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Wir sind am Omaha Beach, als Truppen von den Deutschen abgeschlachtet werden, aber trotzdem die fast unüberwindliche Übermacht besiegen. Ein überzeugender Tom Hanks spielt Captain Miller, Soldat durch und durch, der eine kleine Truppe hinter die feindlichen Linien führt, um einen Soldaten herauszuholen, dessen drei Brüder kurz vorher im Krieg gefallen sind. Dies ist die Art von Werbung, die die Armee für sich macht, aber diese Vorgehensweise hat historische Präzendenzfälle, die bis zum Bürgerkrieg zurückgehen.
Einige Filmkritiker haben die Hauptcharaktere als stereotyp bezeichnet. Wenn das so ist, dann gibt der Film den Stereotypen gute Namen: Tom Sizemore als gewandter Sergeant, Edward Burns als hitzköpfiger Soldat Reiben, Barry Pepper als der religiöse Heckenschütze, Adam Goldberg als der einsame Jude, Vin Diesel als der groß geratene Soldat Caparzo, Giovanni Ribisi als der gefühlvolle Arzt und Jeremy Davis, der in seiner Rolle als sanftmütiger Korporal die denkwürdigste Darstellung des Films gibt.
Der Film ist so komplex und realistisch wie Spielbergs Oscargewinner Schindlers Liste, aber er ist cineastischer aufbereitet. Spielberg und sein hoch qualifiziertes Technikerteam (der Film bekam fünf Oscars: Schnitt (Michael Kahn), Kamera (Janusz Kaminski), Ton, Toneffekte und Regie) liefern Schlachtsequenzen, die über das Auge direkt auf den Magen schlagen. Die gezeigte Gewalt ist extrem, aber niemals grundlos. Die letzte Schlacht, eine schwindelerregende Mischung aus Vergnügen, Einfühlungsvermögen und Chaos, führt zu einer tiefgründigen Ruhe. Der Soldat James Ryan bewegt uns mehr, als Schindlers Liste, weil der Film die Vergangenheit auf direkterem Weg mit dem verbindet, wie wir heute fühlen sollten. Es war Spielbergs Berufung, den Film Der Soldat James Ryan zu drehen. --Doug Thomas
So ist es wohl auch zu erklären, daß der ins Militärhistorische umgesetzte Goony-Streifen von Spielberg bei Unkundigen den Eindruck erweckt, als sei die Katastrophe von Omaha so etwa in 20 Minuten mühevoll aber geschickt bereinigt gewesen. Tatsächlich steckten die US-Truppen den ganzen Tag dort fest und wurden zu Tausenden pausenlos abgemetzelt. Man erwog ernsthaft den Rückzug.
Hier nicht, denn die Kampfkraft der US-Kämpfer ist wie immer schier unglaublich. Mit kaugummibefestigten Spiegeln am Bajonett tricksen sie sich aus der Affaire und liefern US Kaugummi-Produzenten neue Werbe-Ideen. Mit jedem sparsamen Schuß räumen sie mindestens drei bis fünf Deutsche ab, die oft wie Kegel auf der Bowling-Bahn spektakulär durch das Set purzeln. Manch andere Deutsche werden später im Film nach einem Gewehrschuß in ihren offenen Panzer als lebende Fackeln durch die Straßen geistern, wohl um einen Wassereimer zu suchen. Man kann nur staunen, was in ihren Stahlkisten da so alles brennen soll.
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