Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 7,40

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Der Simulant: Roman
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der Simulant: Roman [Taschenbuch]

Chuck Palahniuk , Werner Schmitz
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 10 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Schöne an Chuck Palahniuks Büchern ist: In ihnen findet jeder etwas, das er anstößig findet. Der Autor von Fight Club und zwei weiteren Romanen schreibt mit erfrischender Rücksichtslosigkeit, und seine Einfälle sind so gut, dass man problemlos Buchtitel daraus machen kann: Der Simulant heißt im Original Choke, weil die Hauptfigur Victor Mancini sein Geld damit verdient, in überteuerten Restaurants publikumswirksam zu ersticken -- bis ein hilfsbereiter Mensch auftaucht, ihn rettet und ihn aus lauter Dankbarkeit für die Gelegenheit zu einer solchen Heldentat mit Geld überhäuft.

Und Victor benötigt dieses Geld dringend: Er muss seine Mutter unterhalten, die in einer psychiatrischen Klinik dahinsiecht. Von ihr hat er eine ganze Menge dysfunktionaler Charaktereigenschaften geerbt, darunter eine hemmungslose Gier nach Sex, die er nach Therapiesitzungen der Anonymen Sexabhängigen mit seinen Leidensgenossinnen auslebt. Dass es dabei nicht unbedingt romantisch und nicht wenig erotisch zugeht, dürfte Palahniuk-Leser kaum wundern.

Das zentrale Thema von Der Simulant heißt Sucht, die Sucht nach Sex, Ordnung, Liebe -- irgendetwas, das dem Leben einen Sinn verleiht. Palahniuk selbst scheint diesen Sinn in einer fast zwanghaft detaillierten Schilderung seiner Schauplätze zu finden. Egal, wo seine Protagonisten sich befinden, der Leser wird jede Kleinigkeit über ihr Umfeld erfahren. Diese Kritik ist allerdings eher unwesentlich angesichts der Frage vieler Kritiker nach der Zurechnungsfähigkeit des Autors. Palahinuk weiß, dass unser fragmentiertes Weltverständnis ein gewisses Maß an Wahnsinn nötig macht, um zu überleben und um über diese Welt zu schreiben. Er schreibt Prosa, die unserer Wirklichkeit gerecht werden will, keine Fluchtliteratur. Und er hat trotzdem Spaß dabei. --Hannes Riffel

Pressestimmen

"Chuck Palahniuk ist ein begnadeter Satiriker, vergleichbar mit Jonathan Swift. Seine Sätze sind von geradezu hypnotischer Kraft!" (San Francisco Examiner )

"Palahniuks Sprache ist eindringlich und klar, seine Bilder sind auf den Punkt gebracht. Er ist einer der ganz wenigen Autoren, der die alchemistischen Kräfte der Literatur voll ausschöpft." (Los Angeles Weekly )

"Palahniuk ist eine der frischesten, verführerischsten Stimmen seit langer Zeit. Er schafft eine Mischung aus dem Humor Vonneguts, DeLillos treffender Sozialanalyse und Pynchons Surrealismus, die so eigenwillig wie brillant ist." (Newsday )

Kurzbeschreibung

Nur zwei Wünsche beherrschen das Leben von Victor Mancini: schnelles Geld und schneller Sex. Und er hat äußerst ungewöhnliche Methoden entwickelt, um von beidem möglichst viel zu bekommen. Doch einem Gefühl der Leere und Langeweile kann Victor nicht entkommen, bis er eines Tages auf die Ärztin Dr. Marshall trifft...



Klappentext

"Chuck Palahniuk ist ein begnadeter Satiriker, vergleichbar mit Jonathan Swift. Seine Sätze sind von geradezu hypnotischer Kraft!"
San Francisco Examiner

"Palahniuks Sprache ist eindringlich und klar, seine Bilder sind auf den Punkt gebracht. Er ist einer der ganz wenigen Autoren, der die alchemistischen Kräfte der Literatur voll ausschöpft."
Los Angeles Weekly

"Palahniuk ist eine der frischesten, verführerischsten Stimmen seit langer Zeit. Er schafft eine Mischung aus dem Humor Vonneguts, DeLillos treffender Sozialanalyse und Pynchons Surrealismus, die so eigenwillig wie brillant ist."
Newsday

