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Kundenrezensionen

16
3,6 von 5 Sternen
Der Sportreporter
Format: Kindle EditionÄndern
Preis:12,99 €
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Bekannter ist "Unabhängigkeitstag", ein zwar in sich abgeschlossener Roman, aber dennoch so etwas wie Teil 2 des "Sportreporters" Frank Bascombe. Hier begegnen wir den soeben geschiedenen Mann das erste Mal. Wieder stehen Feiertage vor der Tür, um die sich das ganze Buch zeitlich rankt: Ostern. Der Durchschnittsmensch Bascombe ist einmal mehr orientierungslos. Er will sich selbst davon überzeugen, dass er den Tod seines jüngsten Sohnes und die Trennung von seiner Frau, die er hartnäckig nur "X" nennt, überwunden hat und irgendwie schon weiterwursteln kann. Starke Frauen sind seine Krücken im Leben, er hat auch wieder eine zur Hand; aber da sie stark ist und weiß, was sie nicht will, funktioniert es nicht zwischen den beiden. Der Leser taucht in die Gedanken von Boscombe ein, der sein bisheriges Leben in vielen Rückblenden überdenkt. Da er viel über sich nachdenkt, kreist er auch nur um sich. Das hat Richard Ford gekonnt zu Papier gebracht. Es wird viele Männer geben, besonders geschiedene, die sich ein Stück weit mit Boscombe identifizieren können. Und einige Frauen, die nach der Lektüre besser verstehen werden, warum ihre Ehe gescheitert ist und warum sie sich künftig von bestimmten Männern fernhalten werden. Um Sport geht es in diesem Buch allerdings nur am Rande. Auch sein Sohn Paul, der in "Unabhängigkeitstag" eine gewichtige Rolle einnimmt, bleibt Randfigur.

In diesem Roman ist Boscombe älter, aber immer noch in einer "Orientierungsphase" und nach wie vor in Trauer um seine verlorene Familie. Seine ehemalige Frau, Ann, die endlich ihren Namen zurückbekommen hat und durch Heirat einen neuen dazu, hat sich endgültig von ihm gelöst. Der "Sportreporter" ist nun Grundstücksmakler und wieder hat er eine schwierige Beziehung am Laufen. Aber jetzt ist es Paul, der eventuell missratene Sohn, der seine ganze Aufmerksamkeit benötigt.

"Der Sportreporter" und "Unabhängigkeitstag", das Buch, dem größere Aufmerksamkeit zuteil wird, sind zwei völlig eigenständige Romane um einen innerlich zerrissenen Mann, der irgendwie sinnvoll überleben will und an das Glück schon lange nicht mehr glaubt. Die Freude an den beiden Geschichten ist aber größer, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge liest.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. August 2009
Das ist sicherlich eines der besten Bücher, das ich jemals gelesen habe. Man lernt einen Menschen kennen, der sich über sein Leben Gedanken macht. Er hat nicht alles erreicht, was er wollte, aber er führt ein Leben, in welchem er zurecht kommt. Ihm sind schlimme bzw. unangenehme Dinge wiederfahren, aber er ist sich darüber im Klaren, daß eben das zum Leben gehört.
Dies ist ein Buch, für das man sich etwas Zeit nehmen sollte. Man erfährt einiges über Menschen im allgemeinen und Männer im besonderen. Wer also amerikanische Literatur mag, wird dieses Buch wahrscheinlich lieben. Lest es!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. April 2014
Frank Bascombe lebt im New Jersey der 80er Jahre, ist Mitte 30, geschieden, Sportreporter. Er lebt ein eigentlich einfaches Leben, reist durchs Land, um Interviews mit Sportlern zu machen. Ab und an trifft er sich mit seiner Exfrau, die er X nennt – vermutlich weil ihm der richtige Name zu nahe ginge und er nichts wirklich an sich heran lässt.

Während Frank sein beschauliches Leben lebt, verliert er sich immer wieder in Gedanken und Erinnerungen. Er denkt über seine Kindheit nach, über seine Beziehungen, einzelne Erlebnisse, die ihn in der Vergangenheit prägten, über die Brüche in seinem Leben. Diese Brüche scheinen die Konstante in Franks Leben zu sein: der Verlust des Sohnes, der Ehefrau, der literarischen Ambitionen. Frank ist Mitglied im Club der geschiedenen Männer, obwohl er von sich behauptet, über seine Scheidung hinweg zu sein. Dieser eher oberflächliche Club besticht durch zwei Dinge: Seine Mitglieder haben alle Brüche im Leben erlebt, wie Frank selber und es sind die einzigen Menschen, zu denen er eine irgendwie geartete Beziehung hat, so oberflächlich sie auch sein mag.

Frank möchte ein neues Leben aufbauen, allerdings vermeidet er alles, was ihn wirklich aus der Vergangenheit lösen und in die Gegenwart eintauchen liesse. Und so zerbrechen auch seine Neuanfänge und er sucht weiter. Und glaubt weiter, dass er finden wird, was er sucht.

