In dem Roman "Per Anhalter durch die Galaxis" kommt der Computer Deep Thought nach siebeneinhalb Millionen Jahren zu dem Ergebnis, der Sinn des Lebens sei 42. Warum diese Antwort nicht zu verstehen ist, erklärt Julian Baggini schon in der Einleitung seines Buches "Der Sinn des Lebens". In den darauf folgenden Kapiteln erläutert er, welche Fragen und Einstellungen auch nicht zielführend sind, wenn man sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens begibt.
So führt die Frage "Warum sind wir hier?" nicht weiter, weil "die Antwort auf die Fage nach dem Ursprung von etwas nicht notwendigerweise der Antwort auf die Frage nach seinem zukünftigen oder gegenwärtigen Zweck entspricht". Anderen zu helfen ist laut Baggini auch nicht der Sinn des Lebens, da "Altruismus nicht die Quelle des Lebenssinns, sondern Teil eines sinnvollen Daseins" sei. Das Wohl aller, Kämpfer sein, glücklich sein, sein Ich zu vergessen, all das ist nicht der Sinn des Lebens. Natürlich sagt Baggini dies nicht so apodiktisch, wie ich es hier schreibe, er erklärt auch für philosophische Laien verständlich, warum all diese Konzepte nicht den Sinn des Lebens darstellen können. Man sollte sich aber vom Klappentext nicht täuschen lassen, Baggini entnimmt zwar Beispiele aus der Popkultur, um seine Thesen zu illustrieren und zu verdeutlichen, allerdings zitiert er weit häufiger große Philosophen wie Sartre, Kant, Hume, Hobbes, Kierkegaard, Spinoza, Platon, Sokrates, Russell usw.
Für einen Deutschen irritierend ist, dass er sich im Kapitel "Carpe diem" zunächst seitenweise darüber auslässt, warum der Sinn des Lebens nicht darin besteht, den Tag zu genießen. Offensichtlich ist es im anglo-amerikanischen Sprachraum populär, das lateinische "Carpe diem", das wörtlich übersetzt "Pflücke -oder auch 'ergreife'- den Tag" heißt, mit "Genieße den Tag" zu übersetzen, während man in Deutschland dieses Zitat stets mit "Nutze den Tag" übersetzt. Am Ende des Kapitels schlußfolgert Baggini schließlich das, was sich der deutsche Leser schon von Anfang an gedacht hat: Die Bedeutung des Zitates ist nicht, den Tag zu genießen, sondern ihn zu nutzen.
Wenn man dieses Buch liest, dann kommt man der Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens auf jeden Fall näher, einmal, weil Baggini, wie schon gesagt, auch für den Laien verständlich schreibt und er keine philosophischen Kenntnisse beim Leser voraussetzt, zum anderen weil er der Überzeugung ist: "Den Sinn des Lebens zu begreifen, erfordert...keine besondere Klugheit." Den "letzten Sinn" des Lebens allerdings wird der Leser auch in diesem Buch nicht finden und wenn er es von vorne bis hinten gelesen hat, weiß er auch warum :).