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Der Stellvertreter
 
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Der Stellvertreter

Ulrich Tukur , Mathieu Kassovitz , Constantin Costa-Gavras    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Ulrich Tukur, Mathieu Kassovitz, Ulrich Mühe
  • Regisseur(e): Constantin Costa-Gavras
  • Komponist: Armand Amar
  • Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound, Farbe
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.85:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Concorde Video
  • Erscheinungstermin: 2. April 2003
  • Produktionsjahr: 2002
  • Spieldauer: 125 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B00006684P
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.444 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Zeiten, in denen Rolf Hochhuths "christliches Trauerspiel" Der Stellvertreter noch -- wie damals, 1962, bei seiner Uraufführung -- einen Skandal und große Diskussionen ausgelöst hat, sind lange vorbei. Wir wissen vom Schweigen des Papstes und der hohen Kurie angesichts des Holocausts. Die Wut und die Entrüstung, die vor 40 Jahren Christen auf der ganzen Welt empfunden haben, sind anderen, gedämpfteren Gefühlen gewichen, vielleicht sogar einer gewissen resignativen Gleichgültigkeit. Gerade deshalb kommt Costa-Gavras' Filmadaption des Stückes nun genau zur rechten Zeit. Sie wirkt dem Vergessen und der Verdrängung entgegen und profitiert zugleich von der nicht mehr ganz so erhitzten Sicht auf die von Hochhuth akribisch genau dargestellten Ereignisse.

Rolf Hochhuth war in der Wahl seiner Mittel nicht gerade sehr subtil, nichts sollte die Botschaft seines Trauerspiels verdecken. Und so setzt auch Costa-Gavras auf deutliche Zeichen. Immer wieder zeigt er die Züge, die Hunderte von Menschen in die Todesfabriken von Auschwitz bringen und dann wieder leer zurückfahren, um die nächsten zu holen. Vor dem Hintergrund dieser nicht abreißenden Transporte bekommen die Bemühungen des deutschen Chemikers und Offiziers der Waffen-SS Kurt Gerstein (Ulrich Tukur) und des italienischen Jesuitenpaters Riccardo Fontana (Mathieu Kassovitz) um eine Intervention des Vatikans, nicht nur eine ungeheuere Dringlichkeit. Sie sind einfach selbstverständlich, und man kann kaum begreifen, wie Papst Pius XII. (Marcel Iures) und seine Berater aus diplomatischen Erwägungen heraus die Augen verschließen konnten.

Aber bei aller politischen und historischen Eindringlichkeit ist Der Stellvertreter doch viel mehr als nur eine filmische Geschichtslektion. Die konkreten Ereignisse sind der Hintergrund, vor dem Costa-Gavras die zu jeder Zeit gültigen Dramen und Tragödien von Kurt Gerstein, Riccardo Fontana und dem namenlos bleibenden Doktor (Ulrich Mühe), der die Todesmaschinerie im Osten überwacht, ausbreitet. Der Christ Gerstein, der die Qualität des Zyklon B kontrolliert, kämpft gleich auf mehreren Ebenen gegen die Vernichtung der Juden an. Dafür bleibt ihm nur ein Weg: Er muss in seiner Position bei der Waffen-SS verharren und so selbst Tag für Tag schuldig werden. Die Schuld, die er auf sich lädt, zerreißt Gerstein innerlich fast, und man spürt, die auf ihm liegende Last in jedem Blick, in jeder Geste Ulrich Tukurs. Sein Porträt des Widerständlers, der doch Teil des Systems ist, wird man so schnell nicht wieder vergessen. Und auch Mathieu Kassovitz und Ulrich Mühe überzeugen durch ihre eindringliche Darstellung des idealistischen Geistlichen und des zynischen Opportunisten. In Hochhuths Tragödie ist der "Doktor" eine Figur, die man verabscheut. Ulrich Mühe verwandelt ihn in einen vielschichtigen Charakter, den man letztlich nicht einmal hassen kann. --Sascha Westphal

Produktbeschreibungen

Der gläubige Familienvater Kurt Gerstein (Ulrich Tukur) ist als Leiter der Desinfektionsabteilung beim Hygiene-Institut der Waffen SS für die Versorgung der Konzentrationslager mit dem Gas Zyklon B verantwortlich. Als er auf einer seiner Dienstreisen nach Polen in einem Lager Augenzeuge des Genozids wird, wird ihm klar, dass es nicht wie der Großteil der deutschen Bevölkerung wegsehen kann. In der Überzeugung, ein "Aufstand der Aufrechten" könnte die Judenvernichtung stoppen - schon längst rattern Viehwaggons mit ihrer menschlichen Fracht unerbittlich gen Osten - kontaktiert er hochrangige Personen der evangelischen Kirche und Vertreter anderer Staaten, um die Welt aufmerksam zu machen.

