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Der Strandläufer: Roman
 
 

Der Strandläufer: Roman [Kindle Edition]

Henning Boëtius
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Denn die Familiengeschichte ist ein starkes Stück. Der Schriftsteller rekonstruiert das Leben seiner Eltern. … Auf diesen Reisen findet er seine Vergangenheit und eine Familiengeschichte, die unaufdringlich eingepasst ist in die Zeitgeschichte." (Die Zeit )

"Der Strandläufer ist ein extrem privates Buch. … In dem Werk steckt am meisten Seelenblut, am meisten Trauerarbeit und am wenigsten Kommerz. Für mich war es sehr wichtig, diesen anderen Roman zu schreiben." (benet.bertelsmann.de )

„originell verfasst“ Eine „unnachahmlich schöne Sprache, die ihn zu einen der besten deutschen Autoren macht“ (Hamburger Abendblatt )

Kurzbeschreibung

Manchmal dauert es ein Leben lang, bis man nicht mehr das Kind seiner Eltern ist.

Henning Boëtius’ Meisterwerk – ein psychologischer Roman, mitreißend wie ein Drama von August Strindberg, ein Bild von Edvard Munch oder ein Film von Ingmar Bergman.

Eine weiße Stadt am Meer, südlich von Rom: verwinkelte Gassen, Fischerkneipen und ab und an ein magischer Platz, der den Blick auf das Meer freigibt, das in der Sonne glitzert. Hierher hat sich der Schriftsteller Henning Boysen zurückgezogen, um seinen neuen Roman zu schreiben. Da erhält Boysen Post aus Deutschland. Sein krebskranker Vater Edmund ist ins Altersheim gezogen; der Sohn soll kommen und ihm helfen, sich dort einzurichten.
Edmund Boysen war Zeit seines Lebens Seemann mit Leib und Seele. Jetzt, viele Jahre später, ist er dabei, seine letzte Reise anzutreten. Zuvor aber erzählt er dem Sohn noch einmal von dem, was ihm wichtig war im Leben. In diesen Gesprächen nimmt Henning Boysen Abschied von dem Vater. Aber es brechen auch die Traumata seiner Kindheit und Jugend wieder auf: das schwierige Verhältnis zur dominanten Mutter, der Kampf um die Liebe des meist abwesenden, strengen Vaters. Doch am Ende gelingt es Boysen, die Dämonen der Vergangenheit zu besiegen. Zum ersten Mal in seinem Leben ist er frei, wirklich frei.



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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ReadItAll
Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman steht auf extrem wackligen Beinen. Mag es ja die Absicht von Boetius gewesen sein, hier etwas ganz Besonderes zu schaffen. Ich bin sicher, dass er am Ende selbst wußte, dass ihm dies nicht gelungen ist. Da werden Handlungsstränge zu einem Roman zu weben versucht, die einfach nichts miteindander zu tun haben und deshalb immer wieder in's Leere laufen (man nehme nur diese absurde Liebesgeschichte).
Viel Raum nimmt in diesem Roman der Vater des Protagonisten ein. Der Vater erzählt viel und blumig aus seinem Leben. Nicht was der Vater erzählt, aber wie Boetius den Vater erzählen lässt, das ist schon sehr unglaubwürdig. So redet doch keiner!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Henning Boysen ist Schriftsteller. Um seine momentane Schreibkrise zu überwinden, zieht er sich in ein kleines italienisches Städtchen - südlich von Rom, am Meer gelegen - zurück.
Er freundet sich mit einigen alten Männern im Ort an. Einer davon, Luigi, fristet sein bescheidenes Leben, indem er täglich vom Strand, vergessene oder angeschwemmte Fundsachen einsammelt, die er noch zu Geld machen kann. Von ihm bekam er den Rat: "Sei so etwas wie ein Strandläufer der Literatur. Entdecke das Meer in dir und sammle auf, was es aus der Tiefe deines Daseins anspült".
Doch es wird nichts mit seinem Buch, ihm fehlen Ideen, ein Anstoß, die Lust. Er trinkt zu viel, ist antriebslos und müde. Ihn quälen die Bilder aus seinen Kinderjahren.
Ein Turm, in dem der berühmte Forscher Marconi einst seine Versuche unternahm, wird für Boysen zum Aufenthalts- und Wohnort, zu dem viel später auch Carla - eine junge, attraktive, aber etwas exzentrische Malerin - stößt. Er hat mit ihr dann eine nicht ganz einfache Beziehung. Doch zunächst muss er auf einen Brief von seinem Vater reagieren, der in ein Altersheim umziehen will und seinen Sohn um Hilfe dabei bittet.

