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Der Schwimmer, 4 Audio-CDs Audio-CD – 1. Januar 2003

4.1 von 5 Sternen 66 Kundenrezensionen

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Produktinformation


Mehr über den Autor

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für die Erzählung »Unter Hunden« erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis.

Produktbeschreibungen

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Man kennt das von alten Schallplatten: Das Rauschen und Knistern löst nostalgische Gefühle aus, sogar die ersten beiden Hänger findet man irgendwie spaßig, doch beim dritten Mal nervt es. Altmodisch ist das Romandebüt von Zsuzsa Bánk dabei gewiss nicht, eher schon zu postmodern.

Im ersten Kapitel ist die Welt noch einigermaßen in Ordnung, die Familie der Icherzählerin Kata intakt. Zugleich wird klar, dass alles, was nun kommt, Katas Erinnerung entspringt. Wie ihr Vater Kálmán bei seiner Fotosammlung ist sie darauf angewiesen, "die Bilder ... immer wieder neu zu mischen". Die Mutter erscheint als "Nebelspalterin", obwohl sie auf dem Weg zur Arbeit schließlich doch jeden Morgen von den dichten Dunstschleiern der ungarischen Provinz verschluckt wird. Und eines Tages ist sie endgültig weg -- nach Westdeutschland geflohen, kurz nach dem Aufstand von 1956. Was sie fortgetrieben hat -- ihr unnahbarer Ehemann, die Enge des Dorflebens -- bleibt offen, ist für die Hinterbliebenen, zumal die Kinder, sowieso zweitrangig.

Sie müssen sich fortan auf einer rastlosen Odyssee durch das halbe Land mit diversen Ersatzfamilien arrangieren, was vor allem den jüngeren Bruder Isti zusehends überfordert, bevor sie am Plattensee vorläufig zur Ruhe kommen. Das Gewässer, ein Paradies für die besessenen Schwimmer Kálmán und Isti, wird mit seiner scheinbar unbewegten Oberfläche zur Metapher für eine Zeit- und Ereignislosigkeit, die Kata immer weniger als kindliches Moratorium, sondern als Erstarrung, als quälendes "Warten im Dazwischen" empfindet. Die Atmosphäre an diesem Zaubersee beschwört Bánk in schönen, schlichten Bildern (das flirrende Licht wie "ein Netz vor dem Himmel"). Gleichzeitig versieht sie den goldenen Westen der Mutter -- etwas gar geflissentlich -- mit den nötigen Grautönen.

Was diesen elegischen Abgesang auf die Kindheit etwa ab der Hälfte ziemlich anstrengend macht, sind die ausbleibenden Tempowechsel, die fehlenden Variationen in der Tonlage. Wendungen mit "ich weiß nicht", "ein bisschen", "vielleicht" tauchen derart gehäuft auf, dass man Vorsatz unterstellen darf, was den ermüdenden Lesern freilich nicht hilft. Der unablässig betonten Subjektivität der Erinnerung entspricht ein Bemühen, alles zu erklären, am besten doppelt: "Isti nickte ... als sei es zu mühsam, als habe er keine Kraft dafür." Auch der Erzählung droht der Stillstand, bevor sie gegen Ende wieder an Fahrt gewinnt.

Berückend stille Tage am See münden -- vielleicht gewollt, man weiß es nicht -- in bedrückender Monotonie. Die Überblendung von persönlichen Katastrophen mit dem nationalen Trauma der niedergeschlagenen Revolte bleibt schemenhaft. Uneingeschränkt empfehlen kann man das Buch daher nur hochgradig See-Süchtigen und Langstrecken-Lesern mit Durchhaltevermögen. --Patrick Fischer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin und Redakteurin in Frankfurt am Main. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

