Wenn es gelingt, die Ratio auszuschalten und sich im Reich der Phanatsie wiederzufinden, wird man immer tiefer in den Bann dieser Geschichte gezogen von einem unsympathischen Ich-Erzähler. Die zu Beginn verwirrende Zahl und Abstrusität der Charaktere lichtet sich immer mehr. Ein genialer Menschenratt quintessenzt und die Kapitelzusammenfassungen helfen den roten Faden nicht zu verlieren. Besonderes Vergnügen bereiten die detailreichen köstlichen erotisch bis blutigen Schilderungen, wo man zwischen Ekel und Voyerismus schwankend auf Bekanntes und Unbekanntes trifft. Der Mix aus Realität und Fiktion ist verwirrend, überraschend, geheimnisvoll und stets spannend.
Beeindruckend ist die meisterhafte Verwendung der Sprache, die inspiriert und zu eigenen Wortjonglagen und -spielereien einlädt.
Der respektlose Umgang mit religiösen Symbolen erheiterte zutiefst.
Man kann auf Peter Boschs nächsten Roman gespannt sein.