Ian Kershaw, ein renommierter britischer Historiker, unternimmt in seinem 1983 erstmalig erschienenen Werk "Der NS-Staat" den Versuch, die Kontroversen der Forschung zum Nationalsozialismus wertneutral in ihren Leitlinien zu dokumentieren, ohne hierbei seine eigene Meinung zur Sache außen vor zu lassen. Dies gelingt ihm vorzüglich. So ist sein Buch die beste Einführung ins Thema. Bereits bei vergleichsweise geringer Lesearbeit ist man in der Lage, die wichtigsten Kontroversen in Ansätzen widerzugeben. Natürlich reicht das Buch nicht aus, um einen wirklich tiefgehenden Einblick in die jeweiligen Werke zu erlangen. Dies indes ist auch nicht der Anspruch Kershaws. Er ist sich der Tatsachen bewusst, dass es unmöglich sein wird, a) die Literatur zum Nationalsozialismus zu dokumentieren, b) selbige selbst zu lesen. Es ist vor diesem Hintergrund in gleichem Maße inhaltlich verständlich wie methodisch zwingend, die Ebene des allgemeinen Überblicks jener des tiefgehenden Einblicks vorzuziehen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)