Super Buch!
Hier ein Auszug aus einer Rezension, die ich für die Schule geschrieben habe:
Die Sprache des Buches ist leicht verständlich und der Satzbau zeichnet sich durch eine klare Struktur aus. Der Wechsel von Erläuterungen, aussagekräftigen Gefühls- und Gedankenbeschreibungen und erstklassigen Dialogen lassen beim Leser keine Langeweile aufkommen. Im Gegenteil: Die Worte zergehen auf der Zunge, fast schon wie eine Brausetablette, und der Redefluss wird an keiner Stelle eingeschränkt.
Es folgt ein Beispiel einer mitreißenden Gedankenbeschreibung von Stephen Fry:
"Ashley verkrampfte sich. Er hätte Ned am liebsten die Kehle aufgerissen, Venen und Nerven mit den Zähnen herausgezogen und auf den Boden gespuckt. Nein, stimmte nicht. [...] Ashley wollte etwas viel Vollkommeneres. Er spürte einen neuen Zorn, den er erst auf den Begriff bringen musste: Hass."
Die Charakterzüge der einzelnen Personen werden dem Leser vor allem durch ihr Handeln verdeutlicht. Die Persönlichkeiten der (Anti-)Helden nehmen im Laufe des Buches immer mehr Gestalt an. Sogar ihre Gefühle bleiben dem Leser auf Grund der Monologe nicht verborgen. Kurz gesagt: Die Personenbeschreibungen sind genial und dazu so in die Geschichte eingebettet, dass es einem kaum auffällt.
Stephen Fry hat eine ganz besondere Gabe: Durch seine Schilderung, wie ein Junge grundlos entführt wird und in eine Irrenanstalt gerät, spricht er nicht nur die Grundängste des Protagonisten der Geschichte an, sondern auch die eines jeden Lesers. Er spielt geradezu mit diesen Ängsten wie zum Beispiel vor dem Entführtwerden, so dass es dem Leser schwer fällt sich nicht mitreißen zu lassen. Es geht sogar so weit, dass der Leser sich so stark mit Ned, der Hauptfigur, identifiziert, dass er die Ungerechtigkeit, die Ned widerfährt, selbst zu spüren glaubt. Er entwickelt genau wie der Protagonist des Romans ein Rachegefühl. Nicht jedem Autor würde es gelingen, solche Gefühle beim Leser auszulösen.
Die Rache, das Hauptthema des Buches, spielt durchgehend eine große Rolle und ist gut dargestellt. Bei Neds Rachefeldzug überschlagen sich zwar die Ereignisse und Zufälle, doch das erzeugt eher Spannung, als dass es stört.
Wenngleich die Geschehnisse in der Realität auch unmöglich wären, im Buch sorgen sie für Pfiff und geben der Story immer wieder neue Anstöße.
Gegen die Bewertung "meisterhaft!", wie sie dem Buch vom "Stern" zugesprochen wurde, ist nichts einzuwenden. In meiner persönlichen Bewertungsskala steht dieses Buch ziemlich weit oben auf der Liste der Belletristik. Dieses Werk ist eines der Bücher, die man nach der letzen Seite nicht sofort beiseite legt, sondern das man noch eine Weile in der Hand hält, während man sich wünscht, es wäre noch nicht zu Ende. Empfehlenswert vor allem für Jugendliche, insbesondere für jemand, der sich nach einer schlaflosen Nacht sehnt...