Mit diesem Buch hat mich Maeve Haran sehr enttäuscht! Die Story ist seicht und hat keinerlei Höhepunkte und keine Aha-Effekte. Auf 411 Seiten beschreibt die Autorin, wie die geschiedene und alleinerziehende Protagonistin Amanda Wells sich in den falschen, bösen Kerl verliebt und dabei nicht erkennt, das das Glück in Form des richtigen, guten Kerls so nahe liegt. Dass ihr irgendwann die Augen aufgehen und sie erkennen wird, was der Leser von Anfang an erkannt hat, ist so vorhersehbar, dass man das Buch am liebsten weglegen möchte, weil die Spannung, die die Autorin erzeugen möchte, so künstlich ist, dass es fast schmerzt. Die Motive und Handlungen von Amanda sind in keinster Weise nachvollziehbar, die Schilderung der Situation in keinster Weise dazu angetan, Verständnis und Sympathie für die Hauptfigur zu erzeugen. Der Exmann vereint alle schlechten Eigenschaften, die ein Mann haben kann, in sich und bestätigt den Leser nur in seiner Meinung, dass sich die Autorin bei der Gestaltung ihrer Figuren aller Klischees bedient, die man kennt.
Die Figuren im Buch sind unscharf gezeichnet. Wer zunächst als Freundin beschrieben wird, ist plötzlich die Feindin, man hat das Gefühl, irgendwas überlesen zu haben und wird beim Zurückblättern aber nicht fündig. Die 16jährige Tochter Clio wird als unscheinbarer Teenager beschrieben, kommt aus einem Skiurlaub zurück und ist plötzlich zum Modeltyp mutiert, hat Brüste bekommen und ist ein Männermagnet geworden. Ein einwöchiges (!) Berufspraktikum hat sie vom verplanten und ziellosen Teenager zur zielstrebigen Spezialstin in der Baubranche werden lassen.
Ob die holprige Sprache auf die Autorin zurückzuführen ist oder die Übersetzerin, war nicht festzustellen. Die zahlreichen Gedankensprünge gehen jedoch offenbar auf das Konto der Autorin. Sprachliche Unschärfen sind wohl eher der Übersetzung zuzuschreiben. So wird der "gute" Kerl Angus beständig als "Immobilienmakler" bezeichnet, obwohl seine einzige Tätigkeit offenbar nicht im Makeln von Immobilien besteht, sondern ganz eindeutig die eines Bauunternehmers ist. Diese Kritik mag kleinlich erscheinen, diese Mängel verstärken aber den Eindruck, dass die Autorin das Buch freudlos und auf die Schnelle verfasst hat und auch bei der Übersetzung nicht gerade sorgfältig gearbeitet wurde.
Warum ich trotzdem 2 Sterne vergeben habe? Es war nicht das schlechteste Buch, das ich je gelesen habe.