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Der Schwimmer
 
 
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Der Schwimmer [Taschenbuch]

Zsuzsa Bánk
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 284 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 10 (10. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596152488
  • ISBN-13: 978-3596152483
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 17.147 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Zsuzsa Bánk
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Man kennt das von alten Schallplatten: Das Rauschen und Knistern löst nostalgische Gefühle aus, sogar die ersten beiden Hänger findet man irgendwie spaßig, doch beim dritten Mal nervt es. Altmodisch ist das Romandebüt von Zsuzsa Bánk dabei gewiss nicht, eher schon zu postmodern.

Im ersten Kapitel ist die Welt noch einigermaßen in Ordnung, die Familie der Icherzählerin Kata intakt. Zugleich wird klar, dass alles, was nun kommt, Katas Erinnerung entspringt. Wie ihr Vater Kálmán bei seiner Fotosammlung ist sie darauf angewiesen, "die Bilder ... immer wieder neu zu mischen". Die Mutter erscheint als "Nebelspalterin", obwohl sie auf dem Weg zur Arbeit schließlich doch jeden Morgen von den dichten Dunstschleiern der ungarischen Provinz verschluckt wird. Und eines Tages ist sie endgültig weg -- nach Westdeutschland geflohen, kurz nach dem Aufstand von 1956. Was sie fortgetrieben hat -- ihr unnahbarer Ehemann, die Enge des Dorflebens -- bleibt offen, ist für die Hinterbliebenen, zumal die Kinder, sowieso zweitrangig.

Sie müssen sich fortan auf einer rastlosen Odyssee durch das halbe Land mit diversen Ersatzfamilien arrangieren, was vor allem den jüngeren Bruder Isti zusehends überfordert, bevor sie am Plattensee vorläufig zur Ruhe kommen. Das Gewässer, ein Paradies für die besessenen Schwimmer Kálmán und Isti, wird mit seiner scheinbar unbewegten Oberfläche zur Metapher für eine Zeit- und Ereignislosigkeit, die Kata immer weniger als kindliches Moratorium, sondern als Erstarrung, als quälendes "Warten im Dazwischen" empfindet. Die Atmosphäre an diesem Zaubersee beschwört Bánk in schönen, schlichten Bildern (das flirrende Licht wie "ein Netz vor dem Himmel"). Gleichzeitig versieht sie den goldenen Westen der Mutter -- etwas gar geflissentlich -- mit den nötigen Grautönen.

Was diesen elegischen Abgesang auf die Kindheit etwa ab der Hälfte ziemlich anstrengend macht, sind die ausbleibenden Tempowechsel, die fehlenden Variationen in der Tonlage. Wendungen mit "ich weiß nicht", "ein bisschen", "vielleicht" tauchen derart gehäuft auf, dass man Vorsatz unterstellen darf, was den ermüdenden Lesern freilich nicht hilft. Der unablässig betonten Subjektivität der Erinnerung entspricht ein Bemühen, alles zu erklären, am besten doppelt: "Isti nickte ... als sei es zu mühsam, als habe er keine Kraft dafür." Auch der Erzählung droht der Stillstand, bevor sie gegen Ende wieder an Fahrt gewinnt.