Über den Autor

Der amerikanische Autor Chuck Palahniuk, geboren 1962, träumte lange davon, Schriftsteller zu werden. Doch erst ein persönlicher Einschnitt in seinem Leben gab ihm schließlich den Impuls, seinen Traum zu verwirklichen. Seit seinem Überraschungserfolg »Fight Club« genießt Palahniuk nicht nur bei zahllosen Lesern Kultstatus, er hat sich mit seinen folgenden Romanen auch in die Riege amerikanischer Bestsellerautoren geschrieben. Chuck Palahniuk lebt in Portland, Oregon.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1
Wenn du das hier lesen willst, spar dir die Mühe.
Nach ein paar Seiten wirst du nur noch weglaufen wollen. Also vergiss es. Geh. Verschwinde, solange du noch kannst.
Rette dich.
Im Fernsehen läuft bestimmt was Besseres. Oder vielleicht solltest du, wenn du schon so viel Zeit übrig hast, zur Abendschule gehen. Arzt werden. Du könntest etwas aus dir machen. Gönn dir einen Restaurantbesuch. Färb dir die Haare.
Du wirst schließlich auch nicht jünger.
Was sich hier abspielt, wird dich erst einmal ankotzen. Und von da an wird es immer nur noch schlimmer.
Das hier ist eine dämliche Geschichte über einen dummen kleinen Jungen. Eine dämliche Geschichte aus dem wahren Leben über jemanden, den du bestimmt nicht kennen lernen möchtest. Stell dir diesen kleinen Spasti mal vor: ein Dreikäsehoch mit einer Hand voll blondem Haar, das zum Seitenscheitel gestriegelt ist. Stell ihn dir vor, diesen widerlichen kleinen Scheißer, wie er dich von alten Schulfotos angrinst, ein paar Milchzähne fehlen, die ersten richtigen Zähne stehen schief. Stell ihn dir vor, mit seinem dämlichen blau-gelb gestreiften Pullover, den er zum Geburtstag bekommen hat und der sein Lieblingspullover war. Er ist zwar noch so jung, aber stell dir vor, wie er an seinen idiotischen Fingernägeln kaut. Seine Lieblingsschuhe sind Keds. Sein Lieblingsessen sind Hotdogs.
Stell dir einen unterbelichteten kleinen Jungen vor, der nach dem Abendessen mit seiner Mami unangeschnallt in einem geklauten Schulbus fährt. Und weil vor ihrem Motel ein Streifenwagen steht, brettert die Mutter einfach mit hundert Sachen daran vorbei.
Es geht hier um einen dämlichen kleinen Fiesling, der garantiert der dämlichste kleine Scheißkerl und die vertrotteltste Heulsuse aller Zeiten war.
Der kleine Wichser.
»Wir müssen uns beeilen«, sagt die Mutter, und sie fahren eine schmale Straße rauf, bergauf, die Hinterreifen schlittern auf dem Eis hin und her. Im Scheinwerferlicht wirkt der Schnee ganz blau und breitet sich vom Straßenrand bis zum dunklen Wald aus.
Stell dir vor, das ist alles seine Schuld. Der kleine Saftsack.
Die Mutter bringt den Bus nicht weit vor einer Felswand zum Stehen, sodass die Scheinwerfer das weiße Gestein anstrahlen. »Bis hierhin und nicht weiter«, sagt sie. Die Worte dampfen ihr als weiße Wolken aus dem Mund und zeigen, wie groß ihre Lunge drinnen sein muss.
Die Mutter zieht die Handbremse an und sagt: »Du darfst aussteigen, aber lass den Mantel im Bus.«
Sieh dir den dämlichen Zwerg an, der sich von seiner Mami da draußen vor den Schulbus stellen lässt. Da steht dieser miese kleine Benedict Arnold nun, starrt in das grelle Scheinwerferlicht und lässt sich von der Mutter den Lieblingspullover über den Kopf ziehen. Halb nackt steht dieser mickrige kleine Schreihals im Schnee, das Dröhnen des Busmotors hallt von der Felswand wider, und die Mutter verschwindet irgendwo hinter ihm in Nacht und Kälte. Die Scheinwerfer blenden ihn, der Lärm des Motors überdeckt das Knarren der Bäume, die sich im Wind aneinander reiben. Es ist so kalt, dass man immer nur häppchenweise atmen kann, und so versucht dieser schleimige Zellhaufen, doppelt so schnell zu atmen wie sonst.
Er läuft nicht fort. Er tut gar nichts.
Irgendwo hinter ihm sagt die Mutter: »Tu, was du willst, aber dreh dich nicht um.«
Die Mutter erzählt ihm von einem schönen Mädchen im alten Griechenland, der Tochter eines Töpfers.
Wie jedes Mal, wenn sie aus dem Gefängnis kommt und ihn wieder zu sich nimmt, haben das Kind und die Mutter jede Nacht in einem anderen Motel verbracht. Sie essen immer nur Fastfood und sind immer nur unterwegs. Heute Mittag hat sich der Junge seinen noch viel zu heißen Hotdog in den Rachen geschoben und versucht, ihn am Stück runterzuwürgen, aber der Klumpen blieb stecken, und weil der Junge keine Luft mehr bekam, ist die Mutter aufgesprungen und um den Tisch rum zu ihm gerannt.
