Wie ich gesehen habe, wird dieses Buch auch im Fernsehen stark beworben. Zugebenenermaßen lässt der Titel auf Einiges schließen (z.B. Satanismus, mystische Geschehnisse, das Böse in Reinform, Spannung pur etc.), meines Erachtens aber auf mehr als tatsächlich dahintersteckt:
Ausgangspunkt ist, dass immer wieder junge Frauen entführt, vier Wochen gefangen gehalten und dann mit einem Schnitt durch die Kehle getötet werden. Den Serienmörder, der das verbrochen hat, will man finden. Auf dem Weg dahin stolpert man über weitere Leichen und über einen geheimen katholischen "Orden", die Pönitentiare, der sich bereits seit Jahrhunderten unauffällig und verborgen parallel zu den Ermittlungsbehörden mit der Aufklärung von Verbrechen befasst.
All diese Themen werden in diesem Roman miteinander vermischt. Allerdings erfolgt die Vermischung nicht in chronologischer oder zumindest logischer Form, sondern der Autor springt für den Leser nicht nachvollziehbar und erst einmal völlig zusammenhangslos zwischen verschiedenen Zeitperioden, die zum Teil Jahre auseinander liegen, hin und her. Dabei siedelt er jedesmal ebenfalls den Schauplatz des Geschehens an völlig unterschiedlichen Orten an: Mal ist es Rom, dann Russland, dann Mailand etc.. Hinzu kommt, dass es immer wieder Kapitel gibt, die aus der Ich-Perspektive erzählen und einen völlig irritieren.
Da man als Leser davon ausgeht und auch darauf hofft, dass wohl irgendwann klar wird, wie die einzelnen Kapitel zusammenhängen, und worauf das Ganze hinausläuft, liest man weiter. Tatsächlich, so gegen Ende - ich würde mal sagen im letzten Buchviertel - erkennt man zunehmend die Zusammenhänge, und alles ergibt einen Sinn. Aber bis es so weit ist, wird man auf eine Geduldsprobe gestellt. Denn es ist wirklich mühsam, insbesondere wenn man das Buch mal für eine Weile auf die Seite gelegt hat, beim Wiederaufgreifen der Geschichte, das Gelesene zu rekapitulieren und wieder in das Geschehen einzutauchen.
Dabei ist der Begriff "eintauchen" hier auf jeden Fall zu hoch angesiedelt. Denn bei diesem Erzählstil fällt genau das sehr schwer. Denn kaum hat man sich auf den einen Schauplatz und die damit in Zusammenhang stehenden Geschehnisse eingelassen, befindet man sich wieder in einer anderen Zeitperiode an einem anderen Ort und frägt sich, warum eigentlich, und was man jetzt hier schon wieder soll.
Wenn ich mir vorstelle, daraus einen Film zu machen, erinnert mich dieser Thriller an den "Da Vinci Code - Das Sakrileg", den ich ebenfalls als langatmig, mühsam und zum Teil zerrissen empfunden habe.
Ich kann dieses Buch nur bedingt als unterhaltsame Thrillerlektüre empfehlen. Man lässt sich davon viel zu gerne ablenken. Und diejenigen, die etwas ungeduldiger gestrickt sind, werden es wohl bald weglegen, wenn sie feststellen, dass sie jedesmal, wenn sie es wieder zur Hand nehmen, ein paar Kapitel zurückblättern müssen, um wieder in die Handlung reinzukommen.