Produkt: DVD (1) / Qualität TOP
Originaltitel: Chief Crazy Horse. Deutscher Titel: Der Speer der Rache
Produktionsland: USA. Premiere: 1955
Mit: Victor Mature, Suzan Ball, John Lund, Ray Danton, Pat Hogan, Keith Larsen, David Janssen, Dennis Weaver, Robert Warwick, Morris Ankrum, u. A.
Regie: George Sherman. Kamera: Harold Lipstein
Bild: gut / Farbe / Technicolor / Breitbildformat / Cinemascope
Sprache: englisch. Synchronisation: nur deutsch
Untertitel: nur deutsch und sich beschränkend auf die Übersetzung des schriftlichen Kommentars am Anfang und Ende des Films. Die Dialoge sind nicht untertitelt.
Filmlänge: 83 Minuten
Genre: Western > Indianerfilm > Historienfilm > Biographie
Specials: Trailer und Fotos
Prächtig gefilmter Western mit schönen Außenaufnahmen!
Thema der Filmhandlung: die historische Person Crazy Horse, Häuptling der Oglala Lakota (Sioux).
Chief Crazy Horse von den Oglala Lakota starb in der Nacht vom 5. auf den 6. September, 1877 unter nicht ganz geklärten Umständen eines gewaltsamen Todes in Fort Robinson (Nebraska). Er wurde etwa 37 Jahre alt.
In den ersten neun Minuten wird Crazy Horse als kleiner Junge gezeigt, der eine Vision erlebt. Großartige Kameraarbeit des Routiniers Harold Lipstein, als der junge Crazy Horse dem bewölkten und blitzenden Himmel entgegenschreitet. Sehr bedauerlich, dass der Name des Natives, der den jungen Crazy Horse spielt, nirgends zu finden ist. Das Leben der Indianer wird sehr liebevoll dargestellt. Unmißverständlich zeigt der Film die Perfidität der Weißen, die Indianer zu instrumentalisieren trachten für ihre Zwecke. Historisch authentisch ist die Darstellung des Aufkommens von neidischer Rivalität unter den indianischen Kriegern, welche den Zusammenhalt der Natives schwächt.
Weiters historisch verbürgt ist die überhebliche Leichtfertigkeit der amerikanischen Offiziere und Geringschätzung des indianischen Gegners, die von Crazy Horse erkannt und ausgenützt wurde. Er lockt eine Kavallerieeinheit in die Falle und vernichtet sie.
Bemerkenswert, dass der Film von 1955 diese Strategie deutlich zeigt.
Obwohl im Film mehrere Kämpfe gegen die Armee gezeigt werden, so wird die abschließende Schlacht am Little Big Horn gegen General Custer nur als minimalste Kurzszene gezeigt.
Authentisch auch die Taktik der Indianer, verhandeln zu wollen aus der Position der Stärke. Sie rechnen sich bessere Verhandlungschancen aus aufgrund von Siegen über die Armee. Ihre Bestrebungen beinhalten die Absicht, in ihren angestammten Jagd- und Lebensgründen der Black Hills zu bleiben und sich von dort nicht vertreiben zu lassen. Zum Teil hatten sie Erfolg damit. Manche Forts wurden seitens der Armee tatsächlich aufgelassen. Als jedoch die Stammesbünde zerbrachen, vermochten sich die Indianer als einzelne Stämme nicht zu behaupten.
Sehr realistisch auch die depressive Stimmung der zersprengten und geschwächten Indianersippen, wie derjenigen von Crazy Horse am Ende des Widerstandes, bevor sie sich ergaben.
Im Film wird dargestellt, wie Crazy Horse von Hinten seitens eines indianischen Armeesoldaten erstochen wird. Obwohl in Wirklichkeit die Art seines gewaltsamen Todes unbekannt bleiben wird, so vermittelt die Szene im Film eine realistische Atmosphäre von tiefer Tragik und Bestürzung. Sehr denkwürdig und ungewöhnlich ist das Bild der indianischen Soldaten in blauen Uniformen mit Bajonetten, die Crazy Horse bewachen. Ein optischer Anachronismus von unüberbietbarer Intensität, den man schmerzhaft nachfühlt. Und tatsächlich stirbt Crazy Horse in einer Stimmung des Verrats, aus dem sein Leben und letzter Widerstand beendet wurden.
Die deutsche Synchronisation geht mit den korrekten Namen recht leichtfertig um. Crazy Horse heißt im Deutschen Schwarzer Hengst. Bedauerlich diese Verfälschungen von historischen Personen, die tatsächlich gelebt haben. Dafür sind die Gesänge der Indianer authentisch im Originalton.
Ein außerordentlich engagierter pro-indianischer Western und von daher sehr außergewöhnlich und couragiert für die Zeit, in der er gemacht wurde.
Gegen die Darstellung von Victor Mature als Crazy Horse ist überhaupt nichts einzuwenden. Er war ein Super-Schauspieler, sehr intensiv und pathetisch, aber sympathisch.