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Der Strom
 
 
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Der Strom [Broschiert]

Gerhard Roth
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 343 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596162130
  • ISBN-13: 978-3596162130
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 231.008 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gerhard Roth
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Der Wiener Thomas Mach ist kein gewöhnlicher Tourist, sondern ein Reisender. Auf diese Unterscheidung legt der junge Spross einer Familie von Papier- und Kartonagefabrikanten größten Wert, als er im Auftrag des Wiener Reisebüros Auge Gottes nach Kairo fliegt. "Ein Tourist war für ihn jemand, der ein Land wie die Kulisse eines Theaterstücks betrachtete, ihm einen 'Besuch' abstattete", heißt es in dem großartigen Roman Der Strom des österreichischen Schriftstellers Gerhard Roth, "während ein Reisender auf Erfahrungen aus war, mochten sie auch noch so unangenehm sein".

Unangenehme Erfahrungen erwarten Mach in Ägypten reichlich. Immerhin ist er beauftragt, die Nachfolge der Reiseleiterin Eva Blum anzutreten, die aus ihrem Hotelzimmer im 16. Stock des Kairoer Sheraton-Hotels zu Tode stürzte. Mach findet das Tagebuch der Frau und stößt in ihren Aufzeichnungen auf das unterstrichene arabische Wort für "Mörder": War der vermeintliche Selbstmord also eine Bluttat, vielleicht sogar Bestandteil einer Intrige zur Vertuschung weiterer Verbrechen? In den labyrinthischen Gassen der Metropole macht sich Mach auf die Suche nach der Wahrheit, die ihn unter anderem nach Memphis und zur Bibliothek von Alexandria geleitet und ihn immer mehr verstrickt in ein undurchdringliches Gewebe, das souverän Elemente der Kriminal-, Reise- und Entwicklungsliteratur miteinander verflechtet und -- wie die von Mach beobachteten Teppichknüpfer -- Realität und Illusion in irritierenden Bildern ein ums andere Mal unentwirrbar verbindet.

Wie bei Gerhard Roth üblich (und im Zyklus Die Archive des Schweigens in immer neuen faszinierenden Varianten vorexerziert), so weitet sich auch die Reise Machs durch ein bedrohlich verzaubertes Ägypten zur beizeiten mythischen Fahrt in die "verbotenen" Totenreiche der Erinnerung aus. "Geblendet vom Sonnenlicht, das durch das Kabinenenfenster fiel, öffnete er die Augen", lautet der erste grandiose Satz des Buches. "Geblendet vom Sonnenlicht, das vom Wasser reflektiert wurde, schloß er die Augen", der letzte. Dazwischen liegt eine taghelle narrative Bestandsaufnahme der Schattensphären der menschlichen Seele und unserer rätselhaften Wirklichkeit. Wieder einmal ein großer Roth'scher Wurf. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Thomas Mach, ein junger Österreicher aus Wien, reist nach Ägypten. Er soll an die Stelle Eva Blums treten, einer jungen Reiseleiterin, die kurz zuvor aus dem Fenster ihres Hotelzimmers in Kairo stürzte. Aber war ihr Tod wirklich nur ein Unfall? Geleitet von Evas Tagebuch folgt Mach den Spuren der Verstorbenen. Als plötzlich ihr Ehemann zusammen mit einem Detektiv auftaucht, scheinen sich die Dinge zum Kriminalfall zu entwickeln. War Eva in den Schmuggel von antiken Kunstgegenständen verwickelt?

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schule des Sehers 10. Juli 2003
Von WoMo
Format:Gebundene Ausgabe
Gerhard Roth veröffentlichte nach Der Berg und Der Plan nun das dritte Werk im siebenteiligen Zyklus Orkus, das die beruflichen Reisen von etwas sonderlichen und mitunter vereinsamenden Wienern anschaulichst beschreibt. Diesmal führt Roth seine LeserInnen an den Nil.

