Warum sehe ich Platons Vision eines Staates als Utopie an?
Ganz einfach: Wenn man sich genauer mit diesem Staate auseinandersetzt, fallen einem sehr viele Parallelen zum Kommunismus ein - und wie man schon sah in der Geschichte, konnte sich der Kommunismus nie durchsetzen, und genau so würde sich Platons Version eines Staates wohl niemals durchsetzen können.
Jedoch, abgesehen vom Staate, sind die Visionen, die Sokrates in diesem Werk mit seinen Gesprächspartnern äußert, selbst noch heute im 21. Jahrhundert von einer solch ungeheuren Weisheit geprägt, dass man den altgriechischen Philosophen doch eine sehr große Menge Respekt zusprechen muss.
An vielen Stellen kamen mir deshalb oft die Gedanken "Wie würde Platon, Sokrates etc. wohl heute denken und philosophieren?" Das würde mich sehr neugierig machen und auch sehr interessieren, doch man muss wirklich sagen dass die Weisheit, die in diesem Werke geschildert wird, selbst heute noch auf nahezu alle Situationen des Lebens übertragbar sind und auch somit schon fast eine allgemeingültige und wohl ewige Relevanz haben.
Sehr interessant fand ich auch Platons Höhlengleichnis, welches wir witzigerweise parallel im Ethik-Unterricht behandelten, womit mir das Buch sogar sehr gut geholfen hat, ebenso interessant sind die Ansätze aus Platons Ideenlehre.
Alles im allen im Grunde ein sehr gutes Buch, besonders positiv eingestimmt bin ich zu der Aufmachung des Buches an sich und auch dem stabilen Einband.
Jedoch stellen sich sicher nun einige die Frage, warum ich nur 3 Sterne vergebe?
Nun, das hat für meine Ansicht folgende Auslöser:
Das Hauptproblem, welches ich habe, ist im Grunde, das Sokrates einen so hohen Anteil hat, dass man die anderen Gesprächspartner nahezu auslassen könnte, selbst dann würde man das Werk noch lesen können ohne etwas wichtiges zu verpassen, es liest sich teilweise eher als Lückenfüller, ist für die heutige Zeit wohl aber generell eher ungewohnt. Ebenfalls nervt es mich etwas, dass Sokrates ständig irgendwelche Dinge hinterfragt, die man gar nicht hinterfragen müsste, da sie logischerweise schon auf der Hand liegen, somit kam mir und auch meinem Ethikkurs teilweise der Eindruck, dass Sokrates als Redner seine Gesprächspartner für dumm verkaufen will. Dies mag zwar auch der damaligen Zeit gewidmet sein, etwas nervtötend ist es trotzdem. Und dann das, was mich am meisten nervt, ganz einfach die Tatsache, dass Sokrates zwar auch in meinen Augen einer der wichtigsten, aber auch einer der am nervigsten Philosophen ist, was jedoch hauptsächlich darin liegt, dass ich bei ihm teilweise das Gefühl habe, dass er seine Gesprächspartner generell für dumm verkauft. Dass es nicht so ist ist mir bewusst, der Eindruck ist jedoch erhalten und blieb auch bei diesem Buch bestehen.
Letzter Kritikpunkt ist einfach, dass der Staat Platons eine Utopie ist, die im Ansatz zwar sehr gut durchdacht ist, jedoch in dr heutigen Zeit nicht umgesetzt werden kann.
Wichtig am Ende sei jedoch noch zu sagen, dass dieses Buch keine Empfehlung braucht, da es ein Buch ist, das eigentlich jeder Mensch in seinem Leben einmal lesen sollte, denn die Weisheit, die man aus diesem Buch mit herausnimmt, ist etwas, das man heute nicht einmal mehr im Ansatz geboten bekommt.