In bewegender und anrührender Weise wird erzählt, wie sich Vater und Sohn begegnen, wie diese Begegnung "den eigenen inneren Kontinent der Erinnerung" beim Sohn wachruft, nicht nur an den Vater, sondern auch an die äußert schwierige Mutter. Doch nur ungern traut er sich in den "verwilderten Garten seiner Vergangenheit" hinein, aus Furcht, Personen zu begegnen, die einst über die Macht verfügten, zu entscheiden, "was Unkraut sei, was ausgerottet werden müsse oder was es wert sei, gepflegt und geerntet zu werden."
Henning Boysen notiert all diese zum Teil sehr schmerzhaften Erinnerungen und gibt sie nach seiner Rückkehr nach Italien Carla zu lesen. Die eröffnet ihm mit ihrer Rückmeldung einen ganz neuen Blick, besonders auf seine Mutter. Und "der Sohn", wie Boysen sich selbst distanzierend in seinen Aufzeichnungen nennt, schreibt wieder alles auf und macht so einen selbstbefreienden Schritt nach dem anderen. Denn es ist gefährlich in einem Traum zu leben. "Man verlernt dabei das Erwachen."
Als er ein weiteres Mal nach Deutschland gerufen wird, liegt sein Vater im Sterben.
Aber Henning empfindet nicht nur Schmerz, Verlust und Trauer, sondern auch eine neue Freiheit: Er ist frei für sein eigenes Leben und so gefestigt in sich selbst, dass ihn auch ein tragisches Unglück am Ende des Buches von seinem Weg nicht mehr abbringen kann.
Er beginnt wieder zu schreiben...

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Sohnes. Von der ersten Seite an wird der Leser gefesselt von der Darstellung des Geschehens um Henning herum und ganz nahe geführt an sein Leben, Denken und Empfinden und vor allem in seine Vergangenheit, die ihn sehr beschäftigt und fast verfolgt.

Es passiert zwar nicht viel Ungewöhnliches, aber die Sprache ist superb.
Das Buch wimmelt von originellen Stellen, in denen Alltägliches neu betrachtet und mit ungewöhnlichen Metaphern beschrieben wird - wunderbar wie er das Leben mit einem Spiegel vergleicht. Mein Buch strotzt nur so vor Randbemerkungen und Anstrichen, die ich mir während der Lektüre gemacht habe, um auf besonders wertvolle Passagen im Buch hinzuweisen.

Die Geschichte ist ein sehr tiefer psychologischer Roman, der den Leser beeindruckt und anrührt. Die Intensität der zwischenmenschlichen Beziehungen ist enorm stark und glaubwürdig.

Fazit:
Boëtius "Strandläufer" ist ein eindrucksvoller Roman über das Verhältnis eines Mannes zu seinen Eltern, eine kritische und schonungslose, aber dennoch liebevolle und deshalb befreiende Annäherung, die erst wirkliche erwachsene Freiheit ermöglicht.

Es ist ein wunderbares Buch über die Kraft der Erinnerung und der Poesie, ein Buch über das Erwachsenwerden im fortgeschrittenen Lebensmittelalter, ein Buch über Entfernung, Entfremdung, Nähe und Sehnsucht, über Verzeihen und Verstehen, über Vater-Sohn und Kinder-Eltern-Beziehung, die schonungslos aber auch menschlich und warm beschrieben ist.
Henning Boëtius ist nicht nur ein guter Erzähler, sondern auch ein guter Menschenbeobachter.

Ein beeindruckendes Seelendrama mit autobiografischen Zügen, dem ich UNBEDINGT wünsche, noch viele, viele Leser zu haben.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Seltsamer Mischmasch 7. Februar 2009
Von tob12
Format:Taschenbuch
Selten habe ich so einen abstrusen Blödsinn gelesen. Ich habe das Buch gekauft, weil die Kurzbeschreibung auf dem Cover interessant klang, aber leider hat der tatsächliche Inhalt mit dieser Zusammenfassung nicht viel zu tun. Man muss man sich durch seitenlange Abhandlungen über Elektrotechnik quälen, ganze Kapitel bestehen aus Seemannsgeschichten, die der Vater auf umständliche Art erzählt. Mitten im Buch erfolgt ein Perspektivwechsel, aus dem Ich-Erzähler wird "der Sohn" - warum? Die verworrenen Erzählungen aus der Vergangenheit der Eltern sind verflochten mit der Altherrenfantasie, dass die italienische Dorfschönheit sich dem Autor, der ihr Großvater sein könnte, an den Hals wirft. Ein unnötiges Buch.
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