Wenn man einmal die mystische Umkleidung der Geschichte weglässt passiert doch folgendes: Chamwaset, Sohn von Ramses II, Gelehrter und Priester schändet unter dem Deckmäntelchen des wissenschaftlichen Interesses systematisch die Gräber seiner Vorfahren auf der Suche nach einer besonderen Schriftrolle. Als er glaubt, sie gefunden zu haben, verändert sich sein Leben drastisch. Er verfällt einer jungen Frau. In seiner Besessenheit und Charakterschwäche vernachlässigt er zusehenes seine beruflichen und familiären Pflichten. Nachdem auch noch sein Sohn in den Bann ebendieser Frau gerät, zerstört sich Schritt für Schritt das Verhältnis zu seiner Ehefrau, seiner Familie und seinen Mitmenschen. Als er aus seinem Rausch erwacht und das ganze als inszenierte Rache des Gottes Toth für seine Grabschändungen deutet ist es für ihn zu spät. Selbst die zweite Chance, die ihm der Gott zynisch bietet, ergreift er aus Hochmut nicht.
Persönliche und familiäre Dramen dieser Art sind auch heute noch Alltag, deshalb hat mich der Roman ziemlich fasziniert. Der Kern dieser Geschichte ist absolut nicht unrealistisch. Ich meine, Pauline Gedge hat sich da etwas von der Seele geschrieben.