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Der Sinn des Lebens.
 
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Der Sinn des Lebens. [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Wien/Leipzig, Passer 1935.; Auflage: 2. Auflage. (1935)
  • ASIN: B004ROD4V2
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Alfred Adler
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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Dieses Buch ist für mich eines der gehaltvollsten Werke der Tiefenpsychologie. Adler hat darin kurz vor seinem Tod alle wichtigen Erkenntnisse der von ihm nach dem Bruch von Freud begründeten Individualpsychologie zusammengefasst.

Er beschreibt den Sinn und Zweck menschlichen Lebens aus individualpsychologischer Sicht und zeigt die Folgen "falscher Erziehung" auf, und das ohne es nötig zu haben, sich hinter einer Mauer von sprachlichen Verklausulierungen zu verschanzen.

Das Buch ist leicht verständlich und inhaltlich sehr gut nachvollziehbar.

Menschliche Existenz sei von 3 Mechanismen geprägt (3 Grundpfeiler der Individualpsychologie): Minderwertigkeitsgefühl, Streben nach Überwindung und Gemeinschaftsgefühl.

Jedes gesunde Individuum empfinde sich innerhalb bestimmter Grenzen als minderwertig (Minderwertigkeitskomplex), strebe aber
danach, dieses Minderwertigkeitsgefühl zu überwinden. Die Ausprägung des Minderwertigkeitsgefühls und die Art und Weise der Überwindung wird nach Adler schon in frühester Kindheit geprägt (sog. Bewegungsgesetz). Die Überwindung dieses Gefühls von Minderwertigkeit ist dem Menschen nur in der Gemeinschaft mit anderen möglich. Demzufolge ist der gesunde Mensch vor allem ein soziales Wesen, dass stets im Interesse der Gemeinschaft handelt (vgl. Freuds "Das Unbehagen in der Kultur").
Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, dass Tiefenpsychologie verständlich und nachvollziehbar aber zugleich anspruchsvoll sein kann.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Satz vorweg: im Grunde steht mir gar nicht an, ein Buch zu rezensieren, das unter den 100 Meisterwerken der Psychotherapie geführt wird. Problematisch finde ich nur, es durch Veröffentlichung in einem Publikumsverlag vielen Menschen anzubieten, die es nur schwer erfassen können. Zur Demonstration seiner exzellenten Kenntnisse und Einsichten verharrt Adler auf einem Abstraktionsniveau, das eine Konkretisierung für gemeintaugliche Zwecke sehr erschwert. Häufig auch die Seitenhiebe auf konkurrierende Ansätze, insbesondere Freud, die man ohne fundierte Hintergrundkenntnisse auch nicht gleich versteht. Trotz meiner durchaus vorhandenen, wenn auch laienhaften, psychologischen Vorkenntnisse fiel mir die Lektüre schwer. Es hat zwar keiner behauptet, der Sinn des Lebens sei einfach zu finden, eine tiefe Erkenntnis wird für andere aber erst durch verständliche Darstellung hilfreich.
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Das Buch wurde 1933 erstmals publiziert. Soll man es heute noch lesen? Und wenn ja, warum? Nun, ich glaube ja. Viele der in diesem Buch vorgestellten Begriffe wie "Minderwertigkeitsgefühl", "Kompensation", "Lebensplan" oder "Gemeinschaftsgefühl" sind so stark in das alltägliche psychologische Verständnis übergegangen, dass man ihre Herkunft aus der Adlerschen Lehre kaum noch kennt. Gerade deshalb ist es interessant zu sehen, wie Adler diese Begriffe entwickelt und wie er sie selbst in den vielen Fallbeispielen des Buches anwendet. Das gilt ganz besonders für den Begriff "Lebensplan" bzw. "Bewegungsgesetz": Nicht die Tatsachen beeinflussen unsere Meinung, sondern unsere Meinung (unser Bewegungsgesetz) bestimmt die Tatsachen. Das heißt unsere Meinung beeinflusst die Art und Weise wie wir die Welt der Tatsachen wahrnehmen und werten. Das ist einerseits ein Echo von Epiktets Philosophie und andererseits eine Vorwegnahme der "self-fulfilling prophecy" Watzlawicks.

Bei einem Titel wie Der Sinn des Lebens" denkt mancher wohl eher an eine philosophische Abhandlung, denn an eine psychologische Schrift. Tatsächlich lässt sich Adler aber kaum auf eine philosophische Diskussion ein. Vielmehr postuliert er, dass es einen objektiven Sinn des Lebens" gebe, dass dieser Sinn erkennbar sei (nämlich Entwicklung in Richtung Gemeinschaft) und dass sich daraus ein psychologisches Programm (nämlich das der Individualpsychologie) ableiten ließe. Von den 4 großen Themenbereichen in Adlers Denken ("Organminderwertigkeit", "Vernachlässigung", "autoritärer Zwang" und "Verwöhnung und Verzärtelung") beschäftigt sich der "Sinn des Lebens" hauptsächlich mit den Auswirkungen von "Verwöhnung und Verzärtelung". Adler sieht die Ursache von Neurose, Sucht oder Kriminalität immer in den individuellen Strebungen, in der Abkehr von der Gemeinschaft. Adlers gesellschaftspolitische Ideale sind von seinen therapeutischen Zielsetzungen kaum zu trennen. Das heißt aber auch, dass negative Aspekte der "Vergemeinschaftung" wie Konformitätszwang oder Gruppendruck von ihm konsequent ausgeblendet werden. Gemeinschaft und Gemeinschaftsfähigkeit werden hingegen metaphysisch überhöht.

Was man sich hingegen nicht erwarten darf, ist ein "Lesevergnügen". Der Text ist von vielfachen Wiederholungen und Variationen desselben geprägt und die Sätze selbst sind merkwürdig ge- und verschachtelt, wirken immer etwas holprig. Im Vergleich zum eleganten Stilisten Freud, dessen Falldarstellungen sich wie Romane lesen, lesen sich Adlers Berichte wie sozialpsychologische Ratgeber für ein Laienpublikum. Und das sind sie auch! Das Zielpublikum sind sicher eher Erzieher, Lehrer oder Seelsorger und weniger Künstler, Sprachwissenschaftler oder Philosophen. Wer das berücksichtigt, wird seine Freude haben. Oder aber die Finger davon lassen.
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