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Der Staat Hitlers - bk1544
 
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Der Staat Hitlers - bk1544 [Taschenbuch]

Martin Broszat
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: DTV Verlag, (1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423040092
  • ISBN-13: 978-3423040099
  • ASIN: B002G64SBI
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 743.637 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Der Staat Hitlers" von Martin Broszat gibt in gut verständlicher Weise Einblicke in unterschiedliche Themenbereiche der Organisation der NSDAP und der Reichsregierung unter Hitler.
Im Vorfeld werden kurz die Gründe dargestellt, die das Scheitern der Weimarer Republik verursacht und den Aufstieg der NSDAP erst ermöglicht haben.
Im Weiteren wird der NS-Staat unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet. Nach der Erläuterung der Struktur der Partei mit den ihr angehörigen Verbänden und deren Führungsstruktur befasst sich ein großer Teil des Buches mit der Vorgehensweise des Diktators in der Anfangszeit seiner Schreckensherrschaft. Gleichschaltung der Länder, Verbot der Gewerkschaften, Kommunisten und anderer Parteien werden ebenso verständlich geschildert wie die Verflechtung von Staat und Partei.
In den nächsten Kapiteln werden dann die Bereiche Beamtentum, Reichsregierung (u.a. mit den Gebieten Reichsarbeitsdienst, Himmler als Reichsführer-SS und Chef der Polizei, Machtbereich Görings) behandelt.
Ein weiterer Abschnitt befasst sich dann mit den thematisch direkt mit dem Kriegsvorhaben verbundenen Themen, wie etwa Vierjahresplan, Außenpolitik, wirtschaftliche Lenkung, Gliederung der Wehrmacht.
Den Abschluss bildet eine Betrachtung des Bereiches Recht und Justiz in der Vorkriegszeit des Hitler-Regimes.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen kann, der sich eingehender, als es in vielen Büchern zu diesem Thema der Fall ist, mit den oben genannten Bereichen befassen möchte. Die Fachkompetenz des Autors auf diesem Themengebiet ist seit Jahrzehnten bekannt und international anerkannt. Wer bereits andere Bücher von ihm gelesen hat, der weiß, dass Broszats Art des Schreibens gut verständlich ist.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Lange bevor in Deutschland der Historiker-Streit der achziger Jahre ausbrach betrieb Martin Broszat in seinen Veröffentlichungen jene "Historisierung des Nationalsozialismus", welche im Verlauf der Debatte u. a. auf dem Prüfstein stand:
Würde eine von moralischen Kategorien losgelöste Beschäftigung mit der inneren Verfassung des NS-Staates, eine Betrachtung der Nazi-Funktionäre unter sozialhistorischen oder auch poltikwissenschaftlichen Aspekten unter Auslassung der üblichen dämonisierenden Attribute, eine Relativierung der einzigartigen Verbrechen und ein schließliches Vergessen einläuten?
Auch Broszat beteiligte sich unter anderem in Form eines längeren Briefswechsels mit seinem jüdischen Kollegen Saul Freidländer an der Debatte in den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte. Seine Antwort las sich solcherart, dass nur eine empirische Untersuchung der NS-Zeit unter sozial- und gesellschaftshistorischen Kategorien, welche eine "Entschlackung" der üblichen, mit metaphysischen Konnotationen belegten Sichtweise nach sich zöge, eine Opfer-Täter-Relationen gebührend darstellende, und damit moralisch gewinnbringende Arbeit wäre. Jedwede Mystifizierung des Nationalsozialismus würde hingegen die Täter aus ihrer Verantwortung entlassen, indem ihre Verbrechen den Charakter kosmisch vorbestimmter Notwendigkeiten annähmen.
Diesen Anspruch Broszats findet sich auch in seinem erstmals 1969 veröffentlichten Buch "Der Staat Hitlers" zur Perfektion verwirklicht. Indem er die innenpolitische Entwicklung Deutschlands von den Präsidialregierungen am Ende der Weimarer Republik bis zur "Endlösung der Judenfrage" mit äußerster Akribie nachzeichnet, gibt er dem Leser einen fulminanten Einblick in den widersprüchlichen Charakter eines Staates, welcher seinen Bewegungscharakter auch in der Institutionalisierung nie verlieren durfte, um jene "Energie-Entfesselung" zu ermöglichen, welche schließlich zu der Ermöglichung des industriellen Massenmordes in den Vernichtungslagern führte.
Verfassung, Partei, Staat, Verwaltung, Beamtentum, Recht und Justiz werden jeweils in eigenen Kapiteln behandelt. Zudem wird der Dualismus zwischen "Polykratie der Ressorts" und dem Führerabsolutismus in einem eigenem Abschnitt beschrieben. Der eigentümliche Charakter der Nazi-Diktatur, welche Elemente der kontrollierten Anarchie und des Chaos mit einer disziplinierten, straff organisierten Staatsführung verband, gewinnt durch Broszats empirische Recherchen hinreichende Plastizität, und hat seine Aktualität noch heute, mehr als dreissig Jahre nach seinem Erscheinen, nicht verloren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sommerwind TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Martin Broszat (1926-1989), von 1972 bis zu seinem Tod Direktor des Instituts für Zeitgeschichte in München und langjähriger Nestor der deutschen NS-Forschung, hat mit dieser 1969 erstmalig erschienenen Monographie ein bis heute gültiges Standardwerk geschaffen. In präzisen und sachlichen Analysen, die auf soziologischer und politologischer Terminologie basieren, beschreibt Broszat die Strukturen nationalsozialistischer Machtausübung und Politik. In den zeitgeschichtlichen Kontroversen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bei denen Broszat allenfalls als Zaungast zugegen war, ist diese Perspektive als "funktionalistisch" (Gegenbegriffe: "intentionalistisch" bzw. "hitleristisch") bezeichnet worden. Aus heutiger Sicht würde man Broszats Herangehensweise zutreffender als "strukturalistisch" bezeichnen. Dass ein solcher Zugang die terroristische Dynamik des Hitler-Regimes keineswegs verschleiert, sondern im Gegenteil offen zutage treten lässt, hat Broszat mit "Der Staat Hitlers" vor über vierzig Jahren eindrucksvoll bewiesen. Broszats terminologisch sehr sorgfältige Darstellungsweise macht es dem Leser nicht immer leicht. Zwar hat er mit Begriffen wie "antagonistische Polykratie" semantische Schlüssel für die zeithistorische Diskussion entwickelt, gleichzeitig aber ein sprachliches, logisches und argumentatives Niveau erklommen, das in der NS-Forschung seither nur mehr selten erreicht worden ist. Broszats Sprachgebrauch zeichnet sich durch außerordentliche Präzision und Konsistenz aus; trotz der relativ kompakten Maße enthält "Der Staat Hitlers" hochgradig differenzierte und bis heute wegweisende Analysen zu den inneren Strukturen der nationalsozialistischen Herrschaft. All das hat diesen Text zu einem bis heute gültigen Referenzwerk der Zeitgeschichtsschreibung gemacht.
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