Thomas Mach entstammt einer Familie von Papierfabrikanten, kurz nach Ende seines Studiums nimmt er das Angebot seines Onkels, des Inhabers eines Reisebüros für Pilgerreisen („Das Auge Gottes") an, die Stelle der Reiseleiterin Eva Blum anzutreten, die aus ihrem Hotelzimmer im 16. Stock des Kairoer Sheraton-Hotels zu Tode stürzte zu übernehmen.

Innerhalb weniger Tage, die er vor allem in Kairo, dann auch in Alexandria verbringt, um sich mit Ägypten und seinen zukünftigen Kollegen vertraut zu machen, erfährt er immer mehr Indizien und Andeutungen von Verbrechen: „Kaatil", Mörder, liest er in Eva Blums Studientagebuch, zweifelhafte Gestalten - Österreicher wie Ägypter - begegnen ihm immer wieder, er selbst hört stets auf seine innere Stimme - auch wenn sie ihm empfiehlt sein Haar zu färben, wodurch er für viele Ägypter zum „Dschinn", Geist, wird.

Der Reiz des Buches liegt nicht (nur) in seinen Anklängen an einen Kriminalroman, in der Aufklärung verbrecherischer Taten und mafioser Verbindungen. Teppichknüpfer, Schlangenbeschwörer, Bewohner von Grabsiedlungen, Müllmenschen, die Bibliothek von Alexandria, Ruinen des antiken Labyrinths in der Oase Fayoum und viele andere Besonderheiten des Lebens in Ägypten lässt Gerhard Roth den jungen Thomas Mach aus der Perspektive einer aufmerksamen, kulturell interessierten, doch von der unberechenbaren inneren Stimme gefangenen Persönlichkeit betrachten.

ich habe das Gefühl, jetzt mehr von Ägypten zu wissen als nach einer Kurzreise und kann mir das Leben im Lande besser vorstellen, als dies ein Bildbanmd vermag.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fast ein Krimi 9. November 2002
Von Uwe
Format:Gebundene Ausgabe
Thomas Mach reist als Nachfolger der Reiseleiterin Eva Blum nach Ägypten. Sie beging Selbstmord. Aber warum schrieb sie "Kaatil" (Mörder) in ihr Studienbuch? Mach folgt seiner inneren Stimme, läßt sich die Haare rot färben und stöbert in fremden Schubladen.
Wie schon "Der See" und "Der Plan" ist auch dieser Roman fast ein Krimi. Allerdings stolpern Roths Protagonisten eher unbeholfen durch die Handlung. Und am Ende gibt es mehr Ungewisses wie vorher. Paul Eck, der Protagonist aus "Der See" döst medikamentenabhängig und malariainfiziert in einem Hausboot. Feldt, der in "Der Plan" planlos durch Japan stolperte, taucht ständig in den Gedanken Machs auf. Alles hängt mit allem zusammen.
Der Roman zog mich in seinen Bann. Roth ist und bleibt ein Gigant der deutschsprachigen Literatur. Wer sonst könnte Dichtkunst und Unterhaltung so kunstvoll austarieren?
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Gerhard Roth (*1942) gehört zu den produktivsten österreichischen Autoren: Andere schreiben eine Trilogie und vielleicht, wenn es hoch kommt, eine Tetralogie. Er hat sich auf das Verfassen von Heptalogien (Sieben-Werke-Zyklen) spezialisiert. Kaum hatte er seinen ersten derartigen Zyklus, "Die Archive des Schweigens" vollendet, hat er sich auf den zweiten geworfen: "Der Orkus". Die Ehrfurcht gebietende Zahl sieben (sieben Schöpfungstage) soll wohl dazu helfen, die Bedeutsamkeit seiner Zyklen auf dem Wege der Zahlenmystik zu erhöhen, die Titel tun noch das Ihrige dazu. Sonst trifft man solche literarischen Großformen am ehesten in der Fantasy-Literatur an.