Berückend stille Tage am See münden -- vielleicht gewollt, man weiß es nicht -- in bedrückender Monotonie. Die Überblendung von persönlichen Katastrophen mit dem nationalen Trauma der niedergeschlagenen Revolte bleibt schemenhaft. Uneingeschränkt empfehlen kann man das Buch daher nur hochgradig See-Süchtigen und Langstrecken-Lesern mit Durchhaltevermögen. --Patrick Fischer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 21.09.2002
Ein großartiger Debütroman ist dieses Buch, findet der Rezensent Hans-Peter Kunisch. Vor allem von der Sprache der ungarischen Autorin ist er beeindruckt und scheut sich, dafür eine der herkömmlichen Klassifizierungen zu finden. Ihr Sprachduktus ist "weder altmodisch noch 'zeitgemäß'", sondern einfach nur geprägt von "einem souveränen Gefühl für Rhythmus und Dramaturgie" und "einer außergewöhnlichen sinnlichen Aufmerksamkeit". Zudem beherrscht Zsuzsa Bank nach Meinung des Rezensenten die Kunst der Auslassung. Beispielsweise findet sich im ganzen Buch kein gesprochenes Wort des Vaters der Ich-Erzählerin, und trotzdem hat der Vater ein hohe Präsenz - er wird ganz "unauffällig zur mythischen Figur". Bei allem Schwärmen für dieses Buch vermeidet es Kunisch, die Autorin in "Traditionslinien" einzuordnen, denn "Erstlinge soll man nicht mit Namen begraben", so sein wohlwollendes Fazit dieses Erstlingsromans.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Die Zeit, 14.11.2002
Mit vielen Superlativen von niemand Geringerem als Peter Nadas wird dieses Buch hier bedacht: ein "herzzerreißender", ein "wunderbarer" Roman, ein "literarisches Novum". Mit "erzählerischem Eigensinn" und "sprachlicher Strenge" wird, so Nadas, hier "eines der bedeutendsten geistigen Probleme der Epoche ins Blickfeld gerückt", nämlich die Spannung zwischen Aufklärung und Postmoderne. Nadas findet in der Geschichte zweier Kinder und ihres von seiner Frau verlassenen Vaters einen "Einblick in das Bewusstsein von Millionen von Flüchtlingen und Emigranten". Und die doppelte oder sogar dreifache Entfremdung der Autorin, die eine ungarische Geschichte auf Deutsch erzählt beziehungsweise sie von mehreren Stimmen erzählen lässt, bewirkt, so Nadas, etwas "Geheimnisvolles" und "Zweideutiges", das zum Kompositionsprinzip des Textes wird und damit jede Sentimentalität verhindert. Alles wird dem "doppelten Blick" unterworfen, die "Differenz von Denken und Fühlen", die der Rezensent jeweils dem Deutschen beziehungsweise Ungarischen zuordnet, führt zu einer Spannung, die einerseits quälend und "auf der anderen Seite das Schöne ist". Ein "großartiger Roman", schwärmt Nadas.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine Kindheit in Ungarn 12. September 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Zwei Kinder wachsen ohne Mutter auf, denn Katalin ist nach dem Aufstand 1956 in den Westen dissidiert. Der Vater verbringt stets ein paar Monate bei Verwandten, die sich seiner Familie annehmen, bis sie wegen ihrer beschränkten Mittel Kálmán, Kata und Isti wieder weiterschicken müssen. Isti ist ein sensibler kleiner Junge, der das Schwimmen über alles liebt. Er kennt keine Gefahr. Er wird umsorgt von Kata, seiner kaum zwei Jahre älteren Schwester. Sie werden in keine Schule geschickt. Ihre Lehrmeister sind die verschiedenen Verwandten und die Natur. In eindrücklichen Bildern treten uns die verschiedenen Landesteile Ungarns und ihre typischen Bewohner entgegen, am schönsten wird der Balaton geschildert! Er lässt vergessen, dass es sich um die drückende Zeit des Kommunismus zwischen 1956 und 1968 handelt. Trotz tragischer Ereignisse zeichnet sich am Schluss so etwas wie Hoffnung ab: Ein Ausweg scheint im Ausland zu liegen. Die Autorin versetzt uns in die besondere Welt dieser Kinder, ohne dass es ihre eigene Kindheit gewesen wären, denn sie ist erst 1965 in Deutschland geboren. Umso beachtlicher ist ihre Leistung, wie sie eine authentische Atmosphäre hervorzuzaubern vermag und wie sie mit genauer Kenntnis von Land und Leuten uns die Menschen jener Zeit nahebringt.
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Steini
Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschwister Kata und Isti leben in Ungarn. Von einem Tag auf den anderen verläßt ihre Mutter das Land und flüchtet in einer Nacht und Nebel Aktion über die Grenze. Der Vater ist mit der Situation völlig überfordert. Er zieht mit seinen beiden Kindern durchs Land, um bei Bekannten und Freunden mal hier eine Woche mal da ein Jahr zu bleiben. Seine Erfüllung findet er im nächtelangen Schwimmen. Isti und Kata sind eigentlich auch von ihm alleingelassen. Die Geschichte kommt jedoch ohne Vorwürfe aus, die Gefühle, Geräusche und Stimmungen werden so zart geschildert, dass man sie wehmütig auch empfinden kann, während man mit dem Buch in einer Ecke sitzt. Nie laut aber immer nah am Leben! Absolut lesenswert.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine bittersüße Geschichte 29. Dezember 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Ungarn 1956: Ohne ein Wort verlässt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land. Während Kálmán in Schwermut verfällt, errichten sich Kata und ihr kleiner Bruder ihre eigene Welt: Isti hört was die Dinge zu erzählen haben - das Haus, die Steine, der Schnee -, während Kata den Menschen zuhört, denen sie auf ihrer jahrelangen Reise begegnet. Der genaue Blick der Kinder trifft auf eine Welt, die sie nicht verstehen. Nur wenn sie am Wasser sind, an Flüssen und Seen, wenn sie dem Vater zusehen, wie er seine Bahnen zieht, und wenn sei selber schwimmen - nur dann finden sie die verzauberten Momente der Leichtigkeit und des Glücks. Beide ahnen, dass ihr Leben erst beginnt.