Doch seine couragierten Versuche, die Gräuel der Nazis publik zu machen, stoßen auf eine Mauer der Ignoranz, auf Grund seiner SS-Mitgliedschaft werden seine Berichte nicht ernst genommen. Denn was für alle anderen unbegreiflich und unvereinbar scheint: Für Gerstein ist seine Funktion als Offizier der Waffen-SS eine Möglichkeit, als Teil der Mordapparates die unfassbaren Gräueltaten der Nazis zu bezeugen und darauf aufmerksam zu machen.

Gerstein beschließt, den Papst als höchste moralische Instanz über die Judenvernichtung durch die Deutschen zu informieren. Er findet Unterstützung beim Jesuitenpater Ricardo Fontana (Mathieu Kassovitz), der als Sohn eines hochrangigen und einflussreichen Laien im Vatikan eine Audienz bei Papst Pius XII. (Marcel Iures) zu arrangieren versucht. Zwar lässt Fontana nichts unversucht, doch der Papst weigert sich, den Massenmord vor der Weltöffentlichkeit anzusprechen. Denn der Vatikan verfolgt seine eigenen Ziele, darüber hinaus

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:DVD
Der Film beruht auf dem gleichnamigen Schauspiel von Rolf Hochhuth.

Thematisiert wird das humanitäre Versagen der katholischen Kirche - vor allem von Pius XII (dem Stellvertreter Gottes auf Erden) während der NS-Zeit.

Der tiefgläubige Chemiker Gerstein (Ulrich Tukur) geht auf Betreiben seiner Vaters, eines strammen Nazis, zur Waffen-SS und ist dort für die Kontrolle von Zyklon B zuständig. Noch ahnt er nicht, dass mit diesem Giftstoff Millionen von Juden ermordet werden, noch glaubt er tatsächlich, dass man "Ungeziefer" im Osten ausrotten möchte.

In Auschwitz angekommen wird er eines Besseren belehrt. Eine Chance seinen Dienst zu quittieren hat der Vater von vier Kindern nicht. So versucht er auf andere Weise gegen das Morden vorzugehen.

Sabotage ist einer seiner Wege, ein anderer ist der vehemente Versuch den Vatikan und Diplomaten demokratischer Nationen aufzurütteln.

Schon bald muss er feststellen, dass sich Nicht-Juden selten wirklich für die Juden einsetzen möchten.

Der kaltblütige, äußerst perfide Lager-Arzt - seinen Namen erfährt man nicht -(Ulrich Mühe) sieht sehr schnell die Gewissensqualen Gersteins und höhnt, dass es im Grunde christlich sei die Qualität des Zyklon B so zu perfektionieren, dass die Juden einen schnelleren Tod erleiden.

Man sieht die Massentransporte nach Auschwitz, auch sieht man die Massenerschießungen an der Bahn entlang. Diese Massenerschießungen mit anschließender Verbrennung finden statt, weil das Zyklon B nicht ausreicht. Die Brutalität der Nazi-Schergen ist nicht in Worte zu fassen.

Gerstein nimmt Kontakt zur Kirche auf und lernt den jungen Jesuitenpater Riccardo Fontana (Mathieu Kassovitz) kennen. Dieser möchte im Vatikan vorsprechen, damit das Morden in aller Welt bekannt wird. Er hofft auf den Protest des Papstes.
Der Papst allerdings hüllt sich in Schweigen. Er denkt nicht daran zu protestieren, sondern agiert einzig gemäß seinen Machtinteressen, die unter dem Deckmantel der Diplomatie sprachlich relativiert werden.

Selbst als man römische Juden nach Auschwitz deportiert, handelt Pius XII nicht. Sein Feind ist der Kommunismus, der von Hitler in seinen Augen in Schach gehalten wird. Dafür nimmt der Papst offenbar den Tod der Juden billigend in Kauf. Mit den Gedanken der Bergpredikt ist dieses Verhalten jedenfalls nicht vereinbar.

Der zutiefst mitfühlende Riccardo wird auf Betreiben des Lager-Arztes, der sich als "ein bisschen katholisch" bezeichnet, vergast. Der Protestant Gerstein erhängt sich, weil er den Gewissenskonflikt und die Schuld, die er durch das Herstellen von Zyklon B auf sich geladen hat, nicht mehr erträgt.

Hochhut zeigt, dass das Böse sich nicht nur im Tun, sondern auch im Wegsehen manifestiert.