Der Sportreporter ist der erste Teil einer Trilogie (Teil zwei und drei sind Unabhängigkeitstag und Die Lage des Landes) um Frank Bascombe, einen durchschnittlichen Menschen, der sich selber zu erfinden versucht, sich dabei immer wieder auf starke Frauen stützt, die nie bleiben, der sein eigenes und das Scheitern Amerikas über Seiten hinweg reflektiert und den Leser auf diese Weise eintauchen lässt in seine Gedanken, seine Irrläufe, sein Leben.

Fazit:
Ein ruhiges Buch, ein Buch voller Erzählungen und mit wenig Erlebtem. Das Buch lässt einem Frank Bascombe ans Herz wachsen, indem es einen mit in die Tiefen seiner Gedanken mitnimmt. Empfehlenswert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nach der Lektüre von Richard Fords drittem Frank Bascombe Roman, "The Lay of the Land" (Die Lage des Landes), ein Monumentalwerk, dessen Witz, Tiefe und Schönheit in den ausufernden Details liegt, habe ich jetzt diesen ersten Teil der Bascombe Trilogie gelesen. Im dritten Teil, der 2000 spielt, kurz bevor Bush Präsident wird, ist Franky B. MItte 50 und leidet an Krebs (naja vielleihct nicht leidet, er redet jedenfalls darüber aber lebt damit), seine Ex-Frau macht ihm Avancen, seine Kinder sind inzwischen erwachsen leben und ihr eigenes, komisches Leben.

"The Sportswriter" ist der Anfang der Figur: irgendwann in den 80er Jahren: Frank ist Mitte 30, erst vor einer Weile geschieden worden, lebt allein im großen Haus in New Jersey arbeitet als Sportreporter, seine Kinder sind noch klein, er hat eine Geliebte und versucht sein Leben vor sich und dieser Frau zu rechtfertigen. Er zeigt uns kopfschüttelnd sein Amerika, sein Versagen und Erkennen. "So ist es, aber was solls?", scheint er zu sagen. Wir lernen, warum er seine Schrifstellerkarriere aufgab und was es heißt, das Gefühl nicht loszuwerden, dass das Leben doch jetzt irgendwann richtig anfangen muss und das Glück bestimmt bald um die Ecke kommt.

