Möglicherweise liegt es an der Übersetzung, möglicherweise auch daran, dass MZB bei ihren letzten Büchern wohl nicht mehr die "ganz-alleinige" Autorin war. Wie auch immer, "Sohn des Verräters" ist eine traurige Lachnummer für jeden, denn Darkover bisher faszniert hat: als ein komplexes Universum mit Charakteren, die Veränderungen erleben, Konflikte aushalten. Als ein gefährlicher, düsterer und geheimnisvoller Ort.
In "Sohn des Verräters" wird jeder Charakter glattgebügelt. Lew Alton, die tragische, getriebene Gestalt: ein netter Großvater. Überhaupt die darkovanischen Männer: auf ein Mal alles Frauenversteher, endlose Diskussionen über Gefühle. Und endlose kursiv gedruckte telepathische Dialoge. Das erinnerte beim Lesen eher an Telefongespräche (und zwar keine besonders interessanten) Jeder Konflikt klärt sich sofort - bevor er sich überhaupt entwickeln kann. Die Bösen sind SEHR böse, die Guten NUR gut, und die anderen werden gut, z.B. indem sie sich endlich ein Hobby zulegen (Gisela Aldaran!) alle werden schlussendlich Freunde und kraulen sich das Haar. Und wenn sie sich doch streiten erscheint der gerade gestorbene Regis Hastur im Kristallsaal (geschickt von Varzil dem Guten!!!) und dann wirds schon wieder. Was sich in "Asharas Rückkehr" schon andeutete hier findet es seinen traurigen Abschluss: Holzschnittartige Charaktere und die Komplexität einer Soap-Opera. Tut Euch das nicht an Darkover-Fans! Ich hatte das Gefühl, jemand haut ohne Not ein Kunstwerk zusammen. Lest die Serie bis zum "Weltenzerstörer", lest die teilweise guten Anthologien mit Kurzgeschichten- und lasst MZB in Frieden ruhn. Gute Serien werden durch endlose Fortsetzungen nicht besser. Im "Sohn des Verräters" wird das nachhaltig bewiesen. Ein völlig überflüssiges Buch. Macht nur ärgerlich beim Lesen.