Unerträglich mit anzusehen, was Vorteilsdenken und Machtgier aus Menschen macht, unerträglich diese Verblendung.....
Wo war der christliche Gedanke- der Gedanke tiefster Menschenliebe - im Vatikan jener Tage? Wieso bezog die Nächstenliebe nicht auch die Menschen jüdischen Glaubens mit ein?

Ein sehr kritischer, hervorragender Film.
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47 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unglaublich bewegend 18. Januar 2003
Format:Videokassette
"Der Stellvertreter" ist wie "Schindlers Liste" einer der bewegendsten Filme über die Zeit des Holocaust. Die Geschichte von dem Jesuiten Riccardo und dem SS-Offizier Kurt Gerstein sind mitreißend gestaltet und beschreiben mit welchen inneren Zerrissenheiten man damals als Widerständler fertigwerden musste. Ich sehe auch eine gewisse Parallelität zwischen Gerstein und der römischen Kirche, die beide im Kleinen wirkten, da sie ansonsten mit ihrem sofortigen Untergang rechnen mussten, und ihre helfenden Tätigkeiten nicht weiterführen hätten können.

Dieser Film versucht sämtliche Institutionen, seien es einzelne Personen, die Reichspolitik oder auch die römische Kirche, die in dieser Zeit wirkten mit kritischen Augen unter die Lupe zu nehmen, und das ist auch gut und nötig.

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32 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Kurt Gerstein gab es wirklich. Sein Selbstmord in einem französischen Internierungsgefängnis 1945 ist bislang noch ungeklärt. Die Akten liegen unter Verschluss. Kennt man seine Biografie, seinen verzweifelten Kampf um die Aufdeckung des Massenmordes in den Vernichtungslagern, kann man schwerlich nachvollziehen, daß dieser großartige Mensch sich schnöde in seiner Zelle aufgehängt haben soll. Erstaunlich in diesem Zusammenhang der Fakt, daß man Sepp Dietrich, hochdekorierten Waffen-SS-Führer zu seinem Ableben bundesrepublikanische Ehren zuteil werden ließ. (Begräbnis mit Bundeswehr-Ehren) und Gerstein bislang jegliche weiterführende Ehren verweigert. Kein Wunder, deckte dieser bekennende Christ doch in seinem ausweglosen Kampf die moralische Mitwisserschaft, somit Schuld der Kirche(Vatikan) an der Vernichtung von 6.5Millionen Juden auf.

Die starke schauspielerische Leistung von Ulrich Tukur verleiht Kurt Gerstein ein authentisches Antlitz und ehrt diesen Menschen würdig. Der Film gehört in deutsche Klassenzimmer zum Thema "Zivilcourage im Dritten Reich". Extraklasse!
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Geschichtsblindheit
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Vor 2 Monaten von Abdullgo veröffentlicht
Fehlender historischer Hintergrund
Ich bin immer wieder verblüft darüber, wie sich Menschen von den Medien manipulieren lassen. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von profun veröffentlicht
Historisch nicht auf dem neuesten Stand
Na ja, mittlerweile sollte es eigentlich bekannt sein, dass Hochhuth Propaganda gemacht hat und so werden falsche Informationen einfach ungeprüft weiter verbreitet. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Cecilia T. veröffentlicht
Würden Sie es ertragen können Menschen vor Ihren Augen...
SS-Obersturmführer Kurt Gerstein sieht mit eigenen Augen in einem kleinen Kreis von Nazis hinter luftdicht verschlossenen Türen durch einen Spion mit an, wie viele Juden... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Bücher-Liebhaberin veröffentlicht
Die Kirchen.......
Bewegend und ergreifend. Dieser Film verdeutlicht die Verstrickung der Kirchen mit weltlichen Regiemen. Was damals war, ist heute gesehen auch nicht anders. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Toby Meyer veröffentlicht
Zwickmühle
Die Pacelli-Kontroverse, die hier heftig zwischen den Protagonisten und deren Anhängern geführt wird, soll hier nicht fortgesetzt werden. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Sagittarius veröffentlicht
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Der Film ist ein Muss!
Er enthält sowohl Informationen über die Nazis in ganz Europa, als auch Aufklärung über das Verhalten der Kirche. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Mai 2010 von Adelheid Jung
Hervorragender Film
"Der Stellvertreter" ist eim hervorragender Film.Er zeigt in beeindruckender Weise die Bereitschaft des Einzelnen zum Widerstand gegen ein verbrecherisches System,aber auch die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Januar 2010 von Thomas Scherr
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Veröffentlicht am 24. Januar 2009 von Roma aeterna
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Hochhuts leichtfertiger Umgang mit der Wahrheit und des Ignorierens historischer Tatsachen erreicht durch einen Film eine breite Masse, fällt bei einem gewissen Klientel auf... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. September 2008 von F. Seibert
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