‚...eine zarte Frau mit spitzer, langer Nase, deren süßliche Töne vor Jahren seine Lenden hatten vibrieren lassen', solche Sachen schreibt Nick Aboreas. Abgedrehte Erotik ist eine feine Sache, bislang hat aber noch jede spitze lange Nase mit süßen Tönen meine Lenden kalt gelassen.
Abgedreht - Grotesk - Satirisch:
So steht es auf dem Cover und so ist das Buch geschrieben, ein Buch für Hamburg-Liebhaber. Allein die Ortsbeschreibungen sorgen für heimatliche Gefühle für den, der die Hansestadt kennt. Es ist die Geschichte eines Schwurs, der nach Jahren seiner Erfüllung entgegensieht.
Die Figuren heißen wie oder wer sie sind, der Gefängnisdirektor beispielsweise ‚Festhalter'. Eine Schreibtechnik, die inzwischen fast in Vergessenheit geraten ist, aber in diesem Werk ihren Reiz hat.
Aboreas hat einen temporeichen Roman geschrieben, wahrlich kein 08/15-Geschreibsel. Er schreckt auch vor ‚beglatzten' Köpfen nicht zurück. Ich empfehle den Schwur vom Dulsberg Lesern, die eine Schwäche für Lektüre außerhalb breitgetretener Pfade haben, die ungewöhnlichen Humor mögen. Wer Rosamunde Pilcher liebt, wird Nick Aboreas hassen, obgleich seine Landschaftsbeschreibungen besser und lebensnäher sind. Auch wenn sie nicht nach Thymian duften, was an der Hamburger Elbe aber keinen verwundern kann.