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Der Sozialismus und die Seele des Menschen
 
 
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Der Sozialismus und die Seele des Menschen [Taschenbuch]

Oscar Wilde , Gustav Landauer , Hedwig Lachmann
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 80 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: Neuausg. (Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325720003X
  • ISBN-13: 978-3257200034
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,1 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Oscar Wilde
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung


Ein Essay über die Wünschbarkeit menschenwürdiger Verhältnisse - allein schon aus ästhetischen Gründen
Dieser Essay Wildes ist das ungewöhnliche Plädoyer für einen Sozialismus, der die Beschäftigung mit dem Schönen nicht ausschließen soll. Wildes soziale Utopie entwirft gesellschaftliche Bedingungen, die es jedem erlauben sollen, ein individualistisch geprägtes, ja egoistisches Leben zu führen - der Künstler verkörpert dabei den freien Menschen par excellence.Oscar Wilde wurde 1854 in Dublin geboren. Wilde studierte erst am Trinity College in Dublin, dann in Oxford, wo er sich mehr und mehr einem Ästhetizismus zuwandte, den er nicht nur in der Kunst, sondern auch im Leben zum Maß aller Dinge machte. 1884 heiratete er in London; zwei Söhne wurden geboren. In den folgenden Jahren entfremdete er sich zunehmend von seiner Frau und wurde sich wohl seiner homoerotischen Neigungen deutlicher bewußt. Gleichzeitig nahm sein Ruhm stetig zu; in rascher Folge entstanden Essays, sein einziger Roman "Das Bildnis des Dorian Gray", die Märchen, Erzählungen und mehrere Theaterstücke.
1895 wurde er wegen seiner Liebesbeziehung zum jungen Lord Alfred Douglas in einen Prozeß mit dessen Vater verwickelt, der ihm zum Verhängnis wurde: Wilde wurde zu Zwangsarbeit verurteilt und war nun gesellschaftlich, aber auch künstlerisch erledigt. 1897 aus seiner Einzelzelle entlassen, floh er nach Frankreich, unternahm noch einige Reisen und starb 1900 resigniert in Paris.

Klappentext

Agitatoren sind Störenfriede, die in eine zufriedene Schicht der Bevölkerung Unzufriedenheit säen. Deshalb sind Agitatoren so notwendig. Muße, nicht Arbeit ist das Ziel des Menschen. Die schlechten Päpste liebten die Schönheit so leidenschaftlich, wie die guten das Denken haßten. Den schlechten Päpsten dankt die Menschheit manches. Man hat oft gesagt, mit Gewalt lasse sich nichts beweisen. Das hängt jedoch ganz davon ab, was man beweisen will. Wenn der Sozialismus autoritär wird, dann wird die letzte Stufe des Menschen ärger sein als die erste. Der Roman, den das Publikum gesund nennt, ist immer ein ungesundes Produkt; und was das Publikum einen ungesunden Roman nennt, ist immer schönes gesundes Kunstwert.-

«Man wird nun, wo dieser verschollene Essay wieder ans Licht kommt, verstehen, warum die Gesellschaft diesen genialen Mann, der einst ihr verhätschelter Liebling war, so infam ins Elend stieß. Die Rache der Sklaven ist schrecklich, die Rancune der Herren aber unsäglich» Gustav Landauer