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Format: Gebundene Ausgabe
Zwei Kinder wachsen ohne Mutter auf, denn Katalin ist nach dem Aufstand 1956 in den Westen dissidiert. Der Vater verbringt stets ein paar Monate bei Verwandten, die sich seiner Familie annehmen, bis sie wegen ihrer beschränkten Mittel Kálmán, Kata und Isti wieder weiterschicken müssen. Isti ist ein sensibler kleiner Junge, der das Schwimmen über alles liebt. Er kennt keine Gefahr. Er wird umsorgt von Kata, seiner kaum zwei Jahre älteren Schwester. Sie werden in keine Schule geschickt. Ihre Lehrmeister sind die verschiedenen Verwandten und die Natur. In eindrücklichen Bildern treten uns die verschiedenen Landesteile Ungarns und ihre typischen Bewohner entgegen, am schönsten wird der Balaton geschildert! Er lässt vergessen, dass es sich um die drückende Zeit des Kommunismus zwischen 1956 und 1968 handelt. Trotz tragischer Ereignisse zeichnet sich am Schluss so etwas wie Hoffnung ab: Ein Ausweg scheint im Ausland zu liegen. Die Autorin versetzt uns in die besondere Welt dieser Kinder, ohne dass es ihre eigene Kindheit gewesen wären, denn sie ist erst 1965 in Deutschland geboren. Umso beachtlicher ist ihre Leistung, wie sie eine authentische Atmosphäre hervorzuzaubern vermag und wie sie mit genauer Kenntnis von Land und Leuten uns die Menschen jener Zeit nahebringt.
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Format: Gebundene Ausgabe
Ungarn 1956: Ohne ein Wort verlässt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land. Während Kálmán in Schwermut verfällt, errichten sich Kata und ihr kleiner Bruder ihre eigene Welt: Isti hört was die Dinge zu erzählen haben - das Haus, die Steine, der Schnee -, während Kata den Menschen zuhört, denen sie auf ihrer jahrelangen Reise begegnet. Der genaue Blick der Kinder trifft auf eine Welt, die sie nicht verstehen. Nur wenn sie am Wasser sind, an Flüssen und Seen, wenn sie dem Vater zusehen, wie er seine Bahnen zieht, und wenn sei selber schwimmen - nur dann finden sie die verzauberten Momente der Leichtigkeit und des Glücks. Beide ahnen, dass ihr Leben erst beginnt.
Kata erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und dies sehr konsequent. Vieles versteht sie nicht und so bleibt es bei Andeutungen und Vermutungen, die sich zum Teil erst später durch neue Puzzleteilchen auflösen. Es ist die bittersüße Geschichte einer Jugend, die kleine Familie zieht von einem Verwandten zum nächsten, der Vater geht seine eigenen Wege und überlässt die Kinder den Verwandten. Und trotzdem klagt Kata nicht an und nimmt die Wege des Schicksals klaglos hin. Ihre größte Sorge gilt ihrem kleinen Bruder, an die Rückkehr der Mutter glauben die Kinder nicht mehr.
Mich hat diese Geschichte gefangen genommen. Durch die ruhige, unspektakuläre Erzählweise braucht man beim Lesen Zeit und Muße, es ist kein Buch für den Sonntagnachmittag auf dem Sofa. Für mich ist es eines der Lesehighlights des Jahres!
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Format: Taschenbuch
Der Schwimmer ist ein wundervolles Buch...zart, gefühlvoll und voller Melancholie von der ersten bis zur letzten Seite. Ich habe mich in diesem Buch verloren, manche Seiten mehrmals hintereinander gelesen,einfach weil der Klang der Worte so ein schöner war. Wär ein Buch mit viel Action und Handlung sucht,für den ist dieses Buch vielleicht nicht so empfehlenswert. Die Geschichte verweilt in Erinnerungen, wird allerdings auch von vielen Perspektivwechseln spannend und abwechslungsreich. Für mich ist es einfach das gefühlvollste und traurigste Buch,das ich je gelesen hab. Es ist intensiv und tiefgründig, die einzelnen Gedanken wurden von der Autorin wunderbar verknüpft, sodass ein Ganzes entsteht...ein Ganzes dass doch viel Zerissenheit und Einsamkeit wiederspiegelt.
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Format: Gebundene Ausgabe
Die Geschwister Kata und Isti leben in Ungarn. Von einem Tag auf den anderen verläßt ihre Mutter das Land und flüchtet in einer Nacht und Nebel Aktion über die Grenze. Der Vater ist mit der Situation völlig überfordert. Er zieht mit seinen beiden Kindern durchs Land, um bei Bekannten und Freunden mal hier eine Woche mal da ein Jahr zu bleiben. Seine Erfüllung findet er im nächtelangen Schwimmen. Isti und Kata sind eigentlich auch von ihm alleingelassen. Die Geschichte kommt jedoch ohne Vorwürfe aus, die Gefühle, Geräusche und Stimmungen werden so zart geschildert, dass man sie wehmütig auch empfinden kann, während man mit dem Buch in einer Ecke sitzt. Nie laut aber immer nah am Leben! Absolut lesenswert.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Eine Familie wird auseinandergerissen, verliert ihren Halt, ihr vertrautes Zuhause. Die Mutter flieht aus Ungarn. Sie möchte sich in Deutschland niederlassen. Aber einfach lebt es sich dort auch nicht, und sie träumt, wegen Jobsuche nicht immer wieder in einen Zug steigen zu müssen. Der Vater verkauft Haus und Hof, zieht mit seinen Kindern Kata und Isti durch das Ungarn der fünfziger Jahre. Sie wohnen bei verschiedenen Verwandten, mal dort, mal dort. Die Kinder sehnen sich nach ihrer Mutter, alle sehnen sich nach einem dauerhaften Zuhause, doch all dies ist verloren, und das schlägt Wunden. Der Vater "dämmerte tagsüber mit geöffneten Augen auf seiner Liege und war nicht ansprechbar." Kata macht sich Sorgen, weil auch Isti zeitweise in Schwermut verfällt. Nur wenn sie Schwimmen gehen, erleben sie unbeschwertes Glück.
Wir lesen "in Budapest war etwas geschehen...Köpfe aus Stein hätten sie zerschlagen, die Scherben mit Füßen getreten, Schüsse seien gefallen, zu viele,..." Die historischen Ereignisse wie die Revolution 1956 werden nur am Rande erwähnt. Wichtiger für die Autorin sind die Menschen. Viele flüchteten in den Westen. Zsuzsa Bánk hat die Flucht der Mutter sehr schön geschildert.
Das Gelungene an diesem Roman ist die melancholische Stimmung, die sich durch die Buchseiten zieht. Ich glaube, die Autorin will die Melancholie als Folge der kommunistischen Diktatur verstehen, als Sinnbild der Unterdrückung. Das andere, was Bánk geglückt ist, ist die Erzählperspektive. Kata, die Tochter, erzählt die Geschichte. Das schwierige Unterfangen, aus der Sicht eines Kindes zu erzählen, ist hervorragend umgesetzt. Kata konnte es niemals vergessen, wie sie im Wasser gleiteten und über ihnen nur der Himmel.
Kommentar 12 von 13 haben dies hilfreich gefunden. War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein Feedback senden...
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