Dann schlangen sich von hinten zwei Arme um ihn herum, hoben ihn in die Luft, und die Mutter flüsterte: »Atme! Du sollst atmen, verdammt!«
Danach weinte das Kind, und alle Leute im Restaurant drängten sich heran.
In diesem Augenblick sah es aus, als ob die ganze Welt sich um ihn kümmerte. Alle diese Leute umarmten ihn und tätschelten ihm den Kopf. Alle fragten, ob wieder alles in Ordnung mit ihm sei.
Dieser Augenblick war ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen. Dass man sein Leben riskieren musste, um geliebt zu werden. Wer gerettet werden wollte, musste erst einmal an den Rand des Todes kommen.
»Also«, sagte die Mutter, während sie ihm den Mund abwischte, »jetzt habe ich dir das Leben geschenkt.«
Im nächsten Augenblick erkannte ihn eine der Kellnerinnen von einem Vermisstenfoto her, worauf die Mutter den bösen kleinen Schreihals sofort mit hundert Sachen zum Motel zurückfuhr.
Auf dem Rückweg hatten sie kurz den Highway verlassen, um eine Dose mit schwarzer Sprühfarbe zu kaufen.
Und nach all dieser Raserei sind sie schließlich in tiefer Nacht am Arsch der Welt gelandet.
Hinter sich hört der dämliche Knabe jetzt das wilde Klappern der Kugel in der Sprühdose, und die Mutter erzählt vom alten Griechenland, von diesem Mädchen, das sich in einen jungen Mann verliebt hatte.
»Aber der junge Mann war aus einem anderen Land und musste wieder zurück«, sagt die Mutter.
Es zischt, und der Junge riecht Sprühfarbe. Der Busmotor wechselt das Geräusch, rumpelt, läuft schneller und lauter, und der Bus schaukelt leicht auf den Reifen.
Und in der letzten Nacht, die das Mädchen und ihr Geliebter zusammen sein durften, erzählt die Mutter, kaufte das Mädchen sich eine Lampe und stellte sie so auf, dass der Schatten des Geliebten an die Wand geworfen wurde.
Das Zischen der Sprühdose verstummt und geht dann wieder weiter. Ein kurzes Zischen, dann ein längeres Zischen.
Und die Mutter erzählt, wie das Mädchen den Umriss des Schattens des Geliebten an die Wand gezeichnet hat, damit es immer sein Bild vor Augen habe, ein Dokument jenes Augenblicks, jener letzten Stunden, die sie gemeinsam verbringen durften.
Unsere kleine Heulsuse blickt weiter starr in die Scheinwerfer. Seine Augen tränen, und als er sie schließt, sieht er das Licht rot durch die Lider scheinen, durch sein eigen Fleisch und Blut.
Und die Mutter erzählt, wie am nächsten Tag der Geliebte des Mädchens verschwunden war, aber sein Schatten, der war noch da.
Nur für eine Sekunde dreht der Junge sich nach der Mutter um, die den Umriss seines dämlichen Schattens auf den Felsen sprüht; der Junge steht so weit weg, dass sein Schatten einen Kopf größer ist als die Mutter. Seine dünnen Ärmchen sehen kräftig aus. Seine Stummelbeine sind lang und grade. Seine krummen Schultern breit und stark.
Und die Mutter sagt: »Nicht hinsehen. Nicht bewegen, sonst ist die ganze Arbeit umsonst.«
Und der doofe kleine Quatschkopf dreht sich wieder zu den Scheinwerfern um.
Die Sprühdose zischt, und die Mutter sagt, vor den Griechen habe es noch gar keine Kunst auf der Welt gegeben. So sei das Bildermalen erfunden worden. Sie erzählt die Geschichte, wie der Vater des Mädchens den Umriss an der Wand benutzt hat, um den jungen Mann in Ton zu modellieren. So sei die Bildhauerei erfunden worden.
»Kunst wird nie von glücklichen Menschen gemacht«, sagt die Mutter ernst.
So wurden die ersten Symbole erfunden.
Das Kind steht zitternd im grellen Licht, versucht sich nicht zu bewegen, und die Mutter arbeitet weiter und erzählt dem riesigen Schatten, wie er eines Tages den Menschen alles beibringen wird, was sie ihn gelehrt hat. Eines Tages wird er Arzt sein und Menschen retten. Sie wieder glücklich machen. Oder ihnen noch etwas Besseres schenken als Glück: Frieden.
Er wird Respekt genießen.
Eines Tages.
Und das alles, nachdem der Osterhase sich längst als Lüge entpuppt hat. Genau wie der Weihnachtsmann und die Zahnfee und der heilige...
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de