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Plädoyer für Müßiggang 18. Dezember 2003
Format:Taschenbuch
Ich finde es wichtig in einer Zeit wo deutsche Politiker darüber diskutieren ob man länger arbeiten soll, sich auch Künstler und Philosophen anzuhören was sie dazu meinen, denn schließlich haben sie die abendländische Kultur geprägt. Oscar Wilde plädiert in seinem Essay "Der Sozialismus und die Seele des Menschen", der nichts mit dem pragmatischen Sozialismus von Marx und Engels zu tun hat, sondern eher ein ästhetischer Sozialismus ist, für Müßiggang, mehr Zeit für sich selbst und für Kunst, oder ganz allgemein für Sachen die man gerne tut. Denn physische Arbeit tut niemand freiwillig und gerne. "Die Straße mit Freude zu fegen wäre entsetzlich. Der Mensch ist für Besseres geschaffen, als im Dreck zu wühlen". Diese entwürdigende Drecksarbeit soll nur noch Maschinen verrichtet werden, die Maschinen werden die neuen Sklaven sein, denn ohne Sklaven werden Kultur und Kontemplation nahezu unmöglich. Jedoch ist die Versklavung von Menschen ungerecht und demoralisierend. Wilde hat selbst während seiner Studentenzeit bei einem Straßenbau kurzweilig mitgemacht. Dieser gesamte Essay kann durchaus als utopisch bezeichnet werden, aber dass will Wilde gerade, denn "Eine Weltkarte, auf der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient nicht einmal einen flüchtigen Blick, denn ihr fehlt das die Menschheit seit jeher ansteuert". Solche ähnliche gute Zitate könnte ich haufenweise aufführen. Dieses Essay ist nämlich literarisch hochwertig. Wilde ist zudem der größte Verteidiger des Individualismus. Wer dieses Essay lesen wird, wird Oscar Wilde lieben, wenn er ihn nicht schon vorher geliebt hat. All den Verteidigern von der Würde der anstrengenden, physischen Arbeit sei Wildes Zitate ans Herz gelegt: "Nicht Arbeit, sondern Muße ist das Ziel des Menschen". In diesem Zusammenhang sollte man auch das hervorragende Essay "Lob des Müßiggang" von dem englischen Philosophen Bertrand Russel unbedingt lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"In der Schatzkammer deiner Seele gibt es unendlich kostbare Dinge, die man dir nicht wegnehmen kann.
Also bemühe dich dein Leben so zu gestalten, dass weltliche Dinge dir nichts anhaben können"
(Oscar Wilde)

Oscar Wilde (1854-1900) ist eine schillernde Figur seiner Zeit. Mit den großen Romanen, Erzählungen und Märchen hat er Großes geschaffen. Sein Nachlass zu lesen ist eine immerwährende Freude. Seine Aphorismen sind ein Sternenzauber von Geist und Esprit. Dass ihm in allem, was er dachte und tat, eines das Wichtigste war, liest man in jeder seiner Schriften: es geht um die Gunst der Kunst, der Schönheit und der Ästhetik.

In diesem Essay begibt sich Oscar Wilde auf die Suche, zu beleuchten, wie der Mensch zum reinen Individuum werden kann, d.h. der Individualismus anerkannte und treibende Kraft in einer Gesellschaft wird und somit durch ihn das Schöne und damit das Wahre sich im hellenistischen Gewand erneut zeigen kann. Die Gunst der Zeit ist ein Gespenst, welches in Europa umher ging. Die Angst vor dem Kommunismus wurde gemildert durch die Gedanken des Sozialismus, der bei Wilde den Individualismus in sich trägt. Denn die Unterscheidung von Arm und Reich und dessen Aufhebung zu Gunsten eines neuen vom äußeren Besitz befreiten Menschen, der zu sich in christlicher Manier sagt: Ich bin der Ich bin! als Echo der gesellschaftlichen neuen Botschaft: Sei Du selbst!, ist für Wilde der springende Punkt einer umfassenden Erneuerung. Wilde schwebt eine Umwandlung der Gesellschaft vor, die in der Umwertung der alten mit sozialistischen wie christlichen Argumenten zu einem Individualismus führt, wie die Kunst und der Künstler sie schon immer begriffen haben. Die schlecht erzogene Öffentlichkeit soll daher von der bornierten Meinung, Kunst habe ihrem Geschmack zu entsprechen, sich entfernen und ihrerseits künstlerisch werden. Denn nur in der Kunst und damit in der Wahrnehmung der Ästhetik liegt das Glück des Individualismus und damit in der Seele des Menschen.

