Die in Paris lebende Yogalehrin und Autorin widmet ihr Buch dem Sonnengruß, dem Surya Namaskar, der als Juwel des Yoga gilt. Dieser Gruß, der in Form eines Übungszyklus von zwölf ineinander übergehenden Bewegungen ausgeführt wird, ist eine Huldigung an die Sonne, die Hauptlebensquelle. Dass es sich bei der Durchführung des Sonnengrußes nicht nur um die Durchführung eines Bewegungsablaufes von 12 Stellungen handelt, sondern um eine Verbindung von Körper und Geist, vermittelt die Autorin auf sehr anschauliche Weise. Zur Verdeutlichung erklärt sie sehr detailliert die spirituelle Bedeutung der Sonne in unterschiedlichen Kulturen mit besonderem Blick auf Indien und Yoga. Genauso differenziert und detailliert beschreibt sie die Bedeutung der einzelnen Positionen beim Sonnengruß. Dabei beschreibt Ingrid Ramm-Bonwitt nicht nur, wie die Postionen durchzuführen sind, sondern sie vermittelt auch die symbolische Bedeutung einer jeden Stellung. Auch beschreibt sie die Bedeutung des Atems und die der Chakren. Untermauert werden ihre Beschreibungen durch eine Vielzahl von wunderschönen alten Zeichnungen aus dem Yoga sowie von einer erlesenen Auswahl von Zitaten unterschiedlichster Yogalehrer und spirituellen Lehrer. Der Autorin geht es besonders um die Vermittlung des Sonnengrußes als ein Ritual, dass als eine Brücke zu tieferen seelischen Schichten betrachtet werden kann, die wir mit dem Bewusstsein nicht mehr steuern können. Da es der Autorin gemäß in unserem westlichen Kulturkreis an der Hinwendung nach innen und einer Schulung mit der eigenen inneren Welt mangelt, kann der Übende ihrer Ansicht nach durch das Praktizieren von Surya Namaskar zu seiner eigenen spirituellen Praxis finden, die an keine Religion oder Kultur gebunden ist, sondern im Gegenteil die Vertiefung der eigenen kulturellen Wurzeln zulässt, da es sich beim Sonnengruß um eine universelle Körpersprache handelt, die über die Begriffssprache hinausgeht und alle Menschen anspricht. Ein empfehlenswertes Buch und ein wahrer Sonnenstrahl am Bücherhimmel!