Die Figuren, die man sowohl im zweiten, wie im dritten Teil wiedertrifft, werden hier vorgestellt und wachsen einem ans Herz. Natürlch wird Frank die Frau nicht kriegen, um die sich all seine Gedanken drehen, das wissen wir Leser auch lange vor ihm. Natürlich wird Frank aber nicht aufgeben und in seinem Scheitern blitzt die Erkenntnis auf, wie sehr wir unser Leben selbst in der Hand haben - oder eben bloß glauben das zu tun. I love Frank!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Januar 2000
Hemingway und Faulkner. Mit diesen beiden großen Erzählern wird Richard Ford immer wieder verglichen. Und gemeinsam Tobias Wolff und Raymond Carver gehört er gegenwärtig zu den erfolgreichsten amerikanischen Vertretern einer Stilform, die man als "realistisches Erzählen" bezeichnet. In Richard Fords Buch "Der Sportreporter" lernt man vor allem einen Menschen kennen, Frank Bascombe, der zwar das Talent des großen Schriftstellers gehabt hätte, aber lieber das sichere Einkommen als Sportreporter gewählt hat. An einem Wochenende ist er unterwegs zu einem Interview und auf der Fahrt dorthin beginnt er nachzudenken, sich rückzubesinnen. Der Tod seines Sohnes und die Trennung von seiner Frau haben ihn zum Einzelgänger gemacht, er ist unsicher und fühlt sich viel einsamer, als er sich einzugestehen bereit ist. Er versucht, sich seiner Gefühle klar zu werden. Ford erzählt großartig und plastisch und jeder Leser wird sich ein Stück weit wiedererkennen, sich Frank Bascombe an vielen Stellen verbunden fühlen. Es ist ein Roman entstanden, der ohne Action und Gewalt auskommt, der aber genau das ist, was im Film "großes Gefühlskino" wäre: die Identifikation mit der Hauptfigur. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 6. März 2004
Frank Bascombe ist Sportreporter und ein Mann, der die einfachen Dingen liebt: ein Jägersteak, ein Salatbuffet und eine Fernsehübertragung Er reist durch Amerika, interviewt Baseball- und Eishockeygrößen, wohnt in einem schönen Haus, fährt ein Coupe und man könnte glauben, dass er sein Leben im Griff hat. Mag sein. Er hat aber auch schon das eine oder andere verloren, was ihn mehr plagt, als er sich eingestehen will: seinen Sohn, seine Ehefrau, seine literarische Ambition, lauter Verluste, denen er durch eine Flucht in die Durchschnittlichkeit zu entkommen versucht. Um ihn herum existieren Männer und Frauen in der gleichen Lage wie er - alle mit einem oder zwei gescheiterten Lebensentwürfen auf dem Buckel und alle bestrebt, einen Neustart ins Werk zu setzen, bei dem alles ein wenig besser werden soll. Na und, denkt man. Das ist doch das Lebensgesetz der modernen Gesellschaft. Die Aneinanderreihung von Lebensabschnittsbegleitern ist das Muster unserer Zeit. Aber je weiter man in dem vorliegenden Roman liest, desto klarer wird, dass es ein Muster ist, das die Menschen mürbe macht. Herb Arcenault, Walter Luckart, die Mitglieder im „Club der geschiedenen Männer" und viele andere der Protagonisten mehr treffen bei ihren Pannen und bei Neustarts nur auf Partner, die ihrererseits auch Pannen und Neustarts hinter sich haben, so dass jedermann in einer Welt der sozialen Unbeständigkeit leben muss, in dem die einfachen Freuden des Lebens, nach denen sich Frank Bascombe so sehnt, einfach mehr nicht dauern können. Das hört sich sehr moralisch an, wird aber von Richard Ford in einer behutsamen Erzählweise in immer neuen Anläufen entfaltet, bis sich der vermeintlich so robuste Sportreporter als ein ist eine ganz arme Sau entpuppt. Von seiner Ex-Frau, die er noch immer liebt, von der schönen Vicky, die ihn verlässt, von seinem Freund, der in den Selbstmord flüchtet, verraten, landet er am Ende ganz allein in einer Appartmentanlage mit anderen armen Schweinen, die sich den lieben langen Tag vorgaukeln, es gehe ihnen gar nicht so schlecht. Die Tapferkeit und Unverdrossenheit, mit dem die Personen in dem vorliegenden Roman diesen Eindruck zu erwecken versuchen, nötigst Achtung ab, mehr noch schafft Sympathie und Anteilnahme - und auch ein wenig Selbsteinsicht, wenn man das Buch aus der Hand legt und sich frag, ob man nicht auch eine so arme Sau ist.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Oktober 2009
Es ist ein Vergnügen, diesen etwas schrägen "Fast-Normalo" dabei zu begleiten, wie er versucht, sein Leben hinzukriegen. Irgendwo zwischen Scheitern und Durchkommen. Man wünscht ihm das Beste, so wie man es sich selber wünscht, und weiß doch, dass es hart wird, es zu erreichen - weil man sich selbst dabei im Wege steht.
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am 17. Mai 2004
Warnung für Ungeduldige vorweg: Für dieses Buch braucht man Zeit. Der mit dem Pulitzer-Preis (und auch das vorweg: zu Recht) ausgezeichnete Roman von John Ford beginnt langsam und verweilt zunächst sehr intensiv bei einigen wenigen Lebenstagen des Hauptdarstellers. Dieser, Sportreporter von Beruf, schildert dem Leser - zugegeben auch mit der latenten Gefahr der Langeweile - von seiner gescheiterten Ehe und seinem durch eine Krankheit zu Tode gekommenen Sohn. Das dauert Zeit. Ganz allmählich kommen andere große und kleine Tragödien zum Vorschein: der Verlust der Freundin, der Tod eines Bekannten. Wie eine wagnerische Opernouvertüre verdichtet sich von Seite zu Seite das Geschehen. Allerdings steuert die Handlung nicht auf einen Höhepunkt mit Pauken und Trompeten zu. Ganz bescheiden verbleibt der Roman ganz nah an seinem Titelhelden. Zum Ende hin - dies kann man als Makel bei einem ansonsten wunderbaren Buch werten - neigt der Autor leider doch dazu, die Ereignisse zu überspitzen und in rascher Abblende allerlei Entbehrliches geschwätzig vorzutragen. Wer aber zurück will in die große Ruhe des Erzählers, dem sei auf diesem Wege der Roman „Unabhängigkeitstag" des gleichen Autors - als Fortsetzung des hier besprochenen Buches konzipiert (dabei aber doch ganz eigenständig) - dringendst empfohlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Sich darauf einzulassen, wie sich der Durchschnittsamerikaner bemüht, das Beste aus seinem durchschnittlichen Leben zu machen, kann im Idealfall der Beginn einer großen Liebe sein, die ihre Fortsetzung im "Unabhängigkeitstag" und in der "Lage des Landes" finden wird und sollte. Ein würdiger, nachdenklicher, psychologisch exakter und fein beobachteter Einstieg in die nobelpreisverdächtige Trilogie eines literarischen Ausnahmetalents.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Dezember 2006
Ich bin ein Fan von Philip Roth und John Updike. Wer diese Autoren schätzt, dem möchte ich unbedingt auch diesen Roman ans Herz legen. Für mich ist er das allerbeste Beispiel dieser Gattung realistischer amerikanischer Gegenwartsliteratur.
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