogar verblüfft. Denn es taten sich keine Verständnisprobleme auf, im Gegenteil: Ich wurde von der Handlung mitgerissen und verstand, was Shakespeare sagen wollte. Dies soll natürlich keineswegs den Anspruch des Werkes mindern, nur denke ich, dass es besser ist, zunächst etwas mit glücklichem Ende zu lesen, als sich an Hamlet oder Macbeth (zumal, wenn diese im Original sind) zu wagen.

Der Sturm ist ein heiteres Verwechslungsspiel, mit Magie, Liebe und Geistern - alles, was heutige Fantasyfilme/bücher so erfolgreich macht. Seltsam, dass diese Motive schon seit vielen Jahrhunderten existieren, oder? Insgesamt ist dieses Buch gerade für diejenigen interessant, die noch nicht so viele Erfahrung mit Dramen oder Komödien im Allgemeinen gemacht haben, z.B. als Lektüre im Deutsch/Englischunterricht (kommt natürlich auf die Sprache des Buches an ;-) )...

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originalfassung 0 14.03.2010
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