Hier trifft man auf Weltliteratur, bei der man anfangs gar nicht merkt, wie teuflisch eine Spielerkrankung sein kann. Im Verlauf des Buches wird der Zwang des Hauptprotagonisten zum spielen immer deutlicher, andere Dinge, die ihm wichtig sind, geraten immer mehr in den Hintergrund. Dostojewskij beschreibt einen zunächst ganz normal wirkenden Mensch, der seinen Platz in der Gesellschaft hat, sich in eine etwas hysterische Frau verliebt und natürlich nach dem Geld guckt. Ganz besonders das Geld ist in der Gesellschaft, die ihn umgibt das Mittel sich zu positionieren und zu definieren. Aber selbst das Geld, um das es beim Spielen ja eigentlich geht, hat am Ende kaum noch Bedeutung, es geht nur noch um das Spielen an sich. Und die Hauptfigur ruiniert sich am Ende komplett, wie sollte es anders sein. Man sagt, die Beschreibung der Spielsucht trage bei Dostojewskij etwas autobiographisches. Das markt man beim Hören sehr deutlich. Ich kenne keine treffendere Beschreibung dieser tückischen Krankheit, als die von Dostojewski. Ein bitteres, aber ungemein wertvolles Buch! Diese Hörversion ist zwar anständig, aber nicht besonders spektakulär umgesetzt.