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Schulbücher & Lernhilfen
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In Der Sinn des Kampfes hat Michel Houellebecq die Kampfzone ein weiteres Mal ausgeweitet und sich der Lyrik zugewandt. 80 Gedichte über die Einsamkeit des Großstadtmenschen, die in der ansonsten trefflichen Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel beizeiten viel prosaischer klingen als im französischen Original. Aber eigentlich sind viele der knappen Texte Houellebecqs um die Verlorenheit im Großstadtdschungel ohnehin Prosagedichte: präzise Beschreibungen vom alltäglichen, bereits verlorenen Toten- und "Daseinstanz" des lyrischen Ichs an den Fronten von Konsum und Käuflichkeit.
Das letzte Gedicht ist dementsprechend auch dem Sinn des Kampfes gewidmet. Hier findet sich -- wie oftmals bei Houellebecq -- ein wehmütiger, sogar nostalgischer Ton an bessere Zeiten ohne urbanes Monadentum ("Vor dem Krieg, Freund, wuchs hier Weizen"). "Es gab Nächte, in denen wir alles aus den Augen verloren haben", heißt es dort, "sogar den Sinn des Kampfes". Betrachtet man Houellebecqs Gedichtband, so kann man sagen, dass er ihn immer im Blick behalten hat. --Thomas Köster
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Jan Störtländer
Informatiker, New Economy, Melancholie, eine geradezu bösartige Wahrnehmungsgabe, Liebe zur Literatur - das sind Dinge, von denen ich glaube, das wir sie gemeinsam haben. Und damit sind wir heute sicherlich nicht allein.
„Der Sinn des Kampfes" aber treibt vor allem die zynische Beobachtung der Umwelt, die Übersteigerung einer melancholisch motivierten, aber dennoch oft eiskalten Wahrnehmung des Alltäglichen auf einen Gipfel, den selbst ich meiden möchte. Die Gedichte in diesem Band, der übrigens extrem schlecht aus dem Französischem übersetzt ist, sind so zu einem nicht unerheblichem Teil so gemein, böse und hoffnungslos, das man am Sinn des Lesens wie des Schreibens solcher Werke zweifeln mag.
Als ich begann, die Gedichte zu lesen, habe ich sehr oft gedacht, ich hätte einen Dichter gefunden, der meine Wahrnehmung der Dinge versteht und ausdrückt. Doch im Laufe der Lektüre wurde mir klar, das die geschilderte Hoffnungslosigkeit (wenn man von Teil 3 absieht) zwar aus rein logischer Sicht gerechtfertigt sein könnte, und für viele von uns nachvollziehbar ist, aber den Leser nicht mal ansatzweise weiterbringt - es sei denn, man würde die finale Erkenntnis der Tatsache, depressiv zu sein, als Fortschritt ansehen.
Fazit: Oft sehr schön, oft sehr „einnehmend", ist dieser Gedichtband doch zu destruktiv. Eigentlich spricht er die dunklen und depressiven Aspekte im Leser an, die still vor sich hin schlummern, und besser nur dann geweckt werden sollten, wenn man bereit ist, sich ihnen konstruktiv zu nähern.
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