Roger Willemsens Buch ist leider kein sehr ansehnliches Werk. Außer einem Index ist in dem Buch nichts schlüssig. Das 18te Jahrhundert wird gemischt mit dem 20. und 21. Jahrhundert, keine einzelne Seiten, sondern alles in einer "Wurscht" runtergedruckt. Keine Sterbedaten, von Lebensdaten gleich mal abgesehen. Dazwischen finden sich wieder Briefe von "echten" Selbstmördern, die außer den Vornamen auch nichts verraten (weder Jahreszahl, noch wie alt der Suizidant, noch sonst irgendeine Information). Es gibt seitenlange Listen mit Jugend-Suizidanten, die dann mit Zahlen gelistet sind, z.B. Nummer 81, Gift, 18 Jahre, gemeinsamer Selbstmord mit Nummer 82, Nummer 82, Gift, 17 Jahre, gemeinsamer Selbstmord mit Nummer 81 usw. Diese Liste geht über 3 Seiten; man weiß nicht WER diese Liste erstellt hat, VON WANN diese Liste ist und wie aktuell. Auch sind viel zu viel ur-alte Fälle drinnen, anstatt sich mit wirklich interessanten Selbstmorden der Literaturgeschichte zu beschäftigen: z.B. Hemingway, Hofmannsthal usw. Die beiden werden nicht einmal erwähnt.
Fazit: Extrem lieblos gestaltetes Buch, über ein sehr heikles Thema: Der Selbstmord der Literaten. Vieles ist durcheinander, es ist gibt keine Einteilungen, alles ist nacheinander gedruckt. Es gibt keine Jahreszahlen, keine Sterbezahlen, keine Erklärungen usw. Selbst die Listen der Jugend-Suizidanten ist sehr lieblos gestaltet und werden mit "Nummern" beschrieben. Hier hätte man aus einem sehr großen Thema weitaus mehr herausholen können; das Buch ist völlig zu Recht nicht sehr bekannt. Hemingway und Hofmannsthal sind gleich gar nicht erwähnt, dafür aber Schriftsteller, die heutzutage kaum jemand mehr kennt. Interessantes Thema, langwierig und hässlich umgesetzt.
Schade!