Durchaus eine Freundin historischer Romane, war ich doch von diesem Buch ziemlich enttäuscht. Positiv fand ich die interessante Story und das beeindruckende Fachwissen des Autors. Insgesamt wirkte das Werk auf mich jedoch halbgar. Die Charaktere bleiben merkwürdig farblos, ihr Verhalten ist oft unlogisch und nicht nachvollziehbar (Beispiel: Warum wendet sich Editha derart radikal von ihrem Vater ab?). Erzählstränge werden aufgenommen, aber nicht zu Ende geführt, bis auf den, der die Hauptperson betrifft. Manche Szenen werden in epischer Breite formuliert, dass schon fast Langeweile aufkommt, andere wiederum in einer unangemessenen Hektik vorangetrieben. Besonders den Schluss fand ich absolut unbefriedigend. Hier hatte ich gar den Eindruck, dass der Autor aber wirklich langsam zu einem Schluss kommen wollte. Als Fazit bleibt, dass dieses Buch vielen gefallen wird (wie an den vorigen Kritiken zu sehen ist), da es ein farbenfroher, historischer Schmöker unter vielen ist, dass es aber -wie ich finde- nicht wirklich gut umgesetzt ist.