"Der Strom" ist der vierte Band des "Orkus". Nachdem die vorigen drei Bände "Der See" am Neusiedler See, "Der Plan" in Japan und "Der Berg" auf dem Athos gespielt haben, allesamt gewissermaßen Halb-Krimis, hat nun der vierte Band Ägypten als Schauplatz. Dorthin fliegt Thomas Mach (er wird, für den Leser etwas befremdlich, das ganze lange Buch hindurch konsequent mit Vor- und Familienname aufgerufen), Spross einer österreichischen Papiermacher-Dynastie, um die Stelle seiner Kollegin Eva Blum einzunehmen. Die Reiseleiterin war bei einem Sturz aus dem 16. Stock ihres Hotels ums Leben gekommen - Unfall? Selbstmord? Mord? Immerhin hatte sie in ihrem Notizbuch "Kaatil" (Mörder) vermerkt und rot unterstrichen. Also wieder einer dieser Halb-Krimis im mehr oder minder exotischen Ambiente. - Mach, der Nachfolger, sucht nach der Lösung dieses Rätsels. Er hat den Tick, auf seine innere Stimme zu hören, die ihm gelegentlich Widersinniges und Rätselhaftes befiehlt. So lässt er z.B. seine Haare rot färben, wodurch er für einen Dschinn (Dämon) gehalten wird und einiges an Verwirrung stiftet. (Leute, die inneren Stimmen gehorchen, sind im realen Leben Fälle für den Psychiater, die Diagnose lautet meist auf Schizophrenie.)

Auf Evas und ihres Todes Spuren kommt Mach in die unterschiedlichsten Orte des Pharaonenlandes, touristische wie gänzlich ungeeignete für den Tourismus (etwa die Siedlung der Müllmenschen), er macht die Bekanntschaft von Personen aus Evas Umfeld, verstrickt sich in diesen Personenkreis, wird Zeuge eines Showdown in einem Hausboot, wobei einem Beteiligten mit nur einem Pistolentreffer das zuckende Herz aus dem Leib geschossen wird (Wow! Was für ein Schuss!). Die Leiche des so Getroffenen wird dann zwecks spurloser Entsorgung vermutlich Hunden zum Fraß vorgeworfen, was aber nur angedeutet wird. Und immer und überall begegnet er undeutbaren Zeichen, die aber meistens in irgendeiner Hinsicht auf den Tod hinweisen. Es verwundert den Leser, dass er am Ende doch nicht stirbt, sondern mit einem einheimischen Jungen einen ausgedehnten Hasch-Trip unternimmt, um schließlich im Land zu bleiben: als Pilot.

Mit der Handlung, ich gebe es gern zu, kann ich nichts anfangen. Da sind immer wieder Verweise auf die letzten Dinge, auf Mythisches, die aber an nichts Konkretem festzumachen sind, die Sache mit dem herausgeschossenen Herz und der Verfütterung an die Hunde riecht nach griechischer Mythologie. In Summe wird alles zum Zeichen und verweist damit auf - nichts, da inflationär und beliebig deutbar. Man wird als Leser den Verdacht nicht los, dass es einfach darum zu geht, ein gewissermaßen prahlerisch hohes Maß an Bedeutsamkeit zu erzeugen. Hübsch ist das Gleichnis vom Elefanten, das ein Sufi-Meister Mach mit auf den Weg gibt. Die Beschreibungen sind oft einlässlicher als in einem Reiseführer und nicht selten von keinerlei Bezug zur Handlung. Man fragt sich dann, was das eigentlich in einem Roman soll. Es mag sich einfach um literarisches Recycling von Reisenotizen handeln. Am Rand erhebt sich die Frage, ob Roth Timberland und Nike als Sponsoren hat, deren Firmennamen gelegentlich hervorgestrichen werden?
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