"Der Spiegel im Spiegel" , das zu den weniger bekannten Werken des Autors gehört, ist ein Buch voller Poesie, mit nur lose zusammengehörenden, phantasievollen und manchmal auch verwirrenden Geschichten, die oft nicht ohne weiteres zu deuten sind. Wer dieses Buch liest, wird nicht dazu gefordert zu verstehen, wie man es vielleicht aus der Schule gewohnt ist, sondern mitzuleben und sich der Phantasie des Autors hinzugeben. "Der Spiegel im Spiege"l ist wie eine Reise durch Michael Endes eigene faszinierende Welt, die sich von unserer Welt der Logik und der Tasachen völlig abgrenzt. Es ist ein Buch für Träumer, für Menschen, für die nicht alles erklär- und interpretierbar sein muß, sodern die bereit sind, sich auf etwas völlig neues einzulassen. Selbst wer "Momo" und "Die Unendliche Geschichte" gelesen hat, wird wahrscheinlich von der Erzählweise in "der Siegel im Spiegel" erst einmal überrascht sein, weil es keine Abenteuergeschichten sind, sondern mehr verschiedenste kurze Einblicke in eine fremde Märchenwelt. Man muß es nehmen wie eine Art Musikstück, und entweder es gefällt einem oder eben nicht. Lohnen tut dieses Buch meiner Meinung nach aber für jeden, der sich noch ein bißchen eigene Phantasie zutraut, der offen ist für eine neue Art zu Denken und der zu unserer Gesellschaft, die ja heutzutage vollgestopft ist von "Realitysoaps" Gameboyspielen und "Pokemon", einen Ausgleich sucht. Den wird er bei Michael Ende mit Sicherheit finden. Und er wird noch etwas finden, und zwar etwas ganz schlichtes, was man aber bei so vielen anderen Autoren sonst vergeblich sucht: Schönheit.