Dass Wilde am Ende bedauernd feststellen muss, dass die Griechen zwar weit in der Vorbereitung zum vollkommenen Menschen waren, leider jedoch nur im Denken, macht ihn nicht wirklich zurückhaltend. Seine Forderung, jeder sei, wie er ist, heißt nicht mehr, als sich aus jeder Abhängigkeit zu befreien, sei es aus der abhängigen Beziehung, sei es vom belastenden Besitz und zu einer Form von Gesellschaft JA zu sagen, die keiner Regierung mehr bedarf, weil sie aus der neuen Werthaltung jedes Einzelnen sich selbst gestaltet. Denn nur in freiwilligen Zusammenschlüssen zeigt der Mensch seine wahre Größe. Und dieser neue Individualismus ist eben für Wilde sogar ein neuer Hellenismus, in dem die Muße über der Arbeit steht, weil die vita contemplativa vervollkommnet. (vgl Han: Duft der Zeit, Müdigkeitsgesellschaft; Sloterdijk: Stress und Freiheit)

Ein sehr lesenswerter Essay aus dem Jahre 1891 mit einer Menge scharfsinniger Gedanken und einer Portion (Sozial-)Utopie, dem jedoch der Satz von Spinoza anhaftet, alles denken zu können, wenn es nicht zum Handeln zwingt.
~~
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bücher-Liebhaberin TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
In "Der Sozialismus und die Seele des Menschen" versucht sich Wilde, salopp gesagt, als zukunftsweisender Politiker mit etwas utopischen Vorstellungen. Sein Ziel war es eine Gesellschaft wahrnehmen zu dürfen, die von Individualismus, Nonkonformismus und Kunst geprägt ist, sich autoritären Herrschaften (Diktaturen) und dem Konformismus wiedersetzt, dafür aber einen modernen Hellenismus anstrebt. Dabei sollte "das Schöne", die Jugend und ein genussvolles Leben nicht ausgelassen werden. Für Wilde war es unwürdig Menschen körperliche Arbeiten wie das Straßenkehren verrichten zu sehen, denn in seiner Vorstellung von Gesellschaft sollte es keine entwürdigende Arbeit geben, die einen Menschen bloßstellt. Wilde war auch der Meinung, dass die Engländer oftmals Kunst nicht verstehen würden, da sie neu ist und Kunst auch unmoralisch finden, weil sie wahr ist. Liest man diesen Essay, so kann man auch verstehen weswegen Zeitgenossen Wildes ihn als Künstler verabscheuten und zu beschmutzen suchten, allen voran die Presse, bei der die Journalisten Menschen wie Wilde bloßstellten, dies ist ebenfalls ein Kritikpunkt Wildes an der Gesellschaft.

Ich vergebe 3 Sterne für diesen Essay, denn ich finde Wilde hat einerseits besondere, noch nie zuvor auf diese Art und Weise verfasste Ideen einer Gesellschaft gehabt und diese verständlich zu machen gesucht, andererseits aber wirklich utopische Vorstellungen gehabt, die aufgrund der Mehrheit gegen ihm im Volk nie durchsetzbar gewesen wären. Insofern kann man sagen, ist es zwar ein netter Versuch Wildes gewesen seine Kunst und Einstellungen zum Leben auf die Politik zu projizieren zu suchen, was sich jedoch als ein völliger Fehlschlag entpuppte. Darum finde ich hätte Wilde lieber seine Werke und Ansichten so beruhen lassen sollen wie sie waren und nicht versuchen jedem einzutrichtern, dass es sinnvoll wäre wie ein Dandy, ganz gemütlich das Leben zu genießen, denn nicht jeder hätte sich dies leisten können und was wäre eine Gesellschaft voller Individualisten? Sie wäre wohl auch zu viel hiervon. Ansichtssache. Es lässt sich drüber streiten.

Dieser Text wurde von einer 18-jährigen verfasst.
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