Sachverhalte. die eine Absage an die 'systematische Philosophie' nahelegen können, finden sich in Rortys SPIEGEL DER NATUR. 'Geist' bzw. 'Mentales' könnte u.a. sein, die Bezeichnung für die platonische Absicht dem Werden der Dinge, irgendwie Dauer zu geben. Im wesentlich sei dieses aber nichts anderes als zeitgemäße Ergebnisse eines überlebten philosophischen Diskurses. Die Versuche der Philosophie der letzten 400 Jahre "philosophischer Erkenntnis" - im Sinne eines priviligierten Zuganges von Philosophen zur Objektivität - auf ein allgemeingültiges Fundament zu stellen, können aus heutiger Sicht als philosophische Irrläufer bezeichnet werden, meint Rorty. Fatalerweise hindern sie uns daran, Problemen ein Höchstmaß an philosophierender Aufmerksamkeit zu schenken, die für die Gegenwart von größter Bedeutung sind. Mit dem Ausblick auf die seines Erachtens urphilosphische Idee des "Gespräches der Menschheit" ist es angemessen und hilfreich - Rortys Diktion heißt 'nützlich' -, auf Lösungen von Problemen zu verzichten, die aus heutiger Sicht nichts anderes sind, als Folgen kontingenter, dichterischer Produktionen (Metaphorismen). Die Behauptung vom Mentalen als einem Hort objektiver Zugänge, das Festhalten an transzendentalen Zugriffsweisen diene lediglich dem Selbsterhalt bestimmter Überzeugungen, die als "philosophische Erkenntnisse" der Behauptung von der Annäherung an Wahrheit dienen sollen. Derartige Überzeugungen haben heute keine 'bildende', d.h. entwicklungsfördernde Funktion mehr. Um gegenwärtige Probleme lösen zu können, braucht es Distanz von überkommenen Überzeugungen, Verzicht auf ausgediente Nominalien, um gemeinsam neue zu finden, die dem weltweiten Zusammenwirken von Menschen positive Impulse geben können. Phantasie und Mut zum 'unnormalen Diskurs' ist gefragt.