Kata erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und dies sehr konsequent. Vieles versteht sie nicht und so bleibt es bei Andeutungen und Vermutungen, die sich zum Teil erst später durch neue Puzzleteilchen auflösen. Es ist die bittersüße Geschichte einer Jugend, die kleine Familie zieht von einem Verwandten zum nächsten, der Vater geht seine eigenen Wege und überlässt die Kinder den Verwandten. Und trotzdem klagt Kata nicht an und nimmt die Wege des Schicksals klaglos hin. Ihre größte Sorge gilt ihrem kleinen Bruder, an die Rückkehr der Mutter glauben die Kinder nicht mehr.
Mich hat diese Geschichte gefangen genommen. Durch die ruhige, unspektakuläre Erzählweise braucht man beim Lesen Zeit und Muße, es ist kein Buch für den Sonntagnachmittag auf dem Sofa. Für mich ist es eines der Lesehighlights des Jahres!

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Die neuesten Kundenrezensionen
Melancholisch und poetisch
Ein wunderschönes, sehnsuchtvolles und sehr poetisches Buch! Die Geschichte von den Geschwistern Kata und Isti, die mit ihrem Vater durch Ungarn reisen, nachdem ihre Mutter... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Loewenkind veröffentlicht
fade
Das Buch plätschert so dahin. Aus der Perspektive eines Mädchens wird nachdem die Mutter weg ist die Irrfahrt mit ihrem Vater und ihrem Bruder durch Ungarn beschrieben. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von nobi veröffentlicht
wunderbar
Der Schwimmer von Zsuzsa Bank ist ein wunderschöner Roman über die Kindheit zweier Geschwister. Melancholisch geschrieben in einer wohlklingenden Sprache. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Krümel13 veröffentlicht
Der Schwimmer
Ich kann keine Bewertung abgegebn,weil das Buch ein Geschenk war und ich es nicht gelesen habe.Amen,amen,amen,amen, was soll das mit 20 Worten ????
A.Bauer
Vor 7 Monaten von A.Bauer veröffentlicht
Das Leben besteht hauptsächlich aus Hoffnung.
Was bedeutet es für Kinder, wenn die Mutter sich von ihnen ohne Abschied trennt und ein Leben im Westen (1956) ohne ihre Familie vorzieht. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Achilles veröffentlicht
Eher enttäuschend
Dass in einem Buch wörtliche Rede komplett vermieden wird, kannte ich bisher nur von Kehlmanns "Vermessung der Welt" - wo es mich nicht störte, besser gesagt, wo es mir... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von PC Snow veröffentlicht
Jeder Leser schafft sein eigenes Buch
Schade, wenn man diese Töne nicht hört.
Wie ein Kind die Unfassbarkeiten der handelnden Erwachsenen aufnimmt, versucht, es in seine eigene Welt aufzunehmen und sich... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Petrasmiles veröffentlicht
Mal was anderes!
"Ich hatte wenige Erinnerungen an meine Mutter. Im Grunde kannte ich sie nur von Fotos, die mein Vater in einem kleinen Kasten aufbewahrte. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Bellarie83 veröffentlicht
mehr erwartet
Nach dem Klappentext freute ich mich sehr auf dieses Buch. Es klang nach einem poetischen, bildhaften, leichten und doch spannenden Roman. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Sarahs Bücherwelt veröffentlicht
Subtile Emotionen
Ich weiß nicht, wie Zsuzsa Bánk das macht, aber in 'Der Schwimmer' versteht die Autorin es, Emotionen auf extrem subtile Art und Weise rüberzubringen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Mai 2010 von I.W.
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