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Der Spurensucher [Gebundene Ausgabe]

György Buda , Imre Kertesz


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Kurzbeschreibung

10. März 2003
"'Die Konferenz, der Urlaub, die ganze Reise, alles war nur ein Vorwand für dich, um dorthin zu fahren.' 'Mag sein', gab der Mann zu. 'Einmal muß ich meine Arbeit erledigen', setzte er hinzu, und vielleicht klang seine Stimme ungeduldiger, als er beabsichtigt hatte."
Nach Jahrzehnten ist es soweit. An einem heißen Sommertag macht sich der Mann in Begleitung seiner Frau auf, um Buchenwald, die Stätte seiner Erniedrigung und Leiden, zu besuchen. Er schlüpft dazu in die Rolle des überlegenen Fremden. Sie soll ihm erlauben, standzuhalten und abzurechnen, ein für allemal.
Aber es kommt anders. Das KZ-Tor mit dem bekannten Spruch ist zwar da. Doch was dahinter war, die Vergangenheit, ist abgeräumt worden, fehlt. Ihm ist der Sieg verwehrt. Ganz allein also muß der Spurensucher fertig werden mit seiner Verlorenheit in einer nur allzu "normalen" Gegenwart - die den Erregten für Augenblicke höllisch verzerrt anbleckt.

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2002
Diese Erzählung gehe auf das Jahr 1962 zurück, schreibt Rezensent Hubert Spiegel, als Kertesz zum ersten Mal nach seiner Befreiung aus Auschwitz ein Konzentrationslager besucht habe, das KZ Buchenwald bei Weimar, damals in der sozialistischen DDR gelegen. Mit inquisitorischer Härte und Finesse sah Spiegel den Protagonisten der Erzählung einen nicht näher definierten Auftrag ausführen, dessen Hintergrund die Suche nach Verantwortlichen für die Nazi-Verbrechen ist. Im Zentrum des Textes sieht der Rezensent die Frage stehen, wie Literatur angesichts dessen, was sich nicht erzählen lasse, dem Vorwurf der Luge entgehen könne. Zu Unrecht habe die Erzählung lange im Schatten des weltberühmten "Roman eines Schicksallosen" gestanden. Die Sprache der Erzählung freilich zeichne eine "gewissen stilistische Euphorie" aus, wie der Rezensent, Kertesz zitierend, schreibt, der dies im Nachwort des Buches selbst als Folge "jener Sprachdisziplin" beschrieben habe, die er sich während der Arbeit am "Roman eines Schicksallosen" selbst auferlegt habe. Doch die gelockerten stilistischen Fesseln haben den Rezensenten einen ganz neuen Kertesz entdecken lassen: "parabelhaft und stark an Kafka gemahnend, zur philosophischen Sentenz neigend, immer wieder erzähltheoretische Passagen einstreuend".

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Perlentaucher.de

Über den Autor

Imre Kertesz, 1929 in Budapest geboren, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 in Buchenwald befreit. Er gilt seit dem späten Erfolg seines "Roman eines Schicksallosen" als einer der großen europäischen Schriftsteller. Die jahrelange Arbeit an diesem Roman, der 1975 in Ungarn erschien, finanzierte er durch Musicals und Unterhaltungsstücke. Er betätigte sich als Übersetzer von Freud, Nietzsche, Hofmannsthal, Canetti, Wittgenstein und anderen. 2000 erhielt er den "Welt"-Literaturpreis, 2002 den Nobelpreis für Literatur und 2004 den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten und den Corine - Internationaler Buchpreis 2004 für sein Lebenswerk. 2009 wurde Imre Kertesz mit dem Jean Améry-Preis für Essayistik geehrt.

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